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Continental konkretisiert Pläne zu Teilverkäufen

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Konzernchef Degenhart äußert sich zu den Verkaufsabsichten. Die Antriebs- und die Industriesparte könnten betroffen sein. Erste Gespräche wurden bereits geführt.

Continental musste zuletzt viel Kritik wegen der beschlossenen Werkschließungen einstecken. Foto: dpa
Continental musste zuletzt viel Kritik wegen der beschlossenen Werkschließungen einstecken. Foto: dpa

Der Autozulieferer Continental plant im Zuge seines Sparprogramms auch den Verkauf von Unternehmensteilen. Dabei gehe es um bestimmte Einheiten des Automotive-Geschäfts einschließlich Teilen der Antriebssparte Vitesco Technologies, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Auch in der Industriesparte Contitech schließen wir solche Schritte nicht aus.“

Für einige Sparten führe das Management bereits Gespräche mit möglichen Interessenten, sagte Degenhart: „Das Reifengeschäft ist davon nicht betroffen.“

Degenhart zufolge geht es potenziell um etwa zehn Prozent der 30.000 Stellen, die von dem Sparprogramm betroffen sind. Mit Blick auf Sorgen um einen Stellenabbau im Fall eines Verkaufs betonte Degenhart nach Angaben des Blatts: „Gerade hier bedeutet das nicht, dass diese Arbeitsplätze automatisch verloren gehen, ebenso wie in anderen Teilen des Unternehmens, die wir in verschiedener Weise neu ausrichten oder verändern.“

Continental hatte sein Sparprogramm zuletzt verschärft. Das Unternehmen will weltweit 30.000 Stellen „verändern“, davon 13.000 in Deutschland. Neben dem Wegfall von Stellen zählen auch Umschulungen von Mitarbeitern und Verlagerungen von Jobs dazu.

Nachdem der Aufsichtsrat zuletzt Werksschließungen und Restrukturierungen in Aachen, Karben und Regensburg beschlossen hat, sind die Detailplanungen weit vorangeschritten. „Ich schätze, dass um die 90 Prozent der Maßnahmen inzwischen bekannt sind“, sagte Degenhart. „Mit Programmen, denen der Aufsichtsrat zustimmen muss, sind wir durch. Eine Ausnahme ist, wenn wir Geschäftsteile verkaufen.“

Dass der Konzern das Sparprogramm noch ein weiteres Mal ausweiten muss, ist aus Sicht von Degenhart unwahrscheinlich. „Die Gefahr sehe ich nur dann, wenn die Politik wegen neuer Corona-Ausbrüche einen zweiten Lockdown verhängen würde. Das wäre nicht nur für uns eine Katastrophe.“

Gemessen an der Zahl der Mitarbeiter müsse Continental in Deutschland stärkere Anpassungen vornehmen als bisher, sagte Degenhart. „Wir haben Deutschland in der Vergangenheit rücksichtsvoller behandelt als den Rest der Welt. Aber das ist nicht mehr durchhaltbar.“

Continental – nach Bosch der weltweit zweitgrößte Autozulieferer – baut die Strukturen in Richtung Elektronik, Sensorik, E-Mobilität und Software um. Der Schwerpunkt der Hannoveraner soll künftig vor allem auf IT-Systemen und Vernetzung liegen. Die Antriebssparte soll in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden.