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Baugeld ist so günstig wie nie zuvor

Kredite für eine Immobilienfinanzierung sind günstig wie nie. Banken schließen Negativzinsen aus.

Die Coronakrise sorgt in diesen Tagen für extrem niedrige Baugeldzinsen. Aus Furcht vor den Folgen der Pandemie sind Anleger aus Aktien geflohen hinein in sichere Staatsanleihen. Die Folge: Deren Kurse stiegen, im Gegenzug sackte die Rendite etwa für die zehnjährige Bundesanleihe bis auf ein Rekordtief unter minus 0,8 Prozent. Die Konditionen von Baugeld orientieren sich an diesem Wert – und fielen auch auf neue Tiefs. Im Schnitt kostet eine Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung heute 0,7 Prozent, zeigen Analysen des Kreditvermittlers Interhyp, der die Angebote von 400 Banken vergleicht.
Bei guter Bonität locken sogar noch günstigere Konditionen, beobachtet Michael Neumann, Vorstand beim Kreditvermittler Dr. Klein: „Bestkonditionen sind beim Baugeld heute schon zwischen 0,3 und 0,4 Prozent bei einer zehnjährigen Zinsbindung zu erhalten. In manchen Regionen liegt der Zins sogar darunter.“
Allerdings ist der Kapitalmarkt im Moment sehr volatil. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg seit ihrem Tief wieder auf minus 0,2 Prozent. Das bremst jüngste Spekulationen, dass es möglicherweise demnächst Baugeld zu Negativzinsen gibt. Diverse Banken wie BB Bank, Santander sowie Allianz Leben, die auch Baudarlehen vergibt, schließen dies aus. Die Folgen von Covid-19 könnten den Baugeldmarkt aber auch auf andere Weise beeinflussen: Bei Haushalten, bei denen die berufliche Unsicherheit zunimmt, könnten Banken die Risiken bei der Baufinanzierung stärker in den Blick nehmen. „Im Zweifel verteuert sich die Finanzierung“, sagt Neumann. Zudem könnten interessierte Käufer ihr Vorhaben aufschieben, Banken damit eventuell weniger Geschäft machen.