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Entlassungen bei Rocket Internet: Fonds streicht Junior-Positionen

Oliver Samwer setzt beim eigenen Team den Rotstift an - Copyright: Gründerszene
Oliver Samwer setzt beim eigenen Team den Rotstift an - Copyright: Gründerszene

Große Tech-Firmen wie Klarna und Gorillas haben bereits Teile ihres Teams entlassen, als Reaktion auf das schlechter werdende Investmentklima. Nun ist die schlechte Stimmung in der Startupszene auch auf Investorenseite angekommen: Nach Informationen von Gründerszene hat der bekannte Rocket-Fonds Global Founders Capital selbst mehrere Personen entlassen. Das berichtet auch das Branchenportal Finance Forward. Rocket Internet selbst wollte eine entsprechende Gründerszene-Anfrage nicht kommentieren.

Wie Gründerszene erfahren hat, soll es sich bei den entlassenen Angestellten vor allem um juniorige Mitarbeiter aus dem Investmentteam handeln. Dies berichtet eine Quelle aus dem näheren Unternehmensumfeld. Rocket-Chef Oliver Samwer wolle die Organisationsstruktur umbauen und in Zukunft mehr auf erfahrene Investmentmanager setzen, heißt es. Intern sollen die Entlassungen bislang noch nicht offiziell verkündet worden sein.

Rocket-Gründer Samwer verschickte bereits im April eine warnende E-Mail an seine Portfoliofirmen: Diese sollten angesichts der wirtschaftlichen Lage notwendige „Maßnahmen nicht verzögern“, sonst drohe ihnen die Pleite.

Aktuell knapp 100 Angestellte bei GFC

Inflation, steigende Zinsen, der Ukraine-Krieg und die Lieferketten-Probleme – nach einer langen Hochphase, getrieben durch die Auswirkungen der Pandemie, sind Investoren nun zurückhaltender geworden. Statt schnellen Wachstumsplänen steht jetzt die Frage im Fokus, wie der Weg von Startups in die Profitabilität gelingen kann.

Schließt ein Investor wie GFC in den kommenden Monaten weniger Deals ab, benötigt er auch nur ein weniger großes Analysten-Team – so könnte die Logik des Rocket-Gründers Samwer hinter der Entscheidung lauten, Teile seines Teams zu entlassen.

Laut Linkedin sind bei GFC bis dato knapp hundert Personen beschäftigt, eine verhältnismäßig große Zahl für einen VC. Finance Forward zufolge sollen mehr als ein Drittel der GFC-Angestellten von den Entlassungen betroffen sein. Beim Frühphaseninvestor von Rocket, Flash Ventures, seien es hingegen rund die Hälfte der Mitarbeiter. Bei Linkedin geben aktuell knapp 40 Personen Flash als Arbeitgeber an.

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