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EU und Großbritannien einigen sich auf Fischfangmengen

·Lesedauer: 2 Min.

BRÜSSEL/LONDON (dpa-AFX) - Nach zähen Verhandlungen haben sich die EU und Großbritannien auf Fangmengen für Fisch geeinigt. Konkret geht es darum, wie viele Tonnen Meeresfrüchte aus gemeinsam bewirtschafteten Beständen 2022 - auch aus der Nordsee - an Land gebracht werden dürfen, ohne die Überfischung zu verschärfen. Mit Blick auf ökologisch sinnvolle Grenzen kritisiert die Umweltorganisation Oceana etwa, dass bestimmte Fangmengen über den von Wissenschaftlern als nachhaltig empfohlenen Mengen liegen. Dazu zählten Hering westlich von Schottland, Wittling in der Irischen See oder Kabeljau in der Keltischen See südlich von Irland.

Über Fischfang wird in Europa häufig heftig und emotional diskutiert. Nach dem Brexit waren die Verhandlungen über Fischfangmengen in der EU umso komplizierter geworden. Im Rahmen des Austrittsvertrags vereinbarten beide Parteien, jährliche Gespräche zu führen, um Quoten und Fangmengen für das folgende Jahr festzulegen. Diese werden auf EU-Seite von der EU-Kommission geleitet.

Wie hoch die Fangmengen ausfallen, hängt unter anderem von internationalen Verpflichtungen, wissenschaftlichen Empfehlungen für ökologisch vertretbare Fangmengen und der wirtschaftlichen Situation von Fischern ab. Die EU-Länder müssen die Einigung noch förmlich billigen.

Über die für Deutschland vor allem relevanten Fangmengen für 2022 war bereits in Verhandlungen der EU mit Norwegen und dem Vereinigten Königreich entschieden worden. Vom Deutschen Fischereiverband gab es am Mittwoch Lob für die EU-Kommission: "Die Verhandlungsführer der EU verdienen Respekt, dass sie vor Jahresende überhaupt so weit gekommen sind und im Januar mit der Fischerei begonnen kann."

Es sei klar gewesen, dass es nach dem Brexit schwieriger werde. Nun befinde man sich zumindest auf dem Weg zu einer neuen Normalität. Dazu gehöre auch, dass die Briten "stets hart und trickreich" verhandelten. Auch Oceana lobte, dass das Abkommen Stabilität für 2022 biete und begrüßte es grundsätzlich.

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