Deutsche Märkte öffnen in 6 Stunden 48 Minuten

Immunbooster nur ein Mythos? Eine Ernährungsberaterin klärt auf

Eine Ernährungsberaterin verrät, weshalb das „Immunsystem zu boosten“ ein Mythos ist und wie man sich in der Erkältungs- und Grippezeit wirklich schützen kann. Foto: Getty

Besonders jetzt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie versuchen viele von uns besonders auf ihre Gesundheit zu achten. Wahrscheinlich hast du auch schon mal von Tricks gehört, wie du dein Immunsystem „boosten“ kannst. Aber laut Ernährungsberaterin Kathleen Alleaume ist diese Idee nicht wissenschaftlich korrekt und kann sogar gefährlich sein.

Kathleen verriet im Gespräch mit Yahoo Lifestyle die Gefahren, die damit verbunden sind, wenn man den Begriff „boosten“ im Zusammenhang mit seinem Immunsystem verwendet. „Es ist ein Mythos. Ich bin der Meinung, der Begriff ‘boosten’ ist zu allgemein.“

Die gesündesten Lebensmittel der Welt: So ernähren Sie sich richtig

„Ich bevorzuge das Wort ‘stärken‘. Denn wenn man an den Begriff ‚boost‘ im Zusammenhang mit dem Immunsystem verwendet, dann kann es passieren, dass man dem System eine Überdosis verpasst und das ist ganz und gar nicht gut.“

„Deshalb ist der Begriff ‚boost‘ wissenschaftlich nicht zulässig - außer im Zusammenhang mit einer Impfung.“

Sie fügte hinzu, dass die Vorstellung, man könne sein Immunsystem boosten, ein „Mythos“ ist - und zwar ein sehr weit verbreiteter.

Willst du dein Immunsystem allerdings stärken, dann kann dir Kathleen weiterhelfen, denn die Ernährung, dein Schlafrhythmus und dein Bewegungsprogramm spielen dabei eine sehr große Rolle

Kathleen empfiehlt, viele verschiedene Obst- und Gemüsesorten zu essen, um mehr Ballaststoffe über die Ernährung aufzunehmen. Diese unterstützen die Darmgesundheit und tragen so zur Stärkung deines Immunsystems bei. (Foto: Getty Images)

„Zu den Dingen, die wir kontrollieren können, zählt unser Lebensstil. Deshalb ist die Ernährung offensichtlich ein wesentlicher Punkt. Wenn wir also den Lebensstil allgemein betrachten, dann müssen wir darauf achten, eine ausgewogene Ernährung zu haben, genug Schlaf zu bekommen und uns ausreichend zu bewegen.“

Kathleen fügte hinzu, dass vielen Leuten nicht bewusst ist, dass es einen engen Zusammenhang zwischen unserem Immunsystem und unserer Darmgesundheit gibt.

„Wenn wir die Ernährung allgemein betrachten, dann geht es darum, eine ausgewogene Ernährung zu haben. Und wenn wir uns speziell mit dem Darm befassen: Der Darm spielt eine wichtige Rolle für unser Immunsystem und das liegt daran, dass technisch gesehen etwa 70 bis 80 Prozent unseres Immunsystems tatsächlich in unserem Darm liegen.“

„Und genau da liegt die Verbindung. Und die Wissenschaftler sind gerade dabei, das ganze Mikrobiom des Darms zu entwirren, bei dem es sich um eine Ansammlung von Bakterien in unserem Darm handelt. Und es gibt dort einen großen Zusammenhang, sodass der Zustand deines Darms einen Einfluss auf dein Immunsystem hat. Und noch einmal: Die Ernährung hat einen großen Einfluss darauf, womit wir diese Bakterien füttern.“

Kathleen erklärte, dass eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen für die Darmgesundheit und damit für die Stärkung des Immunsystems enorm wichtig ist.

