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ANALYSE: Lanxess fährt zu heißen Reifen - Goldman senkt auf 'Neutral'

NEW YORK (dpa-AFX) - Im gebeutelten Chemiesektor haben sich die Aktien von Lanxess <DE0005470405> bislang recht gut gehalten. Doch nun hat die US-Investmentbank Goldman Sachs den Daumen gesenkt und die Einstufung von "Buy" auf "Neutral" gesenkt. Grund ist die hohe Abhängigkeit des Unternehmens vom Reifenmarkt, immerhin die zweithöchste im europäischen Chemiesektor, erklärte Analystin Georgina Iwamoto in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Da die Autoanalysten von Goldman mit einer abgeschwächten Reifenproduktion in diesem und im kommenden Jahr rechneten, habe sie ihre Schätzungen für den operativen Gewinn des einstigen Bayer-Sprösslings um jeweils 1,5 Prozent für die Jahre 2020 und 2021 gesenkt. Immerhin: Selbst mit dem von 63 auf 61 herabgesetzten Kursziel hat die Aktie in den Augen der Analystin noch Potenzial angesichts des aktuellen Kurses etwas unter 55 Euro.

Die Schwierigkeiten der Autoindustrie strahlen damit einmal mehr auf die Zulieferer und die Hersteller der benötigten Grundstoffe aus. Die gedrückte Nachfrage nach Reifen und der Abbau der Lagerbestände werde bei Lanxess vor allem die Sparten Advanced Industrial Intermediates und Rhein Chemie betreffen. Die bislang gute Kursentwicklung von Lanxess gegenüber anderen Chemiewerten sei angesichts des stabilen Ausblicks für 2019 und des Verkaufs des Anteils am Chemieparkbetreiber Currenta zwar gerechtfertigt - angesichts der Aussichten über dieses Jahr hinaus sei das Chance-Risiko-Verhältnis aber nur noch ausgeglichen.

Einen Bonbon für die Anleger hat die Analystin dennoch: Langfristig sollte sich die Restrukturierung auszahlen. Das Management habe seine Verdienste für den Aktienwert schon mit dem Rückkauf im ersten Halbjahr unter Beweis gestellt./mf/mis/fba

Bei Aktien mit der Einstufung "Neutral" erwartet Goldman Sachs auf dem aktuellen Kursniveau sowie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Unternehmen aus der gleichen Branche ein eher durchschnittliches Renditepotenzial.

Analysierendes Institut Goldman Sachs.

Veröffentlichung der Original-Studie: 07.10.2019 / 17:03 / BST Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben