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Die dreistesten Mogelpackungen des Jahres 2021

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 14 Min.

Bei vielen Produkten im Lebensmittelhandel wurde in 2021 kräftig an der Preisschraube gedreht. Damit das möglichst unbemerkt bleibt, greifen die Hersteller oft tief in die Trickkiste. Die unverschämtesten Beispiele haben wir für Sie im Rückblick.

Bei vielen Produkten wurden in 2021 kräftig die Preise erhöht. (Bild: Getty Images)
Bei vielen Produkten wurden in 2021 kräftig die Preise erhöht. (Bild: Getty Images)

Bei Preiserhöhungen von 50 Prozent oder mehr, kann manchem Kunden schon einmal schwindlig werden. Damit das nicht passiert oder Verbraucher gar zu einem anderen, günstigeren Produkt greifen, arbeiten Hersteller mit vielen ausgeklügelten Tricks.

Da werden Käsescheiben einfach mal dünner geschnitten, Schokoriegel "erleichtert" oder Spülmittel mit Wasser gestreckt. Auch mit künstlich aufgepumpten Verpackungen oder undurchsichtigen Rechenbeispielen wird versucht, Verwirrung zu stiften, damit Preiserhöhungen nicht auffallen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat ein Auge auf das Treiben von Herstellern und Handel. Seit fast schon zwei Jahrzehnten machen die Hamburger regelmäßig auf versteckte Preiserhöhungen aufmerksam und führen die sogenannte Mogelpackungsliste. Besonders dreiste Vergehen werden mit dem Titel Mogelpackung des Monats abgestraft.

Verbraucher stimmen ab

Über die dreistesten Preiserhöhungen eines Jahres dürfen dann die Verbraucher*innen abstimmen und die Mogelpackung des Jahres wählen. Ende Januar 2021 stand die Mogelpackung des Jahres 2020 fest. 21.409 Stimmen kamen bei der zurückliegenden Online-Wahl zusammen.

Das Ergebnis war eindeutig. 54,5 Prozent der Stimmen gingen an das Frucht Müsli von Seitenbacher. Grund: "Seitenbacher hatte die Füllmenge der betroffenen Müsli-Packung von 1000 auf 750 Gramm geschrumpft. Gleichzeitig stieg der Preis pro Tüte im Einzelhandel, sodass das Müsli um 75 Prozent teurer wurde. Der Hersteller behauptete gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg, mit dem Frucht Müsli ein neues Produkt eingeführt zu haben. Doch die Zutatenliste der Frühstücksflocken war quasi identisch mit der des günstigeren Vorgängerprodukts Vollkorn-Früchte-Müsli", so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Um die Schummelei zu erklären, drehten die Hamburger Verbraucherschützer ein Video, in dem sie es sich nicht nehmen ließen, Seitenbacher ordentlich auf die Schippe zu nehmen:

Übrigens: Das besagte Frucht Müsli verschwand daraufhin wieder aus den Supermarktregalen.

Der März "spülte" die erste Mogelpackung des Monats auf die Liste

"Willst du viel, spül nicht mit Pril!", riet die Verbraucherzentrale Hamburg im März. Grund war eine Füllmengenreduzierung bei mehreren Sorten der Marke. Für bis zu 75 Milliliter weniger in der Flasche sollten Kund*innen im Handel weitestgehend den gleichen Preis und damit 11 Prozent mehr bezahlen. Betroffen waren mehrere Sorten wie zum Beispiel Pril Original, Pril Kraft-Gel, Pril Pro Nature Sensitive und Pril Sensitive Aloe Vera.

Auf Nachfrage der Verbraucherschützer beim Hersteller Henkel, verwies der in einer Stellungnahme "im Rahmen eines Relaunches" auf eine "Formelanpassung". Fett und starke Verschmutzungen würden jetzt noch effizienter bekämpft.

Alt und neu im Vergleich. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Alt und neu im Vergleich. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

"Wir hören Argumente wie diese immer wieder. Schaut man auf die alte Pril-Verpackung, so wirbt Henkel auch dort schon damit, dass das Geschirrspülmittel 'sehr ergiebig' sei und sowohl Stärkereste als auch Eingebranntes entferne. Selbst an der 'höchsten Fettlösekraft' hat sich – zumindest verbal – nichts geändert", so die Verbraucherzentrale.

