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Dax schließt knapp unter dem Rekordhoch – Anleger investieren rekordverdächtig hohe Summen

Röder, Jürgen
·Lesedauer: 6 Min.

Die derzeitige Ausgangslage an den Märkten ist extrem positiv. Weiter steigende Kurse dürften aber viele heimische Anlegerprofis unter Druck setzen.

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht. Foto: dpa
Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht. Foto: dpa

Der deutsche Leitindex hat sich mit Beginn der neuen Börsenwoche wieder seinem Rekordhoch genähert. Der Dax hielt sich während des gesamten Handelstages in der Gewinnzone und schloss letztlich 0,42 Prozent höher bei 14.109 Punkten. Damit ist er nicht mehr weit von seinem Rekordhoch mit 14.169 Zählern entfernt, erreicht am Montag vor einer Woche.

Eine neue Bestmarke glückte dem Index der zweiten Reihe. Der MDax der mittelgroßen Werte am deutschen Aktienmarkt erreichte am Montag einen neuen Höchststand bei 32.747 Punkten.

„Grundsätzlich ist die Ausgangslage an den Aktienmärkten derzeit so bullisch wie selten zuvor“, meint Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment. „Ohne einen wichtigen Grund wird es keinen Ausverkauf geben.“

Schon zum Handelsauftakt überwand die Frankfurter Benchmark einen kurzfristigen Widerstand. Von Dienstag bis Freitag in der vergangenen Woche bildeten sich vier fast deckungsgleiche Tageshochs zwischen 14.051 und 14.063 Zählern. Dieser Bereich ist nun zu einer kurzfristigen Unterstützungsmarke geworden.

Auch die Vorgaben aus Asien waren erfreulich. Der japanische Nikkei-Index schloss erstmals seit 1990 wieder über 30.000 Punkten. In China und Hongkong wurde aufgrund des Mond-Neujahr-Festes nicht gehandelt.

Die Indikatoren lassen darauf schließen, dass es am deutschen Markt bald zu einem Short Squeeze kommen könnte. Das passiert, wenn die große Mehrheit der Anleger mit ihren Erwartungen falsch liegt und plötzlich unter Kaufdruck gerät, was die Kurse dann schnell nach oben schießen lässt.

Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Heimische Anlageprofis haben seit dem Rekordhoch am vergangenen Montag Gewinne mitgenommen. Sie warten nicht nur auf günstige Einstiegskurse, sondern die große Mehrheit hat Put-Produkte gekauft, um zusätzlich von fallenden Kursen zu profitieren. Diese Produkte steigen im Wert, wenn die Kurse nachgeben – und umgekehrt.

Spätestens mit einem neuen Rekordhoch beim Dax kommen diese Anleger ins Grübeln. Sie werden ihre Markterwartung unter Umständen überdenken – und womöglich ihre Short-Produkte verkaufen, damit die Verluste nicht ausufern. Das wiederum würde die Kurse treiben. Dieser Kurssprung dürfte allerdings nicht extrem hoch ausfallen, weil die meisten Akteure erst oberhalb von 14.000 Zählern auf fallende Kurse gesetzt haben, der Verlust derzeit noch nicht dramatisch hoch sein dürfte.

Bulle/Bär-Indikator nähert sich wichtiger Marke

Dass der Dax in der vergangenen Woche trotz der Verkäufe heimischer Profianleger nicht deutlich abgerutscht ist, liegt vermutlich am Engagement internationaler Investoren. Globale Aktienfonds haben in der vergangenen Woche von einem wohl noch nie da gewesenen Kapitalzufluss der Investoren in Höhe von 58,1 Milliarden Dollar profitiert. Der größte Teil ging an US-Fonds, aber auch in die europäischen Märkte dürften Milliarden von Dollar geflossen sein.

Mittlerweile ist der Bulle/Bär-Indikator der Bank of America weiter angestiegen und steht mit einem Wert von 7,7 knapp unter der wichtigen Marke von 8,0, die ein Verkaufssignal auslöst. Laut einem Bericht des Nachrichtendienstes Bloomberg soll es in den vergangenen 20 Jahren zwölf solcher Verkaufssignale gegeben haben, danach gaben die Märkte in den folgenden drei Monaten durchschnittlich neun Prozent nach.

Blick auf die Einzelwerte

Eon: Ein positiver Analystenkommentar ließ die Aktie des Versorgers um rund ein Prozent steigen. Die Experten der Berenberg Bank haben die Titel auf „buy“ von „hold“ hochgestuft.

