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Boris Johnson kündigt schärfere Maßnahmen in Südengland und London an

ap
·Lesedauer: 2 Min.

Der britische Premier bezeichnet die neue Form des Virus als ansteckender als die bekannte Form. Nun werden die Maßnahmen in einigen Teilen des Landes drastisch verschärft.

Die in Großbritannien entdeckte neue Variante des Coronavirus ist nach Angaben von Premierminister Boris Johnson nach ersten Erkenntnissen deutlich ansteckender als die bekannte Form. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv seien, sagte Johnson am Samstag in London vor Journalisten. „Es gibt immer noch viel, das wir nicht wissen. Aber es gibt keine Beweise, dass die neue Variante mehr oder schwerere Krankheitsverläufe auslöst.“ Auch eine höhere Sterblichkeit sei durch die Virus-Variante VUI2020/12/01 bisher nicht festgestellt worden.

Wegen der Coronavirus-Mutation verschärfte die Regierung aber die Beschränkungen für London von diesem Sonntag an deutlich. „Wenn das Virus seine Angriffsmethode ändert, müssen wir unsere Verteidigungsmethode ändern“, sagte Johnson. Das bisher dreistufige Corona-Warnsystem wurde nun auf vier erweitert - darunter fallen außer der Hauptstadt auch noch andere Regionen im Südosten.

Dort dürfen die Bewohner nur noch aus wichtigen Gründen ihre Wohnung verlassen, etwa um zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Auch zu Weihnachten dürfe man keine Angehörigen anderer Haushalte treffen, betonte Johnson. „Wir können Weihnachten nicht wie geplant verbringen.“ Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sowie andere Einrichtungen wie Fitnessstudios oder Schönheitssalons müssen schließen. Einwohner der höchsten Corona-Stufe 4 dürfen diese Zone nicht verlassen.

Verantwortlich für die hohen Zahlen war nach Ansicht von Experten eine neue Variante des Coronavirus. Der Gesundheitsbeauftragte der britischen Regierung, Chris Whitty, sagte am Samstag, vorläufige Modellberechnungen deuteten darauf hin, dass sich diese Variante rascher ausbreite. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sei darüber informiert worden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Infektionen dadurch öfter tödlich verlaufen oder das Virus anders auf Impfstoffe oder Behandlungen anspreche, sagte Whitty weiter.

Der Handelsverband BRC warnte vor schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft. „Für Unternehmen ist das Hin und Her der Regierung alles andere als hilfreich“, sagte Verbandschefin Helen Dickinson. Die Entscheidung falle mitten in die wichtigste Phase des Einzelhandels vor Weihnachten.

In Großbritannien wurden am Samstag etwa 27.000 neue Corona-Fälle gezählt, damit gab es bisher mehr als zwei Millionen Infektionen in dem Land. Etwa 83.000 Menschen sind bisher mit oder an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Regierung hatte vor gut zehn Tagen mit einer Massenimpfung begonnen. Bisher haben landesweit etwa 350.000 Menschen das Mittel des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer erhalten, wie Johnson sagte.

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