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Gespräche zu Konjunkturpaket dauern an, Arbeitslosigkeit steigt

David Verbeek

(Bloomberg) -- Die Coronakrise treibt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf ein Mehr-Jahres-Hoch, die Koalition diskutiert weiter über ein neues Konjunkturpaket, und die Regierung will die Reisewarnung für viele europäische Länder Mitte Juni aufheben.

Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 238.000 auf 2,875 Millionen gestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitlosenquote stieg auf 6,3 Prozent, den höchsten Wert seit 2015.

“Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin stark unter Druck”, sagte Detlef Scheele, der Vorstandsvorsitzender der Agentur, auf einer Pressekonferenz in Nürnberg. Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung könnte die Zahl im Jahresverlauf noch über die Drei-Millionen-Marke steigen.

Derweil gehen in Berlin die Verhandlungen der Koalitionsparteien um ein zweites Corona-Konjunkturpaket weiter. Am Dienstag waren die Gespräche nach neun Stunden ohne Einigung unterbrochen worden. Die SPD verlangt höhere Ausgaben und einen Fokus auf Arbeitnehmer und Familien, während die CDU die Schuldenaufnahme begrenzen und Investitionen fördern will. Insgesamt liegen aus den Ministerien mehr als 60 Seiten mit Vorschlägen vor, die ein Gesamtvolumen von über 100 Milliarden Euro haben, berichtete eine informierte Person.

Er sei zuversichtlich, dass der Koalition “ein gutes, ein großes Paket gelingt, was den Grundstein dafür legt, dass unser Land gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgeht”, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Die Krise sei eine Chance, das Land “digitaler, sozialer und auch ökologischer” zu machen.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 285 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet.

Damit stieg der Wert gegenüber dem Vortag, als er auf ein Zwei-Wochen-Tief zurückgegangen war, er liegt aber weiterhin deutlich unter den Zahlen zum Höhepunkt der Pandemie Ende März, als an manchen Tagen knapp 7.000 Fälle registriert wurden.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland insgesamt 183.879 Personen mit dem Virus angesteckt. Deutschland liegt damit an neunter Stelle weltweit.

Weitere 8 Menschen sind in der Bundesrepublik zuletzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben, Es handelt sich um den niedrigsten Wert seit dem 6. Mai. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 8.563.

Laut Robert Koch Institut am Dienstagabend lag die Reproduktionszahl R0 zuletzt bei 0,89. Am Vortag hatte der Wert 1,20 erreicht. Der Sieben-Tage-R-Wert, der Schwankungen ausgleicht, wurde mit 0,87 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Arbeitslosendaten, Heil)

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