Übrigens ist Pril ein alter Bekannter auf der Mogelpackungsliste. In 2012 habe Henkel das Kraft Gel "verdünnt", statt 2 Milliliter sollten Verbraucher 3 Milliliter pro 5 Liter Wasser verwenden, so die Verbraucherschützer. In 2014 sei dann die Füllmenge von 600 Milliliter auf 500 Milliliter reduziert worden.

Im April soll eine Gratisaktion von einer Preiserhöhung ablenken

Im April ging der Titel Mogelpackung des Monats an Nivea. Bei den Pflegeprodukten der Marke wurde kräftig an der Preisschraube gedreht. Damit die stolze Preiserhöhung von 33 Prozent bei dem Artikel Nivea Hand Creme Intensiv Pflege nicht auffällt, wurde gleich mit mehreren Tricks gearbeitet, teilte die Verbraucherzentrale damals mit. Zum einen wurde die Füllmenge von 100 Milliliter auf 75 Milliliter geschrumpft.

Zum anderen seien Änderungen am Produkt vorgenommen wurden, die offensichtlich über den Preisanstieg hinwegtäuschen sollen, kritisierten die Verbraucherschützer. Die Creme werde nun in eine veränderte Kopfsteher-Tube abgefüllt und plötzlich als vegan beworben – obwohl sich nichts an der Rezeptur vgeändert habe.

Preiserhöhung bei Nivea., (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Preiserhöhung bei Nivea. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Als besonders dreist bezeichnete die Verbraucherzentrale aber eine Werbeaktion, die mit der Preiserhöhung einhergeht: "Nahezu zeitgleich wirbt Nivea im Rahmen von Sonderaktionen mit 100-Milliliter-Tuben und dem Zusatz ,'+33% gratis' um neue Käufer für seine Handcreme. Gratis gibt es hier gar nichts, finden wir. Schließlich betrug die alte Füllmenge der Tube vor nicht allzu langer Zeit noch standardmäßig 100 Milliliter. Das ist wirklich dreist!"

Die Preiserhöhung begründete der Hersteller Beiersdorf damit, dass im Rahmen eines Relaunches die Formel und die Verpackung geändert worden seien, wodurch sich eine höhere Kalkulation ergeben habe.

Der Mai brachte bis zu 25 Prozent Preiserhöhungen bei Süßem und Salzigem

Im Frühjahr holte der Lebensmittelkonzern Nestlé zu einem Rundumschlag aus und reduzierte die Füllmengen zahlreicher Süßigkeiten. Das hatte es so in der Geschichte der Mogelpackungsliste noch nicht gegeben, erklärte die Verbraucherzentrale: "Das hatten wir noch nie… Unsere Mogelpackung des Monats ist nicht nur ein Produkt, sondern das 'halbe' Süßwarensortiment von Nestlé."

Betroffen von der versteckten Preiserhöhung waren sechs Produkte der Marken Kitkat, Smarties und Lion. Am schlimmsten traf es Kitkat. In dem Sammelpack stecken nun noch vier statt zuvor fünf Riegel. "Im Handel kostet die Packung trotzdem meist weiterhin 1,99 Euro. Dadurch werden die Schokoriegel um 25 Prozent teurer", so die Verbraucherzentrale Hamburg. Auch bei Kitkat Minis schrumpfte der Inhalt. Im neuen Beutel sind nur noch 13 Packungen (217 Gramm) statt 15 Packungen (250 Gramm) für 2,99 Euro zu finden. Das entspricht einem Preisanstieg von rund 15 Prozent.

Preis-Rundumschlag bei Süßigkeiten von Nestlé. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Preis-Rundumschlag bei Süßigkeiten von Nestlé. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Auch bei den Marken Lion und Smarties waren sowohl die Sammelpacks als auch die Beutel mit den Minis betroffen – die Preisanstiege betrugen bis zu 15,4 Prozent.

