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Ölpreise legen zu - Wahlkrimi in den USA

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NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund des weiterhin unklaren Wahlausgangs in den USA haben die Ölpreise am Mittwoch weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 40,63 US-Dollar. Das waren 92 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 85 Cent auf 38,51 Dollar.

An den Finanzmärkten hatte man zuvor auf einen eindeutigen Wahlausgang gehofft. Zuletzt sah es aufgrund der engen Rennen in den für die Wahl wichtigen sogenannten "Swing States" jedoch nach einer längeren Wartezeit bis zu gesicherten Ergebnissen aus.

Marktbeobachter sprachen aufgrund der besser als erwarteten Aussichten für den Amtsinhaber Donald Trump von einer gestiegenen Risikofreude. Aus Sicht von Warren Patterson, Rohstoffexperte der ING-Bank, hat der Ölpreis hiervon profitiert und würde durch einen Wahlsieg Trumps weiter gestützt. Der Grund: Dies mache die Chancen auf die Rückkehr des Irans auf den Weltmarkt für Rohöl weniger wahrscheinlich und dämpfe das Angebot.

In einem Umfeld der Nachfrageschwäche wegen der Corona-Krise hatte vor allem Libyen nach einem Waffenstillstand im Bürgerkrieg seine Produktion deutlich ausgeweitet. Das gestiegene Angebot lastete zusätzlich auf den Preisen.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank ging sogar noch einen Schritt weiter. Seiner Ansicht nach favorisieren die Ölmärkte klar Trump. Grund sei vor allem der stärkere Fokus des Herausforderers Joe Biden auf die erneuerbaren Energien. Ein knapper Wahlausgang und "eine mögliche Schlammschlacht" vor den Gerichten wäre laut Weinberg zudem denkbar schlecht für die Märkte.

Nicht nur in der Gesamtschau dürften die Ölmärkte von einer weiteren Amtszeit des Republikaners profitieren: Insbesondere auf die in den vergangenen Jahren boomende Fracking-Industrie in den USA könnten unter Biden zusätzliche Umweltauflagen zukommen.