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Ölpreise rutschen ins Minus – Goldman Sachs rechnet mit baldigem Ende der Öl-Rally

Angesichts der vollen Öl-Lager und der unsicheren Nachfrage rechnen die Experten von Goldman Sachs für die kommenden Wochen mit fallenden Ölpreisen.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Der Preis für die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am Dienstag wieder unter die Marke von 38 Dollar gefallen. Am Vormittag lag der Preis für ein Barrel zuletzt bei rund 37,50 Dollar – 1,8 Prozent weniger als am Vortag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 40,35 Dollar. Das ist ein Minus von 1,1 Prozent. Damit folgten die Ölpreise am Dienstag nach leichten Gewinnen am Morgen den Aktienkursen ins Minus.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Entwicklung der Ölreserven in den USA wieder stärker in den Fokus rücken. Am Abend werden Lagerdaten des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) erwartet, bevor die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung am Mittwoch auf dem Programm stehen. Am Markt wird erwartet, dass die amerikanischen Ölreserven weiter sinken.

Angesichts der vollen Öl-Lager und der unsicheren Entwicklung der Nachfrage rechnen die Experten von Goldman Sachs für die kommenden Wochen mit weiter fallenden Ölpreisen. Der Einbruch der Margen bei den Raffinerien auf einen noch nie dagewesenen Tiefstand und die lediglich moderate Erholung der Nachfrage deuteten darauf hin, dass der Öl-Rally bald die Luft ausgehe, erklärte die US-Investmentbank.

Der Prognose der Bank zufolge wird der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee daher kurzfristig auf 35 Dollar pro Barrel fallen. Zum Wochenanfang kostete Brent rund 43 Dollar.

Die Ölpreise erreichten damit am Montag ein Drei-Monats-Hoch. Zuvor hatte die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten sich darauf geeinigt, die vereinbarte Kürzung der Fördermengen bis einschließlich Juli zu verlängern, um den Preisverfall am Ölmarkt zu stoppen. Die als Opec plus bekannte Gruppe hatte ihre Fördermengen zunächst im Mai und Juni angesichts des Nachfrageeinbruchs wegen der Coronakrise um fast zehn Millionen Barrel pro Tag (bpd) gekappt.

Seit dem Einbruch auf lediglich 15,98 Dollar pro Barrel Brent im April legte der Preis für den Referenzkontrakt um mehr als 150 Prozent zu. Der Ölmarkt stehe nun aber vor der riesigen Herausforderung von überschüssigen Lagerbeständen von einer Milliarde Barrel, führten die Goldman-Analysten aus.