Bei einem derart dreisten Sozialbetrug blieb selbst dem Richter nach eigenen Angaben "die Spucke weg". Ein Mann aus Düsseldorf hat jahrelang Hartz-IV-Leistungen empfangen - und gleichzeitig auf einem Konto in Liechtenstein rund eine halbe Million Euro gebunkert. Steuerfahnder kamen dem Betrüger jedoch auf die Schliche - nun muss der Angeklagte rund 200 000 Euro zahlen.
"Ihnen ging es nur ums Geld, nicht um ihre Mutter", mahnte der Richter den Angeklagten bei der Verhandlung im Düsseldorfer Amtsgericht. Der Jurist zeigte sich fassungslos angesichts der Dreistigkeit, die der 67-jährige ehemalige Bilanzbuchhalter aus Düsseldorf an den Tag gelegt hatte. Während er in Liechtenstein ein Konto mit nahezu einer halben Million Euro unterhielt, bezog er in Deutschland über mehrere Jahre Hartz-IV-Leistungen. Als Begründung verwies er unter anderem auf seine kranke Mutter, die er pflegen müsse, wie das Onlineportal "Der Westen" berichtet.
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Steuerfahnder entdeckten das Liechtensteiner Vermögen des Mannes, nachdem drei Männer angeklagt wurden, die die Liechtensteiner Landesbank erpresst hatten. In den Daten zahlreicher Bankkunden, die durch den Fall ans Licht kamen, stießen die Fahnder auf Kontoauszüge des Steuerbetrügers, den sie schließlich in der Wohnung seiner Mutter aufspüren konnten. Wie viel Geld der Angeklagte insgesamt besitze, sei unklar. Laut dem Richter gebe es sogar Hinweise auf weitere Auslandskonten.
Der Angeklagte rechtfertigte das unversteuerte Vermögens und den unrechtmäßigen Hart-IV-Bezug mit seiner kranken Mutter, die er habe pflegen müssen. „Ihre Rente reichte nicht für uns beide.“ Der Bezug von Hartz IV sei „ein Fehler“ gewesen, aber „unvermeidlich", zitiert "Der Westen" den Mann.
Obwohl das Verbrechen laut dem Richter "nach einer Gefängnisstrafe" schreie, verurteilte er den Mann letztendlich zu einer Geldstrafe. Davon profitiere die Gesellschaft mehr, so die Begründung des Juristen. Der Angeklagte muss nun 50.000 Euro an den Staat zahlen, weitere 100.000 Euro an gemeinnützige Organisationen sowie 53.000 Euro an die Arge.
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