Kathleen sagte: „Es gibt viele Dinge über die Verdauung hinaus, an denen unser Darm beteiligt ist und das Immunsystem ist ein großer Teil davon. Den größten Einfluss auf den Darm haben wir über unseren Lebensstil und unsere Ernährung.“ (Foto: Getty Images)

„Vor allem Ballaststoffe sind das Essen, das unsere Darmbakterien lieben. Wenn wir über unsere Darmbakterien sprechen, dann meinen wir Probiotika. Sie sind die Art von lebenden Bakterien, die sich im Darm befinden und wir wollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen guten und schlechten Bakterien erzielen.“

„Sie ernähren sich von etwas, das wir als Präbiotika einstufen und diese kann man vor allem in einer Vielzahl von Ballaststoffen finden. Vollkornprodukte und pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte sind es, die uns mit vielen Ballaststoffen versorgen.“

Auf die Frage, was der größte Mythos ist, den sie bisher über den Darm gehört hat, sagte Kathleen: „[Viele von uns] sehen unseren Darm nur als ein Organ an, das die Aufgabe hat, unser Essen zu verdauen. Aber wie wir jetzt in der Wissenschaft gelernt haben, verdaut unser Darm nicht nur unsere Nahrung. Er ist tatsächlich mit unserem Immunsystem verbunden, das wissen wir, und er ist auch mit unserem Gehirn verbunden.“

„Es gibt viele Dinge über die Verdauung hinaus, an denen unser Darm beteiligt ist - und das Immunsystem ist ein großer Teil davon. Aber den größten Einfluss auf unsere Darmgesundheit haben wir über unseren Lebensstil und unsere Ernährung.“

Kathleen hat noch eine Empfehlung, um unser Immunsystem gesund und stark zu halten: „Saisonal essen“ und eine Vielzahl von verschiedenfarbigen Obst- und Gemüsesorten sowie Vollkornprodukte zu essen.

Sie sagte: „Ich beginne derzeit mit Frühstück. Ich glaube, das Frühstück ist eine tolle Zeit des Tages, um wirklich viel Vollkorn und Ballaststoffe aufzunehmen. Aktuell liebe ich [Uncle Toby’s] Mischungen, weil sie zusätzlich zu den Haferflocken auch noch Präbiotika enthalten. Das ist einfach eine gute Möglichkeit, dem Verdauungssystem einen guten Start in den Tag zu ermöglichen.“

Kathleen teilte auch ein ballaststoffreiches Rezept für alle, die ein wenig Inspiration für ein gesundes Frühstück brauchen:

Vollkorn-Omelett mit Kurkuma und Kimchi

Kathleen teilte für diejenigen, die auf der Suche nach einem gesunden Frühstück sind, ein Rezept mit Yahoo Lifestyle. (Foto: Supplied)

Für 1 Portion

Vorbereitungszeit: 10 Minuten

Zubereitungszeit: 5-7 Minuten

Zutaten:

1 x 46g Packung UNCLE TOBYS Super Blends Prebiotic Fibre – Turmeric & Coconut

1/3 Tasse fettarme Milch

2 Freilandeier, leicht geschlagen

1/2 Zwiebel, fein gehackt

1/2 Tasse Babyspinat, grob gehackt

Salz und Pfeffer zum Abschmecken

1 TL Olivenöl

40g Kimchi

Zitronenspalte zum Garnieren

Zubereitung:

Gib die Haferflocken und die Milch in eine kleine Schüssel und lass die Haferflocken 5 Minuten darin einweichen. Stell sie beiseite.

Backofen auf 160°C Grillen vorheizen.

Erhitze eine kleine bis mittelgroße Bratpfanne bei mittlerer Hitze. Füge das Öl hinzu und dünste die Zwiebeln etwa 2 Minuten glasig. Nicht ausschalten.

Füge in der Zwischenzeit die verrührten Eier und den Spinat zum Haferflockenmix hinzu, vermenge alles vorsichtig und gib den Eier-Haferflockenmix dann in die Pfanne. Würze das Ganze mit Salz und Pfeffer. Verwende eine Gabel, um die Zutaten gleichmäßig in der Eimischung zu verteilen und brate sie für 2 Minuten, bis die Eier fast fertig sind.

Stelle die Pfanne dann in den vorgeheizten Backofen, bis das Omelett goldbraun und in der Mitte durch ist.

Nimm die Pfanne heraus und gib das Omelett vorsichtig auf einen Teller. Leg das Kimchi auf die Mitte des Omeletts und klappe vorsichtig eine Seite um. Serviere es mit der Zitronenspalte.

Nährwert pro Portion: 1610 kJ; 21 g Eiweiß; 16 g Fett (4,6 g gesättigtes Fett); 33 g Kohlenhydrate (12 g Gesamtzucker); 9 g Ballaststoffe; 437 g Natrium.

Gesundheit: Was ein Monat ohne Alkohol mit deinem Körper macht