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AKTIE IM FOKUS: ArcelorMittal rutscht wegen Kapitalerhöhung weiter ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien des hoch verschuldeten belgisch-indischen Stahlkonzerns ArcelorMittal <LU1598757687> sind nach der Bekanntgabe von Details zur geplanten Kapitalerhöhung weiter abgerutscht. Nachdem sie am Montag schon stark an Wert verloren hatten, ging es für sie am Dienstagmorgen anfangs nochmals um bis zu 7,7 Prozent Euro nach unten bis unter die Marke von 8 Euro. Ihr Minus reduzierten sie zuletzt aber auf etwas mehr als drei Prozent.

ArcelorMittal hatte am Montagnachmittag angekündigt, sich zwei Milliarden Dollar am Kapitalmarkt holen zu wollen, dabei aber noch keine umfassenden Details genannt. Der Kurs der Aktie war daraufhin am Vortag bereits um 16 Prozent gefallen. Die Details der geplanten Kapitalbeschaffung sorgten nun für weitere Verluste. Die neuen Aktien bietet der Konzern zu umgerechnet jeweils 8,57 Euro an.

Vor dem Wochenende hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Konzerns bereits auf sogenanntes "Ramsch"-Niveau abgestuft, womit spekulative Investments gemeint sind. Vor einem Monat bereits hatte die Agentur Fitch diesen Schritt vollzogen. Bei Standard & Poor's (S&P) droht ArcelorMittal derzeit ebenfalls eine Abstufung.

Für Myles Allsop, Analyst der Schweizer Großbank UBS kommt der Schritt dennoch unerwartet, da er die Nettoschulden eigentlich auf einem tiefen Stand wähnte. Er betonte, dass es sich nun schon um die dritte Kapitalerhöhung von Arcelor binnen sieben Jahren handele - und der Konzern in der gegenwärtigen Phase der erste große europäische Stahlproduzent sei, der zu diesem Mittel greife.

Allsop merkte außerdem an, dass die Aktie seit dem Corona-Tief, das sie im März bei knapp unter 6 Euro schrieben, zuletzt wieder mächtig gestiegen waren. Kurz vor der Finanzkrise war die Aktie 2008 noch mit einem Spitzenwert von über 200 Euro gehandelt worden.