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Das sind alle Mutationen in der Omikron-Variante — und was über sie bekannt ist

·Lesedauer: 4 Min.

Es ist noch nicht klar, ob die Omikron-Coronavirus-Variante stärker übertragbar oder Infektionen häufiger tödlich verlaufen oder ob sie sich bestehenden Impfstoffen entziehen kann. Aber die Konstellation der Mutationen, die sie trägt, ist besorgniserregend, auch weil viele von ihnen für die Wissenschaft völlig neu sind, erklären Experten. Hier sind alle Mutationen der Omikron-Variante und warum sie die Wissenschaftler beunruhigen.

Mutationen an potenziell gefährlichen Stellen

Die Omikron-Variante weist mehr als 30 Mutationen auf dem Spike-Protein auf. Das Spike-Protein fungiert sozusagen als Enterhaken, um das Coronavirus an Zellen im menschlichen Körper zu binden, und ist das Hauptziel für den Impfstoff gegen COVID-19. Besorgniserregend an Omikron ist, dass sich die Veränderungen des Proteins in Bereichen häufen, die dem Coronavirus helfen könnten, Antikörper zu umgehen oder infektiöser zu werden. Dies ist in der folgenden Grafik des Omikron-Spike-Proteins zu sehen, in der die Veränderungen des Proteins als farbige Punkte dargestellt sind. Mutationen sind blau, während Einfügungen oder Streichungen rot dargestellt sind. Die Veränderungen konzentrieren sich auf drei Bereiche des Proteins, die unten eingekreist sind. Zwei davon sind Antikörper-Bindungsstellen, an denen Antikörper aus Impfstoffen oder der natürlichen Immunität das Virus blockieren.

  • Die rezeptorbindende Domäne (RBD), der Teil des Spike-Proteins, der an die Zelle bindet.

  • Die Furin-Spaltstelle (FCS), ein Bereich, in dem eine chemische Reaktion stattfindet, bevor das Virus die Zellen infizieren kann.

  • Die N-terminale Domäne (NTD), ein weiterer Teil des Proteins.

Schema des Spike-Proteins bei der Omikron-Vaiante.
Schema des Spike-Proteins bei der Omikron-Vaiante.

"Es gibt zwei Regionen, von denen bekannt ist, dass sie neutralisierende Antikörper binden … die NTD und die RBD-Domäne", so Dr. Ulrich Elling, Gruppenleiter am Institut für Molekulare Biotechnologie in Österreich. "Besorgniserregend ist, dass sich die Mutationen von Omicron genau in diesen beiden Domänen häufen." Einige der Mutationen könnten auch die Fähigkeit des Virus erhöhen, menschliche Zellen zu infizieren. Laut CoVariants.org, einer Website, die Coronavirus-Varianten und Mutationen verfolgt, haben Mutationen im FCS gezeigt, dass sie die Übertragbarkeit des Virus erhöhen können. Mutationen in der RBD können das Virus auch "klebriger" machen, was die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht – was bei der Delta-Variante der Fall ist, wie Martin Hibberd, Professor für neu auftretende Infektionskrankheiten an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, erklärte.

Viele Mutationen sind für die Wissenschaft völlig neu

Die Omikron-Variante weist auch viele Mutationen auf, die bisher noch nicht bekannt waren. Diese farbkodierte Liste, die Jeffrey Barrett, Genetiker am Wellcome Sanger Institute, zur Verfügung gestellt hat, gibt Aufschluss über die Arten von Mutationen, die Wissenschaftler untersuchen.

Jede Zeile steht für eine andere Mutation. Barrett zufolge haben die Farben folgende Bedeutung:

  • Rot: Diese neun Mutationen treten bereits bei anderen besorgniserregenden Varianten auf, was bedeutet, dass Omikron die gleichen besorgniserregenden Merkmale aufweisen könnte wie diese anderen Varianten. (Delta zum Beispiel ist vermutlich in der Lage, Immunreaktionen auf Impfungen oder frühere Infektionen zu umgehen.)

  • Gelb: Diese drei Mutationen wurden bei anderen besorgniserregenden Varianten noch nicht beobachtet und könnten das Virus fitter machen, das heißt übertragbarer oder besser in der Lage, der Immunität zu entgehen. (Zum Beispiel könnte eine Mutation um die 484 Aminosäure auf dem Protein – "E484A" – die Fähigkeit des Virus verbessern, die Zellen zu infizieren, so Elling).

  • Grün: Eine weitere Mutation, die seit Anfang 2020 in vielen Varianten vorkommt.

  • Lila: Hierbei handelt es sich um völlig neue Mutationen für eine besorgniserregende Variante, aber Labordaten deuten darauf hin, dass sie die Fähigkeit des Virus, der Immunität zu entgehen oder eine Person zu infizieren, erhöhen könnten.

  • Blau: Hierbei handelt es sich um elf Mutationen, die "selten oder nie zuvor gesehen wurden", so Barrett. Die Wissenschaftler wissen nicht, was die Mutationen bewirken können.

Ein Wissenschaftler ist zuversichtlich, dass die vorhandenen Impfstoffe funktionieren

Hibberd sagte, dass es aufgrund der Art und Weise, wie Omikron wahrscheinlich entstanden ist, zu früh ist, um die Auswirkungen der neuen Mutationen zu beurteilen. Viren entwickeln sich weiter, wenn sie sich in der Bevölkerung verbreiten. Immunreaktionen üben einen starken Selektionsdruck auf das Virus aus, so dass jede Mutation, die übrig bleibt, das Virus wahrscheinlich fitter macht. Aber das ist bei der Omikron-Variante wahrscheinlich nicht der Fall, so Hibberd. "Es ist kein direkter Nachkomme von Delta oder Alpha", sagte er. Stattdessen ähnelt sie der Beta-Variante, die "in der Evolution ziemlich weit zurückliegt", so Hibberd.

Wahrscheinlich hat sich eine immungeschwächte Person eine Beta-ähnliche Variante eingefangen, sie lange Zeit mit sich herumgetragen und das Coronavirus hat sich in ihr entwickelt, so Hibberd. Da ihr Immunsystem schwächer gewesen wäre, hätte es weniger Selektionsdruck auf das Virus ausgeübt. Das wäre nichts Neues: In einer früheren Fallstudie wurde gezeigt, dass eine immungeschwächte Frau das Coronavirus mindestens 216 Tage am Stück in sich trug und dabei über 30 Mutationen ansammelte. Es ist zwar noch zu früh, um zu sagen, ob die vorhandenen Impfstoffe gegen Omikron wirken können, aber Hibberd ist zuversichtlich, dass sie es tun. "Was mich beruhigt hat, ist, dass [Omikron] tatsächlich einige der Mutationen aufwies, die wir bereits gesehen haben. Das macht mich zuversichtlich, dass die Impfstoffe dagegen wirken werden."

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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