Auf Nachfrage erklärte Nestlé die Preisanstiege mit höheren Produktionskosten: "(…) Mit dieser Anpassung reagieren wir auf gestiegene Kosten in den letzten Jahren. Beispielsweise investieren wir in unsere Produktionsanlagen – etwa um die Waffelqualität bei KitKat weiter zu erhöhen. Außerdem haben wir auch kontinuierlich Kosten durch Initiativen und Kooperationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, beispielsweise im Kakaoanbau (…)"

Chips kosten 29 Prozent mehr

Auch Fans von Chips mussten im Mai stark sein. Zwei Sorten Knabbereien der Marke funny-frisch wurden bis zu 29 Prozent teurer. Die Packungen und die Preise der Produkte Erdnuss Flippies und BIG Erdnuss Flippies blieben gleich, aber beim Inhalt fehlten fortan 50 Gramm.

Juni: Kochsaucen von Homann wurden 88 Prozent teurer

Im Juni fiel es den Verbraucherschützern wieder einmal nicht schwer, den Titel Mogelpackung des Monats zu vergeben. Der ging an Homann. Der zur Unternehmensgruppe Theo Müller (Müllermilch) gehörende Hersteller hatte auf seinen Gläsern mit Kochsauce angekündigt, dass sich etwas an den Produkten ändern werde. "Bald im neuen Design. Unverändert lecker", hieß es da.

"Doch was in der Ankündigung so nett klang, war nur die halbe Wahrheit...", erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg. Die fand nämlich heraus, dass sich nicht nur das Design geändert hatte und das Sortiment um drei Sorten erweitert wurde, sondern, dass auch der Inhalt der Saucen-Gläser ganz erheblich geschrumpft wurde. Statt 500 Milliliter gibt’s bei den neuen Varianten nur noch 400 Milliliter. Zusätzlich stiegen die Verkaufspreise im Handel. Verbraucher zahlen nun bis zu 88 Prozent mehr.

Die Saucen gibt es seitdem in sechs Sorten, teilweise wurden sie politisch korrekt umbenannt. Aus den alten Zigeuner Sauce wurden eine Paprika Sauce Balkan Art und eine Scharfe Paprika Sauce. Die Jäger Sauce heißt jetzt Champignon Sauce. Neu im Sortiment sind Curry Sauce, Pfefferrahm Sauce und Tomatenrahm Sauce.

Deftiger Preiserhöhung bei Saucen von Homann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Deftige Preiserhöhung bei Saucen von Homann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Zudem kritisierten die Verbraucherschützer, dass die neuen Saucen nun rund 30 Prozent mehr Zucker enthalten, konnten der Zutatenliste aber auch etwas Gutes abgewinnen: "Vermutlich wurde auch der Wasserzusatz ein wenig reduziert (das ist gut) und statt 34 Prozent Tomatenpüree stehen nun 43 Prozent Tomatenmark auf der Zutatenliste." Aber: "Unterm Strich ist die Sauce um 30 Prozent kalorienreicher. Viele waren nicht begeistert von dieser neuen Zuckerfalle."

Für eine Stellungnahme gegenüber der Verbraucherzentrale war Homann nicht bereit, Fragen würden nur im "direkten Dialog mit unseren Endverbrauchern" beantwortet, so das Unternehmen.

Kräftiger Preisaufschlag für Knäckebrot im Juli

Nicht weniger drin bei gleichem Preis, sondern eine normale Preiserhöhung bei Wasa war im Juli ein Aufreger für die Verbraucherzentrale Hamburg. Grund: Das Unternehmen mit Sitz in Schweden hat den Preis für sein Knäckebrot wirklich gewaltig erhöht. Verbraucher*innen zahlen nun bis zu 70 Prozent mehr. Statt ehemals 99 Cent sind nun meist 1,59 Euro oder auch 1,69 Euro pro Packung fällig.

Im Paket stecken nach wie vor 230 Gramm Inhalt. Auch die Zutatenliste sowie die Nährwerttabelle haben sich laut der Verbraucherzentrale nicht geändert. Das Produkt wurde lediglich "umpositioniert". Die Verpackung bekam einen neuen Anstrich und aus dem Namen Wasa Mjölk wurde Wasa Milch & Joghurt.

"Nur ein neuer Name! Und dafür werden die Verbraucher aber so richtig zur Kasse gebeten… Wasa, das kann doch nicht Euer Ernst sein?", vermeldete die Verbraucherzentrale Hamburg auf Facebook.

Keine Sommerpause bei Preiserhöhungen

Im August wurde bei der Verbraucherzentrale wegen der Sommerpause keine Mogelpackung des Monats gewählt, trotzdem kamen etliche Produkte auf der Mogelpackungsliste hinzu.

