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Fünf Themen des Tages: Sewing fokussiert sich, Draghi fehlt Geld

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Sewing bald nicht mehr Chef-Investmentbanker, BMF unterstützte Bafin bei Wirecard, europäische Aktien steigen, EU verschärft Regeln für Impfstoffexporte und Draghis Haushaltslücke wird größer. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Sewing bald nicht mehr Chef-Investmentbanker

Christian Sewing, der Vorstandschef der Deutschen Bank, plant offenbar, seine Nebentätigkeit als oberster Investmentbanker des Hauses abzugeben. Deutschlands größte Bank bereite die Ernennung eines neuen Spitzenbankers vor, damit Sewing sich ganz auf seinen CEO-Job konzentrieren kann, hieß es aus informierten Kreisen. Bisher sei nicht klar, wer das Amt übernehmen wird. Mit einer diesbezüglichen Entscheidung sei in den nächsten Monaten zu rechnen. Sewing übernahm die Doppelrolle als Konzernchef und Leiter des Investmentbanking 2019, als die Bank sich aus dem Aktienhandel zurückzog und die Sparte verkleinerte. Die Bankenaufsicht machte Sewing aber recht schnell klar, dass sie es lieber sähe, wenn er die zusätzliche Verantwortung wieder abgäbe.

BMF unterstützte Bafin bei Wirecard

Keine guten Nachrichten für SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz: Jörg Kukies, sein Staatsekretär, hatte das Vorgehen der Bafin im Fall Wirecard im Jahr 2019 explizit abgesegnet. In einem damaligen Telefonat mit dem Bafin-Chef gab Kukies der Aufsicht ausdrücklich Rückendeckung dafür, dem Verdacht auf Marktmanipulation zulasten Wirecards nachzugehen. Dies geht aus Dokumenten des Bundestags-Untersuchungsausschusses hervor, in die Bloomberg Einsicht hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Felix Hufeld bereits ein Leerverkaufsverbot für Aktien von Wirecard verhängt. Zudem bereitete die Bafin Klagen gegen Leerverkäufer und Journalisten vor, die über Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichteten. Im Ausschuss fragt man sich, ob das Vorgehen der Behörde womöglich auf Anweisung Berlins geschah.

Europäische Aktien steigen

Europäische Aktien legten am Ende einer volatilen Handelswoche zu, da neue US-Impfziele Optimismus bezüglich der globalen Wachstumsaussichten verbreiteten.Der Stoxx Europe 600 Index kletterte im Gefolge von Gewinnen an der Wall Street, nachdem US-Präsident Joe Biden sein Impfziel für die ersten 100 Tage verdoppelt hatte. Valuetitel und zyklische Aktien führten Gewinne über viele Branchen in Europa an. Banken liefen besonders stark, während der Gesundheitssektor am wenigsten zulegte. “Es sieht nach einem anständigen Ende der Woche aus”, sagte Michael Hewson von CMC Markets. “Es war bemerkenswert, dass trotz aller Sorgen über eine Verlangsamung in Europa und eine Verzögerung des Wirtschaftsaufschwungs die Einbrüche bei den europäischen Aktien diese Woche ziemlich gering ausfielen. Das deutet darauf hin, dass trotz aller Sorgen um die Bewertungen zumindest in Europa der Appetit auf Aktien noch da ist.” In Deutschland legten Zooplus nach einer Kursziel-Anhebung zu. Hapag-Lloyd stiegen in Folge des weiterhin blockierten Suezkanals.

EU verschärft Impfstoffexportregeln

Nachdem sich herausgestellt hat, dass die EU mehr Impfstoffe exportiert als ihrer eigenen Bevölkerung verabreicht hat, haben sich die Staats- und Regierungschefs der Union - zögerlich - hinter das Vorhaben der Kommission gestellt, Impfstoffexporte zu beschränken. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verfolgt einen neuen, härteren Kurs zur Sicherung der Versorgung, auch wenn damit das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen steigt. AstraZeneca müsse erst seine Verpflichtungen gegenüber der EU erfüllen, bevor der Hersteller exportieren dürfe, sagte sie. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat unterdessen vor einer Überlastung des deutschen Gesundheitssystems im Laufe des Aprils gewarnt. Laut Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, steht ein starker Anstieg der Infizierten bevor, der dazu führen wird, dass Kliniken überlastet werden und viele Menschen sterben.

Draghis Haushaltslücke öffnet sich weiter

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi braucht innerhalb weniger Wochen ein neues Hilfsprogramm, um die steigenden monatlichen Belastungen für den Haushalt aus dem Lockdown von inzwischen bis zu 15 Milliarden Euro zu finanzieren, heißt es aus informierten Kreisen. Wegen der schleppenden Impfkampagne, des anhaltenden Lockdowns sowie den Kosten für Kurzarbeit und andere Hilfsmaßnahmen schwillt der Finanzierungsbedarf der Regierung beträchtlich an, hieß es. Lag der monatliche Fehlbetrag jüngst noch bei bis zu 10 Milliarden Euro, sei er inzwischen bisweilen 50% höher, sagten sie. Der Bundestag hat unterdessen dem 750 Milliarden Euro schweren EU-Hilfsfonds zugestimmt, der gerade auch Italien zugute kommen soll. Der Fonds sei ein “notwendiger und längst überfälliger” Schritt auf dem Weg in die Fiskalunion, sagte Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, laut FAZ. Die Entscheidung dürfte derweil vor dem Bundesverfassungsgericht landen.

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