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Fünf Themen des Tages: Schmerz der Geldpolitik, BMW, Öl-Ausstieg

(Bloomberg) -- Schmerz durch Zentralbanken, BMW fährt Vollgas, europäische Aktien steigen, EU will alles auf einmal, und Denkzettel für Johnson. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Schmerz durch Zentralbanken

Die US-Notenbank hat die größte Zinserhöhung seit dem Jahr 2000 vorgenommen. Die Anhebung um 50 Basispunkte war weitgehend erwartet worden und Fed-Chef Jerome Powell sagte, dass solche Erhöhungen auch bei den nächsten Sitzungen möglich seien. Er konzedierte, dass dies “einige Schmerzen” verursachen könnte. In der Eurozone ist das Wirtschaftswachstum laut EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta de facto zum Stillstand gekommen. Dies verkompliziere die Entscheidungen der EZB zur Eindämmung der Inflation, die in jedem Fall mit “hohen Kosten” verbunden sei. Die Einlassungen des Italieners wecken Zweifel an einer Zinsanhebung im Juli, jedoch sieht Piet Christiansen von der Danske Bank das Camp der Tauben insgesamt in der Minderheit. Die deutschen Auftragseingänge brachen im März um 4,7% ein.

BMW fährt Vollgas

BMW kann wie zuvor schon Rivale Mercedes von höheren Margen für Luxuswagen profitieren und schlug trotz Zulieferproblemen und Russlandkrise im ersten Quartal die Erwartungen. Mit 3,4 Milliarden Euro übertraf das Ebit die Analystenschätzungen von im Schnitt 2,9 Milliarden Euro. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt. Analysten sprachen mehrheitlich von “soliden” Ergebnissen. Für Käufer von Luxuswagen ist wohl auch der Anstieg der Spritpreise zu verschmerzen. In den USA ist wieder mit Rekordpreisen zu rechnen, möglicherweise schon bald. Dort sind die Lagerbestände an Kraftstoffen angesichts der guten Nachfrage und des Krieges in der Ukraine niedrig.

Europäische Aktien steigen

Die Erleichterung der Anleger darüber, dass die US-Notenbank keine größeren Zinserhöhungsschritte als 50 Basispunkte in Betracht zieht, hat den europäischen Aktien am Donnerstag Schub gegeben. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 1,1% im Plus, angeführt von Technologie- und Immobilienwerten. “Es gab zu viel Negativität auf dem Markt wegen der Inflationsängste und des Tempos der Zinserhöhungen”, sagte Jaime Espejo von Imantia Capital in Madrid. “Positiv ist, dass die Fed den Betrag der Erhöhung begrenzt hat, was zeigt, dass es keine Dringlichkeit oder eine zu aggressive Politik gibt”. In Deutschland fielen Aixtron nach verfehlten Erwartungen für das erste Quartal. MorphoSys stiegen trotz verfehlter Umsatzerwartungen.

EU will alles auf einmal

“Das Problem der EU ist, dass sie zu viele Ziele gleichzeitig verfolgen will: Klimaschutz, gegen Energiepreise kämpfen, Atomstrom abstellen und Putin besiegen”, sagte der slowakische Wirtschaftsminister Richard Sulik im Deutschlandfunk. Sein Land könne mangels Seehäfen nicht kurzfristig aus russischem Öl aussteigen und brauche für den Übergang Zeit bis zum Jahr 2025. Der Ölpreis hat sich im Vorfeld eines OPEC+-Treffens beruhigt, nachdem er aufgrund des von der EU geplanten schrittweisen Verbots von russischem Rohöl stark angestiegen war. Unterdessen machen die russischen Truppen im Osten und Süden der Ukraine laut Pentagon nicht die Fortschritte, “die sie machen wollten”. Schweden und Finnland können darauf zählen, von den USA und Großbritannien Sicherheitsgarantien auf ihrem Weg in die NATO zu erhalten.

Denkzettel für Johnson

Boris Johnson ist seit Monaten in einen Skandal verwickelt und stand kurz davor, von den Mitgliedern seiner konservativen Partei abgesetzt zu werden. Am Donnerstag werden ihm die Wähler in ganz Großbritannien wahrscheinlich ihren eigenen Denkzettel verpassen. Fraglich ist, ob die Tories ihn danach noch als den Stimmenbringer ansehen, den sie sich für die Parlamentswahlen 2024 wünschen. Es stehen fast 7.000 Gemeinderatssitze zur Wahl, darunter alle Sitze in London, Schottland und Wales sowie ein Drittel der Sitze in den meisten anderen Regionen Englands. Bei einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen Fumio Kishida will Johnson heute über Verteidigungszusammenarbeit und die Abkehr asiatischer Länder von russischem Öl und Gas reden.

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©2022 Bloomberg L.P.

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