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Das sind die ärmsten Länder der Welt

Ben Mendelso
·Lesedauer: 5 Min.

Die Armut eines Landes kann anhand unterschiedlicher Kriterien bemessen werden. Wir zeigen die zehn ärmsten Länder der Welt im Ranking 2021, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf.

Eine Schulklasse in Niamey, der Hauptstadt vom Niger: Das Land hat eine der höchsten Analphabetenraten der Welt. Foto: dpa
Eine Schulklasse in Niamey, der Hauptstadt vom Niger: Das Land hat eine der höchsten Analphabetenraten der Welt. Foto: dpa

Schöne Strände und Bodenschätze führen nicht immer zu Reichtum. Im Gegenteil: Durch Ausbeutung können Länder schnell in Armut versinken. Doch Armut eines Landes kann anhand unterschiedlicher Kriterien bemessen werden. Dieses Ranking zeigt die zehn ärmsten Länder der Welt im Jahr 2019, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Aktuelle Zahlen für das vergangene Jahr 2020 liegen noch nicht vor.

In den Daten des Internationalen Währungsfonds gibt es allerdings keine vergleichbaren Informationen über Länder wie Nordkorea oder Syrien, da zu diesen Ländern entsprechende Zahlen fehlen. Unter diesen Voraussetzungen sind dies die zehn ärmsten Länder der Welt im Ranking 2021:

Die zehn ärmsten Länder der Erde im Ranking 2021

Platz 10: Niger, Afrika

Das Ranking beginnt mit der Republik Niger auf Platz 10 der ärmsten Länder der Welt. In dem westafrikanischen Binnenstaat betrug 2019 das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 553,92 Dollar.

Ein Grund für die hohe Armut ist die Geburtenrate, die ist nämlich in keinem Land so hoch wie in Niger: Eine Frau bekommt dort im Durchschnitt sieben Kinder. Doch dem Land fehlt es an Nahrung für die vielen Menschen. Ein großer Teil von Niger liegt in der Sahara. Und es mangelt an Bildungs-Infrastruktur: Niger hat eine der höchsten Analphabetenraten der Welt.

Platz 9: Sierra Leone, Afrika

77 Prozent der Bürger in Sierra Leone haben weniger als zwei US-Dollar am Tag zum Leben. Mit diesem hohen Armutsanteil ist der westafrikanische Staat das neuntärmste Land der Welt. 2019 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 539,12 Dollar.

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Dabei gibt es in Sierra Leone große Diamantenvorkommen. Im Konflikt über den Abbau dieser Ressource entbrannte aber in den 1990er-Jahren ein Bürgerkrieg. Dieser dauerte bis 2002 und erschütterte Sierra Leone schwer.

Platz 8: Madagaskar, Afrika

Wer den Namen Madagaskar hört, denkt vielleicht im ersten Moment an weiße Sandstrände und dichte Regenwälder – oder an gleichnamige Zeichentrickfilme. Doch jedes Paradies hat auch Schattenseiten.

In Madagaskar ist es vor allem die Armut der Bevölkerung. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2019 auf der viertgrößten Insel der Welt bei gerade einmal 525,3 Dollar. Damit ist Madagaskar das achtärmste Land der Welt.

Nicht alles in Madagaskar sieht aus wie im romantischen Spielfilm: Das Land gehört zu den ärmsten auf der Welt. Foto: dpa
Nicht alles in Madagaskar sieht aus wie im romantischen Spielfilm: Das Land gehört zu den ärmsten auf der Welt. Foto: dpa

Platz 7: Demokratische Republik Kongo, Afrika

Eigentlich ist die Demokratische Republik Kongo reich an Bodenschätzen, die entlang des Flusses Kongo vorkommen. Doch seitdem die Portugiesen und Belgier bereits in der Kolonialzeit damit begannen, die Bodenschätze zu fördern, wird das Land ausgebeutet und leidet stark unter dem Reichtum des Bodens.

Das Land selbst erwirtschaftet daher wenig und mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner von 508,95 Dollar im Jahr 2019 steht die Demokratische Republik Kongo auf Platz 7 der ärmsten Länder der Welt.

