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„An alle, die gezweifelt haben – das Geld ist auf dem Konto“: Windhorsts Millionen sind mit Verspätung bei Hertha eingegangen

·Lesedauer: 3 Min.
Fußball: Bundesliga, Hertha BSC: Lars Windhorst, Investor von Fußball-Bundesligist Hertha BSC, steht in einem Büroraum.
Fußball: Bundesliga, Hertha BSC: Lars Windhorst, Investor von Fußball-Bundesligist Hertha BSC, steht in einem Büroraum.

„An alle, die gezweifelt haben: Das Geld ist auf dem Konto von #Hertha eingegangen - 35 Millionen Euro!“: Am Montag beendete Hertha-Investor Lars Windhorst auf Twitter selbst die Gerüchte über seine Zahlungsschwierigkeiten bei Hertha BSC. Das Fußball-Fachmagazin „Kicker“ hatte am Donnerstag berichtet, dass die für den 1. Juli vereinbarte Tranche nicht beim Bundesligisten eingegangen sei. Da der Zahlungsplan in der Vergangenheit mehrfach angepasst worden sei, habe der Verein laut „Kicker“ für den Fall, dass das restliche Geld nicht gezahlt wird „das Szenario einer möglichen Pfändung von Anteilen durchgespielt.“

https://twitter.com/LarsWindhorst/status/1411987435333038083

„Das Investment ist auf viele, viele Jahre ausgerichtet“

Den Bericht hatte Windhorst am Freitag zurückgewiesen. Dass ihm der Berliner Fußball-Bundesligist mit einer Pfändung seiner Aktien gedroht habe, bezeichnete der Unternehmer in der „Wirtschaftswoche“ als „Quatsch“. Windhorst sagte: „Der Effekt dieser Gerüchte ist vielmehr, dass ich noch motivierter bin, mit aller Energie dazu beizutragen, dass Hertha BSC eine Erfolgsstory wird. Das Investment ist auf viele, viele Jahre ausgerichtet.“

Nach eigenen Angaben muss er noch 65 Millionen Euro an den Verein zahlen, „und das machen wir“. Auch via Twitter versicherte Windhorst: „Es droht keine Pfändung!“ Hertha BSC bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass der Zahlungseingang für den kommenden Montag vereinbart wurde.

2019 hatte Windhorst für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben. Aktuell hält er 66,6 Prozent der Profigesellschaft. Für die Aufstockung hatte der Investor im Sommer 2020 weitere 150 Millionen zugesagt – zahlen will er in Tranchen.

„All in“ mit einer 1,45 Milliarden Euro Anleihe

Vor zwei Jahren sagte Windhorst, er wolle zu den wichtigsten Investoren in Deutschland gehören. Ob er das geschafft hat, wollte die „Wirtschaftswoche“ von ihm wissen. „Nein, das habe ich nicht“, sagte Windhorst. Aber er arbeite jeden Tag hart daran, um das zu erreichen.

Er wird in der nächsten Zeit viel arbeiten müssen: Es geht um nichts weniger als seine Existenz. Mal wieder. Seine Außenstände belaufen sich auf 2,5 Milliarden Euro, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete. „Verpackt in zig Anleihen, deren Gelder Windhorst höchstselbst organisierte, indem er mit seinem Privatjet um die Welt jettete und Investoren die neueste Anlagestory erzählte.“

Doch das soll nun ein Ende haben. Windhorst wolle mit einer 1,45 Milliarden Euro schweren Anleihe „all in“ gehen und seine Schulden umstrukturieren. Ein Jahr soll er Zeit haben, um das Geld zurückzuzahlen. Der Londoner Fondsanbieter „H2O“, der den Großteil der Windhorst-Anleihen hielt, gewähre ihm einen Abschlag in Höhe von einer Milliarde Euro. In Zukunft wolle er sich über Kredite und den Verkauf von Aktien finanzieren.

„Die kommenden Monate läuft sein Endspiel“, schreibt die „Wirtschaftswoche.“ Es wäre nicht das erste und auch nicht das zweite Mal, dass Windhorst Pleite geht. Auf den harten Boden der Realität plumpste er schon 2003 und 2009. Er veruntreute Gelder, wurde dafür verurteilt und verzockte sich an der Börse.

Ausgerechnet Windhorst, das deutsche „Wunderkind“, der schon während der Schulzeit sein erstes Unternehmen gründete, schnell Millionär wurde und als Aushängeschild des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl um die Welt reiste. Doch der Lack am einstigen Aushängeschild ist schon lange abgeblättert. Mit Tennor, seiner Holding, hat sich Windhorst weltweit und querbeet eingekauft. Eine Firma investiert in südafrikanische Kohlefirmen, eine stellt Dessous her, eine Medizinprodukte - und das ist nur eine kleine Auswahl. Ein richtiger Kracher, der in aus dem Schlamassel hauen könnte, ist nicht wirklich zu sehen.

Mit Material der dpa

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