Die Flaschen im Kasten Gerolsteiner Plus Zitrone wurden von PET auf Glas umgestellt. Die Füllmenge der Flaschen beträgt nach wie vor 0,75 Liter. Der alte Kasten war zum Preis von 6,69 Euro zu haben. Der neue Kasten ist mit 6,49 günstiger. Allerdings stecken in dem auch nur noch sechs statt 12 Flaschen.

Im neuen Kasten sind nur noch sechs Flaschen. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Im neuen Kasten sind nur noch sechs Flaschen. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Damit zahlen Verbraucher nun fast das Doppelte für Gerolsteiner Zitrone Plus, das Getränk ist um 94 teurer geworden.

Die Preiserhöhung bei BEBA zu erkennen, war schwieriger: BEBA Kindermilch Junior 1+ von Nestlé gibt’s in einer neuen Dose. Die neue und die alte Dose enthalten jeweils 800 Gramm Füllmenge, der Preis liegt nach wie vor bei 12,95 Euro. Dennoch zahlen Kunden nun 44 Prozent mehr als zuvor. Wie ist das möglich?

Ein Blick aufs Kleingedruckte brachte Klarheit. Die Dosierungsempfehlungen wurden geändert: Mit dem "alten" Produkt konnten 8,3 Liter fertiges Getränk gemischt werden, bei der neuen Variante sind es nur noch 5,8 Liter.

Seifen, Soßen und Süßes

Teurer sind seit Sommer auch die Seifen Fa Vitalizing Aqua und Fa Refreshing Lemon der Henkel AG. Die Faltschachteln enthalten nun nur noch 90 Gramm statt wie vorher 100 Gramm Seife. Der Preis der beiden Produkte blieb dabei nicht gleich, sondern wurde sogar um 10 Cent auf 45 Cent erhöht. Das macht unter dem Strich eine Preiserhöhung von 43 Prozent.

Knapp 40 Prozent mehr zahlen Kunden seit Mitte des Jahres für Soßen von Knorr fix. In Tüten mit Knorr fix Lasagne stecken nur noch zwei statt vorher drei Portionen. Der Inhalt wurde von 60 Gramm Pulver auf 43 Gramm reduziert. Bei gleichem Preis von 99 Cent je Tüte zahlen Verbraucher nun 39,5 Prozent mehr. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass auch andere Sorten von der Füllmengenreduzierung betroffen sind.

Und nochmal Süßes: Auf den ersten Blick waren die Milky Way Crispy Rolls des Herstellers Mars Deutschland im August günstiger geworden. Sie kosten seitdem 1,79 Euro statt wie vorher 1,89 Euro. Doch in Wahrheit steckte dahinter eine saftige Preiserhöhung. Wie das geht? Die Packungen enthalten nun eine Crispy Roll weniger und obendrein ist das Gewicht der einzelnen Röllchen von 25 Gramm auf 22,5 Gramm geschrumpft. Zusammengenommen ergibt sich so eine Preiserhöhung von 26,3 Prozent.

Die Stellungnahmen der Hersteller zu den einzelnen Preiserhöhungen finden Sie hier bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

M&Ms sind die Mogelpackung des Monats September

Im September 2021 ging der unrühmliche Titel Mogelpackung des Monats an M&M's von Mars.

Der Konzern hat die Füllmengen der Sorten M&M's Chocolate, M&M's Peanut und M&M's Crispy reduziert. Damit sind die Süßigkeiten nun um bis zu 14 Prozent teurer. Dass der Hersteller tricksen will, da waren sich die Verbraucherschützer sicher: "Wie geschickt Mars Kundinnen und Kunden hinters Licht führen will, zeigt sich an dem roten Banner, das auf die neue Packung gedruckt ist. Dort steht in großen Buchstaben 'LARGE', obwohl jetzt weniger M&M's in die gleiche Packung gefüllt werden. Das dürfte wohl kein Zufall sein..."

Gebäck von Griesson – de Beukelaer – "so dreist hat selten ein Hersteller getrickst"

Versteckte Preiserhöhung plus Umweltsünde – das fand die Verbraucherzentrale im Oktober besonders dreist und machte unter der Überschrift "Da hat wohl jemand einen an der Waffel!" auf ihrer Internetseite auf den Fall aufmerksam.

