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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- USA verhängen Visa-Beschränkungen für Chinesen, Ex-Draghi-Adlatus mahnt zur Ruhe, Handelshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte, Trump will bei Amtsenthebungsverfahren nicht mitmachen, und Deutschland stürzt im WEF-Ranking ab. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

USA verhängen Visa-Beschränkungen

Wegen Chinas Vorgehens gegen muslimische Minderheiten hat die Trump-Administration Visa-Beschränkungen für chinesische Regierungsvertreter erlassen und damit vor den Handelsgesprächen in dieser Woche den Druck auf Peking weiter erhöht. China seinerseits plant strengere Visa-Beschränkungen für US-Bürger, die von US-Geheimdiensten und Menschenrechtsgruppen beschäftigt oder gesponsert werden, berichtet Reuters. Dies habe mit Chinas Besorgnis zu tun, dass diese Personengruppen regierungsfeindliche Proteste in China und Hongkong anheizen könnten. Die Beziehungen verschlechtern sich zu einem Zeitpunkt, da sich die Weltwirtschaft aus IWF-Sicht wegen der Handelskriege in einem synchronisierten Abschwung befindet.

Ex-Draghi-Adlatus mahnt zur Ruhe

Angesichts des erbitterten Streits über die Geldpolitik der EZB, der die letzten Wochen von Mario Draghis Amtszeit überschattet, hat deren ehemaliger Chefökonom Peter Praet Ruhe und Zurückhaltung gefordert. Das am Freitag von ehemaligen Ratsmitgliedern - darunter Otmar Issing, Jürgen Stark, Klaus Liebscher und Nout Wellink - unterzeichnete Memorandum, in dem der Institution der Vorwurf der verbotenen monetären Staatsfinanzierung gemacht wird, sei “nicht hilfreich” am Ende von Draghis Mandat, so Praet. Er war bis Ende Mai als EZB-Volkswirt für die unkonventionellen Maßnahmen der Zentralbank mit verantwortlich. Die manchmal “nicht so gut gewählten Worte” der Kritiker spiegelten ein tiefes Unbehagen in der Zentralbankgemeinde wider, sagte er.

Handelshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte

Trotz der jüngsten Verschlechterung der Beziehungen zwischen China und den USA hat Zuversicht vor den Handelsgesprächen zwischen den beiden Seiten den Aktienmärkten Schub gegeben. China ist informierten Kreisen zufolge noch immer offen für ein Handelsabkommen mit den USA. Voraussetzung sei, dass Präsident Trump keine weiteren Zölle einführt. Der Stoxx Europe 600 stieg im Verlauf des Mittwochvormittags, angeführt von Industrie- und Konsumwerten. In Deutschland gewannen DWS nach einer Empfehlung bei JP Morgan. Der Hypoport-Kurs legte nach einer Heraufstufung bei Bankhaus Metzler zu.

Trump will bei Amtsenthebungsermittlungen nicht mitmachen

Präsident Donald Trump verweigert sich jeglicher Zusammenarbeit bei den von den Demokraten im US-Repräsentantenhaus betriebenen Impeachment-Ermittlungen. In einem Brief an Haus-Sprecherin Nancy Pelosi erklärte das Weiße Haus diese für verfassungswidrig und sagte, dass weder der Präsident noch seine Administration an ihnen teilnehmen würden. Mit den Ermittlungen werde “gegen die grundlegende Fairness und das verfassungsrechtlich vorgeschriebene ordentliche Verfahren” verstoßen. “Einfach ausgedrückt versuchen Sie, die Ergebnisse der Wahlen 2016 rückgängig zu machen und dem amerikanischen Volk den Präsidenten zu nehmen, den es frei gewählt hat”. Pelosi wies den Brief zurück und warf Trump Obstruktionvor.

Deutschland stürzt im WEF-Ranking ab

Deutschland ist in einem Ranking der 10 wettbewerbsfähigsten Länder der Welt abgestürzt. In der vom World Economic Forum erstellten Rangliste fiel Deutschland von Platz 3 im vergangenen Jahr auf Platz 7. Es hapert insbesondere bei Internetverbindungen über Glasfaserkabel (Platz 72) und bei mobilen Breitbandanschlüssen (Platz 58). Bei Innovationsfähigkeit - angemeldete Patente, wissenschaftliche Veröffentlichungen - sowie der makroökonomischen Stabilität belegt Deutschland hingegen den Spitzenplatz. Insgesamt konnte sich Singapur dieses Jahr vor die USA schieben, Hongkong schoss auf den dritten Rang empor, vor den Niederlanden, der Schweiz und Japan.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Katrin Haertel

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