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Bald AstraZeneca für alle? Länder beraten über Aufhebung der Impf-Priorisierung – Sachsen prescht vor

Lars Petersen
·Lesedauer: 2 Min.

Bund und Länder beraten offenbar hinter den Kulissen über eine Aufhebung der Impfpriorisierung bei AstraZeneca. Das erfuhr Business Insider aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz von Montag.

Grund für die Debatte jetzt: Einige Länder wollen schneller impfen, halten sich bislang aber noch streng an die drei Prioritätengruppen laut bundesweit geltender Impfverordnung. Demnach haben diejenigen Vorrang bei Impfungen, die ein bestimmtes Alter haben, Vorerkrankungen und zu bestimmten Berufsgruppen zählen (z.B. Soldaten).

Einige Länder geht das Vorgehen nach den Prioritätengruppen jedoch zu langsam. Sie würden nämlich in den nächsten Wochen mit Einladungen an Berechtigte der Prioritätengruppe 3 für Impfungen mit AstraZeneca beginnen. Die würden jedoch bedeuten, dass sie frühestens Ende Juni/Juli drankommen. Junge und gesunde Menschen müssen dadurch in aller Regel noch Monate auf einen Impftermin warten. Zugleich sind aber bei AstraZeneca die Vorbehalte vor allem bei älteren Menschen groß, weshalb viele Impfzentren auf Millionen-Reserven des Mittels sitzen.

So hatten einige Länder wie Berlin die Regeln über Ostern schon aufweicht und Impfungen für alle Personen ab 60 angeboten. Würde die Prioritätengruppe 3 in der Impfverordnung nun aber generell aufgehoben werden, könnte AstraZeneca offiziell sofort allen Personen ab 18 gespritzt werden – egal, ob es eine in der Prioritätenliste enthaltene Vorerkrankung gibt oder die Person zu den prioritären Berufsgruppen zählt (zum Beispiel Bundeswehrsoldaten oder Polizisten). Das würde auch das Problem von Dosen-Reserven lösen.

In Sachsen ist die Landesregierung am Dienstag dabei nun vorgeprescht. Ab sofort können sich dort alle Bürger in Arztpraxen mit AstraZeneca impfen lassen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, ist damit die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben.

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Auf ein entsprechendes bundesweites Vorgehen konnten sich die Länder am Montag noch nicht einigen. Grund dafür ist, dass einige Länder noch länger beim Impfen der Prioritätengruppe 2 sind und es ablehnen, jüngere und gesunde Menschen zu impfen, bevor nicht alle Risikogruppen versorgt sind.

mit dpa