Klöckner & Co: Die angehobenen Quartalsziele haben weitere Anleger zum Einstieg beim Stahlhändler ermutert. Die Aktien stiegen um 3,6 Prozent, in der Spitze gar um knapp sieben Prozent. Bereits in den vergangenen drei Monaten hat das Papier die Hälfte an Wert gewonnen

Lanxess: Die Übernahme der US-Firma Emerald Kalama durch Lanxess kommt bei Anlegern gut an. Die Aktien des Chemiekonzerns legten um 4,5 Prozent zu. „Die zweitbeste Akquisition nach dem geplatzten Kauf der Spezialchemie-Sparte von Lonza“, sagt ein Börsianer. Der Preis von einer Milliarde Dollar für Emerald Kalama sei aber kein Schnäppchen.

1 & 1 Drillisch: Die Aktien kletterten um 6,5 Prozent und mit 23 Euro auf den höchsten Stand seit September des vergangenen Jahres. Die United-Internet-Tochter hat ein verbessertes National-Roaming-Angebot von Telefónica Deutschland angenommen.

Wann steigt Bitcoin über 50.000 Dollar?

Die Marke von 50.000 Dollar ist für den Bitcoin bislang eine zu hohe Hürde. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise liegt am Montagabend bei 48.600 Dollar. Das Rekordhoch liegt den Daten des Analysehauses Coinmarketcap zufolge bei 49.488 Punkten.

Der Sprung über die 50.000 Dollar sei aber nur eine Frage der Zeit, sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. „Nach Tesla und Mastercard interessiert sich mit Morgan Stanley ein weiteres, angesehenes Großunternehmen für die Kryptowährung.“ Die US-Investmentbank denkt einem Medienbericht zufolge über Engagements in Bitcoin nach.

Industriemetalle sind gefragt

Der Preis für Kupfer hat an den Finanzmärkten einen mehrjährigen Höchststand erreicht. Am Montag stieg der Preis für eine Tonne des Industriemetalls an der Rohstoffbörse LME in London bis auf 8406 Dollar. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2012. Kupfer gilt aufgrund seiner umfänglichen Verwendung in der Industrie als Konjunkturbarometer. Allerdings dürfte diese Signalfunktion durch die Corona-Pandemie etwas verzerrt sein.

Am Kupfermarkt herrscht schon seit längerem ein Angebotsengpass. Ein Grund besteht darin, dass viele Kupferminen ihre Förderung wegen der Coronakrise eingeschränkt haben. Zugleich bleibt die Nachfrage gerade aus dem rohstoffhungrigen China groß.

Beflügelt wird der Kupferpreis zudem durch die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung infolge zunehmender Corona-Impfungen. Auch der zuletzt schwächere US-Dollar sorgt für eine rege Nachfrage. Kupfer wird in der amerikanischen Währung gehandelt. Ein fallender Dollarkurs führt daher oft zu einer steigenden Kupfernachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums.

Rendite der Bundesanleihen steigt

In der Hoffnung auf einen Wirtschaftsaufschwung ziehen sich immer mehr Anleger aus „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen zurück. Dies treibt die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Fünfeinhalbmonatshoch von minus 0,384 Prozent. Die 30-jährigen Papiere rentieren mit bis zu plus 0,134 Prozent so hoch wie zuletzt vor etwa acht Monaten.

In der Hoffnung auf einen raschen Ausstieg aus dem Lockdown in Großbritannien decken sich weitere Anleger mit Pfund Sterling ein. Die britische Währung steigt auf ein Dreijahreshoch von 1,3909 Dollar. Zur europäischen Gemeinschaftswährung erreicht sie mit 1,1461 Euro ein Neuneinhalbmonatshoch.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Für die Charttechniker der Bank HSBC liegt das nächste Ziel auf der Oberseite oberhalb des Rekordhochs bei rund 14.300 Punkten.

Unterhalb der kurzfristigen Unterstützung im Bereich zwischen 14.051 und 14.063 Zählern ist immer noch die Aufwärtskurslücke von Anfang Februar offen. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Sie sind quasi eine Neubewertung des Markts, weil es zwischen der Lücke keinen Handel gab.

Diese Lücke in Zahlen: Am Montag (1. Februar) lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am Dienstag (2. Februar) bei 13.693 Punkten. Wichtiger ist allerdings der Bereich um 13.500 Zähler.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.