Die Demokratische Republik Kongo steht trotz reicher Ressourcenvorkommen auf Platz 7 der ärmsten Länder der Welt. Foto: dpa
Die Demokratische Republik Kongo steht trotz reicher Ressourcenvorkommen auf Platz 7 der ärmsten Länder der Welt. Foto: dpa

Platz 6: Afghanistan, Südasien

Afghanistan kommt in den deutschen Nachrichten meist vor, wenn über Anschläge der Taliban oder die Mission der dort stationierten Nato-Soldaten berichtet wird.

Die deutsche Bundeswehr ist in Afghanistan seit 2002 im Einsatz, ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Afghanistan ist außerdem mit einem BIP pro Kopf von 507,29 Dollar eines der ärmsten Länder der Welt und steht auf Platz 6 des Rankings.

Platz 5: Mosambik, Afrika

Auf dem fünften Rang der ärmsten Länder der Welt liegt das südafrikanische Mosambik. Der Staat zwischen Südafrika und Tansania hatte 2019 ein BIP pro Kopf von 487,69 Dollar. Auch in Mosambik wütete ein Bürgerkrieg, der 15 Jahre dauerte, bis 1992.

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Der Krieg prägte Mosambik über Jahrzehnte, etwa durch unzählige Landminen im Boden. 2015 gab die britische NGO Halo Trust bekannt, Mosambik sei minenfrei – in den Jahrzehnten zuvor waren etwa 171.000 Landminen entfernt worden.

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi trifft Italiens Premierminister Giuseppe Conte. Foto: dpa
Mosambiks Präsident Filipe Nyusi trifft Italiens Premierminister Giuseppe Conte. Foto: dpa

Platz 4: Zentralafrikanische Republik, Afrika

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der am wenigsten entwickelten Länder in Afrika. Die Menschen in dem Staat haben mit durchschnittlich 52,8 Jahren eine sehr geringe Lebenserwartung. 2019 lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Zentralafrikanischen Republik bei gerade einmal 479,86 Dollar.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Foto: dpa
Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Foto: dpa

Platz 3: Malawi, Afrika

Ein noch geringeres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hat Malawi. Das BIP pro Kopf im ostafrikanischen Staat lag 2019 bei 377,72 Dollar.

Die meisten Menschen in Malawi arbeiten als Kleinbauern und sind laut Welthungerhilfe besonders stark vom Klimaphänomen El Niño betroffen: wiederkehrende Trockenheit in einigen, starke Regenfälle in anderen Regionen. Beides führe zu Missernten und verstärke den Hunger in Malawi, so die NGO.

Auch in Blantyre in Malawi ist die Landwirtschaft immer wieder von zunehmender Trockenheit betroffen. Foto: dpa
Auch in Blantyre in Malawi ist die Landwirtschaft immer wieder von zunehmender Trockenheit betroffen. Foto: dpa

Platz 2: Südsudan, Afrika

Das zweitärmste Land der Welt ist der Südsudan – und noch dazu eines der jüngsten. Die Menschen im Südsudan stimmten 2011 bei einem Referendum für die Unabhängigkeit vom Sudan, daraufhin brach von 2013 bis 2018 ein Bürgerkrieg aus. Der Südsudan gilt als gescheiterter Staat. 2019 betrug das BIP pro Einwohner 368,84 Dollar.

UN-Blauhelmsoldaten im Einsatz im Südsudan, dem zweitärmsten Land der Welt. Foto: dpa
UN-Blauhelmsoldaten im Einsatz im Südsudan, dem zweitärmsten Land der Welt. Foto: dpa

Platz 1: Burundi, Afrika

Das ärmste Land der Welt ist Burundi. Auch Burundis Wirtschaft ist durch einen jahrelangen Bürgerkrieg geschwächt. Hinzu kommen innenpolitische Instabilität und ethnisch-soziale Spannungen. 2019 kam ein Einwohner von Burundi durchschnittlich auf ein BIP von lediglich 269,83 Dollar.

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