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Ölpreise drehen ins Minus - Höhenflug vorerst gestoppt

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken und haben damit an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Der Höhenflug der Notierungen seit Beginn des Monats scheint damit vorerst gestoppt. Nachdem die Ölpreise am Morgen noch leicht zulegen konnten, drehten sie am Vormittag in die Verlustzone.

Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 40,03 Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 94 Cent auf 37,25 Dollar.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank verwies auf die Förderpolitik Saudi-Arabiens. Am Montag hatte das führende Opec-Land klargestellt, dass eine freiwillige Förderkürzungen ab Juli nicht mehr fortgesetzt werde. Saudi-Arabien hat Förderkürzungen über ein mit anderen Förderstaaten vereinbartes Ziel hinaus ergriffen, um den Preisverfall am Ölmarkt zu stoppen.

Außerdem gibt es Hinweise, dass sich in Libyen eine Erhöhung der Fördermenge anbahnt. Am Wochenende hatten zwei wichtige Ölfelder des nordafrikanischen Landes den Betrieb wieder aufgenommen, nachdem die Förderung wegen des Bürgerkriegs eingestellt worden war.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Entwicklung der Ölreserven in den USA wieder stärker in den Fokus rücken. Am Abend werden Lagerdaten des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) erwartet, bevor die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung am Mittwoch auf dem Programm stehen. Am Markt wird erwartet, dass die amerikanischen Ölreserven in der vergangenen Woche weiter gesunken sind, allerdings nicht so stark wie in der Woche zuvor.