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BP und Ørsted wollen gemeinsam in industriellem Maßstab grünen Wasserstoff herstellen

·Lesedauer: 3 Min.

Die beiden Unternehmen kündigen den Einstieg in die Produktion an. Der grüne Wasserstoff soll in der Raffinerie Lingen eingesetzt werden, um dort die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Technische Anlagen des Elektrolyseurs einer Produktionsanlage für Wasserstoff stehen auf dem Gelände der EWE im Ortsteil Huntorf in Elsfleth, Niedersachsen. Foto: dpa
Technische Anlagen des Elektrolyseurs einer Produktionsanlage für Wasserstoff stehen auf dem Gelände der EWE im Ortsteil Huntorf in Elsfleth, Niedersachsen. Foto: dpa

BP und Ørsted steigen gemeinsam in die Produktion von grünem Wasserstoff ein. Der Mineralölkonzern und der Windparkbetreiber kündigten am Dienstag an, sie wollten auf dem Gelände der BP-Raffinerie im niedersächsischen Lingen eine 50-Megawatt-Elektrolyseanlage bauen, um grünen Wasserstoff herzustellen. Mit dem Projekt stoßen die beiden Unternehmen in eine neue Größenklasse vor. Elektrolyseanlagen in dieser Größenordnung gibt es in Deutschland bislang nicht.

Zwar hatten die Netzbetreiber Amprion und OGE sowie Tennet und Gasunie bereits Elektrolyseure der 100-Megawatt-Klasse angekündigt, doch die Vorhaben scheitern bislang am Widerstand der Bundesnetzagentur. Noch größere Vorhaben sind eher als vage Projektideen zu verstehen.

Nach Angaben der beiden Unternehmen soll für die Elektrolyse Strom aus Offshore-Windparks von Ørsted eingesetzt werden. Die Anlage soll eine Tonne grünen Wasserstoff pro Stunde erzeugen, der in der Raffinerie zur Herstellung von Kraftstoff eingesetzt werden soll.

Der Einsatz von Wasserstoff ist für den Raffinerieprozess unerlässlich. Bislang wird in Raffinerien allerdings sogenannter „grauer Wasserstoff“ eingesetzt, der mittels Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen wird. Grauer Wasserstoff sorgt für erhebliche CO2-Emissionen.

Mit dem Einsatz des grünen Wasserstoffs aus der 50-Megawatt-Elektrolyseanlage können den beiden Unternehmen zufolge 20 Prozent des derzeit in der Raffinerie gesetzten grauen Wasserstoffs ersetzt werden.

Der Einsatz von grünem Wasserstoff im Raffinerieprozess ist wegen des Klimaschutzes politisch erwünscht und gefördert. Dem trägt die zweite Renewable Energy Directive (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) der EU-Kommission („RED II“) Rechnung, die derzeit in nationales Recht umgesetzt wird.

Projekt von BP und Ørsted ist leicht erweiterbar

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) plant, den Einsatz von grünem Wasserstoff im Raffinerieprozess mit dem Faktor zwei auf die Treibhausgasminderungsquote anzurechnen. Das geht aus ihrem Gesetzentwurf für die Umsetzung der RED II hervor.

In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt hat Schulze jetzt angekündigt, ihren Gesetzesvorschlag nachzubessern. Bislang ist darin vorgesehen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor bis 2026 auf 14 Prozent zu steigern. Nun will Schulze einen neuen Zielwert für 2030 in den Entwurf einarbeiten. Er soll 20 Prozent betragen. Damit steigt der Anreiz für Raffineriebetreiber, grünen Wasserstoff einzusetzen.

Das gemeinsame Projekt von BP und Ørsted ist so angelegt, dass es leicht erweiterbar ist. Nach Angaben der Unternehmen könnte die Elektrolyse-Leistung von 50 auf 150 Megawatt erhöht werden. Ziel von BP sei es, „langfristig den gesamten fossil erzeugten Wasserstoff der Raffinerie Lingen zu ersetzen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von BP und Ørsted.

Käme auch die Herstellung synthetischer Kraftstoffe etwa für die Luftfahrt hinzu, könnten nach Angaben der beiden Unternehmen in einem weiteren Projektschritt Elektrolyse-Kapazitäten von 500 Megawatt entstehen.

Mit dem Projekt komme man dem Ziel, „die Betriebsaktivitäten bis spätestens 2050 klimaneutral zu machen, einen wesentlichen Schritt näher“, sagte Wolfgang Langhoff, Chef von BP Europe. Volker Malmen, Geschäftsführer von Ørsted Deutschland, sprach von einem „Meilenstein in der grünen Wasserstofftechnologie“.

Die beiden Unternehmen haben für ihr Projekt Ende Oktober Fördermittel aus dem „EU Innovation Fund“ beantragt. Anfang 2022 soll die finale Investitionsentscheidung fallen. 2024 könnte die Anlage in Betrieb gehen.

Mehr: Klimaneutralität bis 2050 – Diese Projekte sind für die EU erfolgversprechend.