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Ford macht Köln mit Milliarden-Investition zum Elektro-Zentrum

Craig Trudell und Stefan Nicola
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Kein einziges reines Elektrofahrzeug hat Ford Motor Co. im vergangenen Jahr in Europa verkauft, doch das soll sich nun ändern: Der US-Autobauer will bis Ende des Jahrzehnts ausschließlich batteriebetriebene Pkws anbieten und investiert dafür 1 Milliarde Dollar (828 Millionen Euro) in seinen deutschen Unternehmenssitz in Köln.In zwei Jahren soll das Ford-Werk in Köln-Niehl ein erstes reines Elektrofahrzeug für den Massenmarkt fertigen. Ab Mitte 2026 will Ford in Europa nur noch hybrid- und elektrisch angetriebene Fahrzeuge verkaufen und bis Ende des Jahrzehnts seine Pkw-Palette vollständig auf rein elektrische Modelle umgestellt haben, so der US-Autobauer am Mittwoch.Die Neuausrichtung ist eine der radikaleren für einen klassischen Automobilhersteller in Europa. Nur das kleinere, aber strategisch wichtige Nutzfahrzeuggeschäft wird noch einige Transporter und Lastwagen ohne Stecker im Angebot haben.

So ehrgeizig Fords Pläne sind – in Europa hat die Firma mittlerweile weniger zu verlieren. In den letzten zwei Jahren hat die traditionsreiche Marke mehr als 1 Milliarde Dollar an Strukturkosten in der Region eingespart, fünf Fabriken geschlossen, eine weitere verkauft und mehr als 10.000 Arbeitsplätze abgebaut.Nun will Vorstandsvorsitzender Jim Farley das neun Jahrzehnte alte Kölner Werk, einer der größten Produktionskomplexe in der westdeutschen Industrieregion, zu einem führenden E-Mobilitätszentrum in Europa aufbauen. Der Autohersteller wird in den kommenden Monaten weitere Einzelheiten zu seinen Plänen für die Anlage mitteilen.

Elektroboom

Im vergangenen Jahr hat sich Europa zum Epizentrum des weltweiten Elektrobooms entwickelt. Erstmals verkauften Automobilhersteller dort mehr vollelektrische und Plug-in-Hybridfahrzeuge als in China. Strengere Emissions-Obergrenzen, lukrative Subventionen und die Einführung mehrerer neuer Modelle haben den Anstieg angetrieben.Eine Partnerschaft mit der Volkswagen AG soll Ford bei der Elektrifizierung seiner Flotte helfen. Beide Unternehmen kündigten 2019 an, eine im Vorjahr gebildete Partnerschaft um gemeinsame Arbeiten zu Elektrofahrzeugen und Technologien zum autonomen Fahren zu erweitern. Ab 2023 will Ford mindestens ein Massenmarkt-Batterieauto, das auf VWs modularer MEB Plattform basiert, in Europa fertigen.

Kosten zu teilen wird für Ford von entscheidender Bedeutung sein. Das Unternehmen kam in Europa seinem langfristigen Ziel einer Gewinnmarge von 6% im vierten Quartal näher. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 414 Millionen Dollar war das beste Quartals-Ergebnis in der Region des Unternehmens seit mehr als vier Jahren.

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©2021 Bloomberg L.P.