Grund für die Empörung war die versteckte Preiserhöhung der Wurzener Waffelblättchen. Die beiden Sorten Extra Milchschokolade und Zartbitter werden nun in einer neuen Verpackung angeboten. Die ist fast doppelt so groß wie das Vorgängerexemplar, der Inhalt hat sich aber so gut wie nicht verändert. Gleichzeitig wurde der Preis für das Gebäck von 99 Cent auf 1,29 Euro erhöht, somit zahlen Verbraucher*innen seitdem 27 Prozent mehr für die Ware.

Die Plätzchen wurden in der neuen Packung auf zwei Frischepacks verteilt. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Die Plätzchen wurden in der neuen Packung auf zwei Frischepacks verteilt. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Die Waffeln stecken nun in zwei Frischepacks, statt wie vorher in einem. Damit sie den doppelten Platz ausfüllen, wurde die Verpackung in der Höhe reduziert, so dass die Plätzchen – die vorher aufrecht standen – nun schräg in der Packung liegen.

Griesson – de Beukelaer habe eine Stellungnahme dazu auch nach mehrfacher Anfrage bis heute verweigert. "Fakt ist, mit dieser neuen Verpackung produziert der Hersteller unnötigerweise deutlich mehr Verpackungsmüll. Nicht nur, dass die Waffeln jetzt auf zwei Papptrays verteilt werden müssen, vorher war es ein Tray. Auch die Umverpackung selbst ist ja um einiges größer geworden und zusätzliche Plastikfolie kommt noch oben drauf. Diese Trickserei ist eine Umweltsünde! Aber egal, Hauptsache das 'Waffelgeschäft' lohnt sicher wieder...", so die Verbraucherzentrale.

Die Marke Knorr taucht im Dezember zum zweiten Mal auf

Nachdem die Knorr fix-Soßen im Sommer mit einer Preiserhöhung von knapp 40 Prozent von sich Reden gemacht hatten, fällt die Marke im Dezember 2021 der Verbraucherzentrale ein weiteres Mal unangenehm auf – und kassiertet prompt den Negativ-Preis Mogelpackung des Monats Dezember.

Grund: Der Lebensmittelhersteller Unilever führte für seine Soßen der Marke Knorr die neuen Begriffe Grundsoßen und Soßenvarianten ein.

Was dahinter steckt, versuchte die Verbraucherzentrale Hamburg rauszufinden und kam – natürlich nicht ganz ernst gemeint – zu dem Schluss, dass es sich um einen Zaubertrick handeln muss: "Ist Knorr unter die Zauberschüler gegangen? Das fragen wir uns – denn aus ehemals drei Soßen in der Packung sind bei vielen Sorten auf einmal zwei geworden. Nur der Preis wurde nicht verzaubert: Bei manchen Sorten kosten zwei genauso viel wie vorher drei."

Unterm Strich sind nun alle Produkte die unter dem Begriff Soßenvarianten verkauft werden bis zu 50 Prozent teurer.

Statt drei Soßen stecken nur noch zwei im Pack. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Statt drei Soßen stecken nur noch zwei im Pack. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Dazu gehören beispielsweise die Pfeffer Soße, Kräuter Soße, Jäger Soße, Rahm Soße und auch die Tomaten Soße. An der Zusammensetzung und der Rezeptur habe sich aber nichts geändert, so die Verbraucherschützer.

Unilever erklärte auf Nachfrage, dass die Umstellung von 3er- auf 2er-Packs im Zuge einer neuen Strukturierung "auf veränderte Konsumentenwünsche eingeht" und diese werde durch eine Modernisierung des Designs begleitet.

Bei der Verbraucherzentrale sorgte diese Antwort für Kopfschütteln: "Warum man sich wünschen sollte, dass ein lang haltbares Fertigsoßenpulver lieber in 2er- als in 3er-Packs verkauft werden sollte, erschließt sich uns nicht ganz. Wir haben auf jeden Fall jede Menge Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern erhalten, die sich hinters Licht geführt fühlen und lieber weiterhin 3er-Packs kaufen würden."

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

Im Video: Mogelpackungen des Jahres 2020 - Diese Produkte sind betroffen

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