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Fischer: „Mütter nicht für Leistungssport verlieren“

Fischer: „Mütter nicht für Leistungssport verlieren“
Fischer: „Mütter nicht für Leistungssport verlieren“

Die deutsche Rekord-Olympionikin und Kanu-Ikone Birgit Fischer hat eine deutlich bessere Einbindung von Müttern in das nationale Fördersystem angemahnt. „Sportlerinnen, die Mütter werden wollen, müssten eigentlich frühzeitig aufhören, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Wir dürfen diese Frauen nicht für den Leistungssport verlieren“, erklärte die 60 Jahre alte Brandenburgerin beim Sporthilfe-Talk am Rande der European Championships in München.

Die achtmalige Olympiasiegerin verwies auf große Probleme während ihrer aktiven Karriere durch die Doppelrolle als Spitzenathletin und Mutter. "Sportlerin und zweifache alleinerziehende Mutter zu sein, war sehr schwierig ? die Akzeptanz war Anfang der 1990er Jahre schlichtweg nicht da", blickte Fischer auf Hindernisse in ihrer Laufbahn zurück.

In der Diskussionsrunde der Stiftung Deutsche Sporthilfe, dem sogenannten Sozialwerk des deutschen Sports, unterstrich auch die zweifache Paralympics-Siegerin Edina Müller (Hamburg) nachdrücklich Forderungen nach einer intensiveren Unterstützung von Müttern. "Als ich bekanntgegeben habe, dass ich schwanger bin, flog ich aus allen Kadern raus und stand ohne finanzielle Förderung da. Wenn ich nicht die Unterstützung der Sporthilfe gehabt hätte, hätte ich nach der Geburt meines Sohnes meine Karriere nicht weiterverfolgen können", sagte die 39-Jährige.

Müller, die bei Paralympics 2012 in London im Rollstuhl-Basketball und 2021 in Tokio im Para-Kanu Gold gewann, beschrieb Schwierigkeiten von Athletinnen mit Kindern anschaulich: "Alleine im vergangenen Jahr habe ich etwa 10.000 Euro aufwenden müssen, um die Kinderbetreuung während Wettkampf- und Trainingsreise zu gewährleisten."

Die gesellschaftliche Debatte über Möglichkeiten für Frauen zur  Vereinbarkeit von Beruf und Kindern erreicht zunehmend auch den Leistungssport. Zuletzt hatte die deutsche Tennis-Spielerin Tatjana Maria (Bad Saulgau) im Zuge ihres Einzugs in Halbfinale von Wimbledon große Aufmerksamkeit für die Thematik erzeugt, weil die 35-Jährige parallel zu ihren Turnierteilnahmen zwei Töchter erzieht.