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GAM scheitert mit favorisierter Übernahme durch Liontrust

ZÜRICH (dpa-AFX) -Die Übernahme von GAM CH0102659627 durch den britischen Konkurrenten Liontrust GB0007388407 ist offenbar vom Tisch. Der Zürcher Vermögensverwalter hat nun Gespräche mit der Investorengruppe Newgame aufgenommen. Nach dem Ablauf der verlängerten Angebotsfrist hält Liontrust laut involvierten Banken 33,64 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals und der Stimmrechte von GAM. Der Verwaltungsrat nehme die provisorischen Zwischenergebnisse zur Kenntnis sowie die Erwartung, dass die Übernahme am 29. August für nicht erfolgreich erklärt wird, heißt es in einer Mitteilung von GAM vom Donnerstag. An diesem Tag wird das definitive Zwischenergebnis erwartet.

Der Verwaltungsrat habe Gespräche mit Vertretern der Investorengruppe Newgame aufgenommen, darunter Rock Investment SAS ("Rock"), Newgame SA und Bruellan SA. Die Gespräche würden sich auf die Vereinbarung einer kurzfristigen Überbrückungsfinanzierung konzentrieren, welche Rock, wie bereits bekannt, am 18. August in Aussicht gestellt hatte.

Newgame werde Gespräche mit den Portfolio-Management-Teams von GAM aufnehmen, "um sicherzustellen, dass diese den Businessplan von Newgame und dessen Ziele, GAM zum Erfolg zu führen, von Grund auf kennen und verstehen". Auch könnte es zu Veränderungen des Verwaltungsrats kommen: Der Verwaltungsrat sehe Vorschlägen von Newgame für eine künftige außerordentliche Generalversammlung "erwartungsvoll entgegen", heißt es in der Mitteilung. Die Gespräche mit Newgame würden voraussichtlich in Kürze abgeschlossen. Und der GAM-Verwaltungsrat werde über den aktuellen Stand der Gespräche informieren, sobald diese weiter fortgeschritten sind.

In der Vergangenheit hatte GAM große Kritik an Newgame und an den Vorschlägen der Aktionärsgruppe geübt. Unter anderem hatte es geheißen, die von Newgame vorgeschlagene kurzfristige Zwischenfinanzierung sei bei weitem nicht ausreichend. Nach eigenen Angaben hält die Investorengruppe 9,6 Prozent an GAM. Sie wiederum hatte sich vehement gegen die Übernahme durch Liontrust gewehrt, und das Angebot als ungenügend bewertet.