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Dollar-Rally drück Euro wieder ins Minus

Die EZB ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Der Euro kann davon nicht profitieren.

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie treibt immer mehr Anleger in die Weltleitwährung Dollar. Während die US-Währung deutlich zulegt, fällt im Gegenzug der Euro um 1,7 Prozent unter die Marke von 1,08 Dollar.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, steigt um 0,9 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 102,112 Punkten. Damit summiert sich das Plus des Dollars in den vergangenen zehn Tage auf knapp acht Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit mehr als 27 Jahren. Allein in der laufenden Woche macht er bislang 3,4 Prozent gut und steuert auf den größten Wochengewinn seit Herbst 2008 zu.

In der vergangenen Nacht hatte die EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Staats- und Unternehmensanleihen geben. Das Programm werde beendet, sobald der EZB-Rat die Coronakrise für bewältigt halte, aber nicht vor Jahresende, hieß es weiter. Der Euro konnte nach der Entscheidung nur für kurze Zeit etwas zulegen.

Marktbeobachter sprachen am Morgen von einer breiten Dollar-Stärke, die andere wichtige Währungen im Gegenzug belastet habe. Neue Kursverluste gab es am Morgen auch beim britischen Pfund, nachdem die Währung am Vortag im Handel mit dem Dollar zeitweise den tiefsten Stand seit 1985 erreicht hatte.

Auch der australische Dollar stand unter Verkaufsdruck. Am frühen Morgen hatte die Notenbank des Landes den Leitzins im Kampf gegen die Folgen der Coronakrise erneut gesenkt und den Kauf von Anleihen angekündigt.