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Bitcoin-Crash: Steht El Salvador vor dem Staatsbankrott?

·Freier Autor für Yahoo

El Salvador setzt auf Bitcoin als Investitionsanlage. Der zentralamerikanische Staat hat im großen Stil in die Kryptowährung investiert, die jedoch immer mehr an Wert verliert. Hat sich Präsident Nayib Bukele verspekuliert, steuert er sein Land in den Abgrund?

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In El Salvador ist die Kryptowährung Bitcoin seit September 2021 offizielles Zahlungsmittel. (Symbolbild: Getty Images)

Kryptowährungen wie der Bitcoin befinden sich im freien Fall. Wann sie landen und wie hart der Aufprall sein wird – ungewiss. Für die großen und kleinen Anleger*innen ist das mehr oder weniger ärgerlich, ein Riesenproblem ist die Entwicklung indes für Nayib Bukele. Der Präsident von El Salvador setzt im großen Stil auf Bitcoin und muss nun doch zusehen, wie das Geld der Steuerzahler*innen dahinschmilzt.

Die Anstrengungen Bukeles, die Digitalwährung in El Salvador sozusagen salonfähig zu machen, sind groß. Seit September 2021 ist der Bitcoin im zentralamerikanischen Land offizielles Zahlungsmittel. Außerdem ließ der Präsident sehr viel Geld in die Digitalwährung investieren. Insgesamt 2.301 Bitcoins soll El Salvador schon angehäuft und dafür 105,6 Millionen US-Dollar ausgegeben haben, berichtet die britisch-US-amerikanische Webseite "Mashable".

Bitcoin ausgebremst

Mit den Maßnahmen hat sich der als autoritär geltende Bukele aber – jedenfalls aus heutiger Sicht – gewaltig verspekuliert. Noch immer hat sich der Bitcoin in El Salvador nicht als Zahlungsmittel durchgesetzt. Nicht einmal in der Hauptstadt des Landes, wo Händler keine Kryptowährungen akzeptieren sollen, ganz zu schweigen von ländlichen Gebieten, wo die Internetverbindung dürftig ist und die Einwohner sogar mit fehlendem Strom zu kämpfen haben.

Representation of Bitcoin cryptocurrency, a laptop keyboard and an illustrative chart are seen in this multiple exposure illustration photo taken in Krakow, Poland on June 1, 2022. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images)
Indem der Bitcoin immer schwächer wird, verschärft sich in El Salvador die größte Finanzkrise seit Jahrzehnten. (Symbolbild: Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images)

Hinzu kommt das Problem des immensen Kursverlusts, den der Bitcoin und andere Kryptowährungen in den vergangenen Monaten erfahren haben – bedingt durch globale Krisen wie die Corona-Pandemie, den Krieg in der Ukraine, die Inflation und die daraus resultierenden steigenden Zinssätze. Von den 105,6 Millionen Dollar, die Bukele in Bitcoin als "Staatsreserve" anlegen ließ, hat sich rund die Hälfte in Luft aufgelöst, die 2.301 Bitcoin haben heute einen Wert von rund 52 Millionen Dollar.

Und nun? Sieht die Lage für El Salvador düster aus. So mancher Beobachter glaubt das Land vor dem Staatsbankrott. In dem Zuge wird die Kritik an Bukele immer lauter. Dessen Entscheidungen in wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten seien "willkürlich", erklärte die salvadorianische Wirtschaftswissenschaftlerin Tatiana Marroquín Mitte Mai gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur "EFE".

Schwacher Bitcoin verschärft Finanzkrise in El Salvador

Speziell durch die Bitcoin-Maßnahmen sei die "tiefste Finanzkrise" verschärft worden, so die Expertin, "die El Salvador in den letzten Jahrzehnten erlebt hat". Der Absturz der Kryptowährung entlarve die "schlechte Entscheidung, die die Regierung mit der Einführung von Bitcoin getroffen hat, indem sie so viel Geld für die Implementierung von Bitcoin ausgab und öffentliche Gelder in diese investierte."

Und was sagt Bukele zum wachsenden Widerstand gegen seine Finanzpolitik? Er scheint davon unbeeindruckt zu sein und weiter an der Krypto-Strategie festzuhalten. Dafür spricht jedenfalls sein Profilbild auf dem sozialen Netzwerk Twitter. Es zeigt ihn präsidial auf einem roten Teppich dahinschreiten. Er lächelt, während aus seinen Augen Laser schießen. Das Motiv ist das Erkennungszeichen der Krypto-Enthusiast*innen.

Im Video: Harte Strafen - So brutal geht El Salvador gegen Kriminelle vor

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