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Ölpreis markiert Zwölf-Monats-Hoch und nähert sich der 60-Dollar-Marke

Blume, Jakob
·Lesedauer: 3 Min.

Die Aussicht auf neue Corona-Impfstoffe schürt die Hoffnung auf eine Normalisierung der Ölmärkte. Zudem hält Saudi-Arabien das Angebot künstlich knapp.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa
Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Die Ölpreise befinden sich derzeit auf einem ungebremsten Höhenflug: Allein am Freitag verteuerte sich der wichtigste Referenzpreis für Europa, Brent-Öl, um rund 1,5 Prozent auf zwischenzeitlich 59,72 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter). Die US-Sorte WTI kostete mit über 57 Dollar zwischenzeitlich rund 1,7 Prozent mehr als am Vortag. Auf Wochensicht beträgt das Plus am Ölmarkt rund sieben Prozent.

Zur positiven Stimmung am Ölmarkt dürfte die Aussicht auf neue Impfstoffe beigetragen haben: So hat der Pharmakonzern Johnson & Johnson die Zulassung für seinen Corona-Impfstoff in den USA beantragt. Die Unterlagen seien bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, teilte das US-Unternehmen mit.

Laut einer zuvor veröffentlichten weltweiten Studie weist das Vakzin eine Wirksamkeit von 66 Prozent auf. Zudem teilte Astra-Zeneca mit, der von dem Unternehmen und der Universität Oxford entwickelte Impfstoff wirke auch gegen die britische Virus-Mutation.

Das schürt die Hoffnung auf eine baldige Erholung des interkontinentalen Flugverkehrs – und damit eines wichtigen Nachfragefaktors für den Ölmarkt. Zudem profitierte Öl den Rohstoffexperten der Commerzbank zufolge von der generell guten Stimmung an den Märkten. Angesichts „steigender Aktienmärkte und des Konjunkturoptimismus“ sowie der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Ölmarkt-Rally stiegen viele Investoren in den Markt ein.

Ein weiteres Indiz für eine robuste Ölnachfrage sieht die Ölförder-Allianz Opec plus in den sinkenden Lagerbeständen. Die Marktanalysten der Opec plus rechnen damit, dass die Öllagerbestände der Industriestaaten bereits im Juni unter den Fünf-Jahres-Durchschnitt fallen. Auf diese Größe blickt das Ölkartell bei der Steuerung ihres eigenen Ölangebots sehr genau, da sinkende Ölreserven die Ölpreise stützen.

UBS hebt Preisziel auf 63 Dollar pro Barrel Brent-Öl an

Warren Patterson, Rohstoffstratege der ING, sagt: „Sinkende Fallzahlen, etwa in den USA und Großbritannien, sowie die steigende Zahl der Impfungen zeigen einen Hoffnungsschimmer, dass das Schlimmste hinter uns liegt.“ Der wichtigste Opec-Staat Saudi-Arabien musste zuletzt entgegen den Markterwartungen seinen Kunden keine neuen Rabatte auf den Ölpreis einräumen – aus Sicht von Patterson ebenfalls ein Indiz, dass die Nachfrage nach physischem Öl weltweit robust ist.

Die Schweizer Großbank UBS hat daher kürzlich ihr Zwölf-Monats-Preisziel angehoben, von 60 auf 63 Dollar pro Barrel Brent-Öl im zweiten Halbjahr 2021. „Der Ölmarkt bleibt weiterhin unter der Kontrolle der Opec plus“, schreibt UBS-Analyst Giovanni Staunovo in einer aktuellen Studie.

Saudi-Arabien trage mit der freiwilligen Produktionskürzung um eine Million Barrel pro Tag, mit dem das Königreich zu Jahresbeginn die Märkte überrascht hatte, zu einer Stabilisierung bei. Zudem hätten die Kartell-Mitglieder zuletzt Geschlossenheit demonstriert, ergänzt Staunovo. Und bei den Ölproduzenten außerhalb der Opec plus komme die Produktion nur langsam in Gang.

Der steigende Ölpreis dürfte die Teuerungsraten weltweit anziehen lassen. Davon konnte am Freitag auch der Goldpreis profitieren: Das Edelmetall eroberte am Freitag die Marke von 1800 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm), nachdem der Preis am Donnerstag unter die psychologisch wichtige Marke gefallen war.

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.