Deutsche Märkte öffnen in 7 Stunden 31 Minuten
  • Nikkei 225

    26.107,65
    -315,82 (-1,20%)
     
  • Dow Jones 30

    31.037,68
    +69,86 (+0,23%)
     
  • BTC-EUR

    20.188,92
    +135,51 (+0,68%)
     
  • CMC Crypto 200

    440,40
    +4,88 (+1,12%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.361,85
    +39,61 (+0,35%)
     
  • S&P 500

    3.845,08
    +13,69 (+0,36%)
     

Putin verliere den Krieg in der Ukraine, weil er einen klassischen Managementfehler mache, sagen Experten

Wladimir Putins Krieg in der Ukraine läuft nicht wie geplant.
Wladimir Putins Krieg in der Ukraine läuft nicht wie geplant.

Der Krieg in der Ukraine läuft schlecht für Russlands Präsident Wladimir Putin. Nach Ansicht von Experten führt das dazu, dass Putin immer stärker persönlich das Vorgehen seiner Armee bestimmt. Die Zeitungen "Guardian" und der "Sunday Times" haben mit westlichen Militärquellen gesprochen, denen zufolge Putin immer mehr direkte militärische Entscheidungen selbst trifft – und diese nicht seinen Befehlshabern überlässt.

Ein von der "Sunday Times" zitierter Beamter beschrieb die Situation mit einer Analogie zu Amazon: "Jeff Bezos liefert keine Pakete aus, er trifft strategische Entscheidungen."

Offenbar ist Putin immer stärker im Mikromanagement von Russlands Kriegsanstrengungen beteiligt. Das bedeutet, er mischt sich in Detailentscheidungen ein, delegiert Aufgaben nicht an Untergebene. Das sei ein klassischer Managementfehler.

"Dass sich hochrangige Leute auf taktischer Ebene engagieren, ist für die Art und Weise, wie das russische Militär kämpft, nichts Ungewöhnliches", sagt Sam Miles, Militärexperte an der Duke University im US-Bundesstaat Tennessee.

Insbesondere spielt Putin eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Truppenbewegungen im Donbass, wo die Russen in der letzten Woche nach mehreren gescheiterten Versuchen, einen strategisch wichtigen Fluss zu überqueren, mehrere Rückschläge erlitten haben, heißt es.

In den russischen Streitkräften sei es üblich, dass Generalstabsoffiziere ihre Truppen direkt auf das Schlachtfeld begleiten, so Miles. Sogar Generalsstabschef Waleri Gerasimow tat dies Anfang dieses Monats in Isjum – und wurde offenbar dabei verwundet. Die Entsendung hochrangiger Kommandeure direkt an die Front ist jedoch einer der Hauptgründe dafür, dass Russland seit Beginn des Krieges so viele hochrangige Offiziere verloren hat.

Miles zufolge müssen wichtige militärische Entscheidungen erst weit in der Befehlshierarchie bis zu einem hochrangigen Offizier hinaufgehen, bevor sie umgesetzt werden können. Bis die Genehmigung erteilt wird, kann die Situation vor Ort schon ganz anders aussehen.

"Das ist keine gute Art, Kriege zu führen", sagte Miles. "Es ist bei weitem nicht die effektivste Militärkultur." Darin liegt seiner Ansicht nach aber der Schlüssel, um die schlechte Leistung der Russen auf dem Schlachtfeld zu verstehen.

Im Kontrast dazu sind Berufssoldaten in westlichen Armeen darauf trainiert, Gelegenheiten zur Ausführung ihrer Befehle zu erkennen, wenn sich die Lage auf dem Schlachtfeld ändert. All das kann ein politischer Führer wie Putin, der weit von der Front entfernt ist, nicht erkennen.

"Ich denke, es ist unvermeidlich, dass Putin in das Mikromanagement einsteigt, weil dies sein Krieg ist", sagte Miles. "Wir wissen, dass die ganze Sache von einer sehr kleinen Gruppe geplant wurde – mit Putin im Zentrum." Militärquellen gehen davon aus, dass Putins starkes Mitmischen bei militärischen Operationen zu Russlands Misserfolgen beitragen könnte.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.