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EU plant offenbar Kehrtwende in der Impfstrategie: 1,8 Milliarden mRNA-Impfstoffe statt AstraZeneca und Johnson&Johnson

Josh Groeneveld
·Lesedauer: 2 Min.

Die EU plant offenbar, die im kommenden Jahr auslaufenden Verträge über Corona-Impfstoffe mit dem britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca sowie dem US-Hersteller Johnson&Johnson nicht zu verlängern. Das berichtet die italienische Zeitung "LaStampa" unter Berufung auf Informationen aus dem italienischen Gesundheitsministerium.

"Die EU-Kommission hat, im Einvernehmen mit vielen Regierungschefs aus EU-Ländern, entschieden, die Verträge mit Herstellern, die Vektorimpfstoffe herstellen, nach ihrem Ablauf nicht zu verlängern", schreibt "LaStampa". Stattdessen wolle sich die EU darauf konzentrieren, mRNA-Impfstoffe wie die von Biontech und Moderna, zu erwerben.

Peter Liese, CDU-Europaabgeordneter und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, bestätigte den Bericht nach Gesprächen mit der EU-Kommission in einem Statement. "Die Europäische Kommission wird in Zukunft keine Impfstoffe mehr von Johnson& Johnson und AstraZeneca kaufen, sondern bei der langfristigen Bekämpfung der Corona-Pandemie auf die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und CureVac setzen", sagte Liese. "Die Europäische Kommission will für die Jahre 2022 und 2023 900 Millionen mRNA-Impfstoffe kaufen und die Verträge mit anderen Impfstoffherstellern nicht verlängern."

Abkehr von AstraZeneca und Johnson&Johnson wäre Kehrtwende in der EU-Impfstrategie

Eine für die Impfstoffbeschaffung zuständige Sprecherin der EU-Kommission war nicht umgehend für eine Anfrage von Business Insider zu erreichen. Aus EU-Kreisen war am Mittwoch aber zu hören, die EU-Kommission hätte die Vertragsausstiege noch nicht fest beschlossen.

Am Nachmittag verkündete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dann, die EU plane tatsächlich, 2022 und 2023 jeweils 900 Millionen Impfstoffdosen der Herstellers Biontech/Pfizer zu kaufen. Biontech/Pfizer habe zudem versprochen, 50 Millionen Impfstoffdosen schon bis Ende Juni statt wie geplant Ende des Jahres an die EU zu liefern.

Kommt der Vertrag zustande und sollte der von "LaStampa" und Liese berichtete Schritt, die Verträge mit AstraZeneca und Johnson&Johnso nicht zu verlängern, vollzogen werden, wäre das eine Kehrtwende in der Impfstrategie der EU. Bei dieser waren die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson bisher zentrale Säulen, um möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus impfen zu können.

Nach anhaltenden Lieferproblemen und zuletzt bei beiden Impfstoffen auftretenden seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen, die zu vorübergehenden Impfstopps in Europa und den USA führten, scheint das Vertrauen der EU in die Vektorimpfstoffe jedoch nachhaltig beschädigt.