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Vereinte Nationen erwarten Exodus aus Mossul

Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass die Schlacht um Mossul Hunderttausende Zivilisten in die Flucht schlagen wird. Es bestehe die Gefahr, dass Familien in die Schusslinie geraten oder von Scharfschützen ins Visier genommen werden, sagte ein UN-Vertreter. Hilfsorganisationen vor Ort sind in Alarmbereitschaft:

“Die Norwegische Flüchtlingshilfe bereitet sich auf eine riesige Flüchtlingswelle innerhalb des Irak vor. Wir erwarten in den ersten Wochen bis zu 200.000 Menschen und in den nächsten Monaten rund 700.000 Flüchtlinge. Die Hilfsorganisationen versuchen, sich darauf vorzubereiten, aber eine so große Anzahl von Menschen ist äußerst herausfordernd”, sagt Courtney Lare, Mitarbeiterin der Hilfsorganisation.

6.000 families have fled Mosul & surrounding areas to arrive at Debaga camp. Safety of civilians must be top priority in offensive on Mosul! pic.twitter.com/Jo5NYhz4yi— NRC (@NRC_Norway) October 16, 2016

Auch in der Türkei werden Vorkehrungen für die Ankunft von Flüchtlingen aus Mossul getroffen. Laut Vizeministerpräsident Numan Kurtulmuş besteht aber auch die Möglichkeit, dass der Exodus ausbleibt.

“Wenn in Mosul etwas schief läuft, werden Hunderttausende Flüchtlinge in die Türkei kommen. Die Türkei ist bereit, sie aufzunehmen, doch wenn die Operation in Mossul fehlerlos abläuft, wird es keine Flüchtlingswelle geben”, so Kurtulmuş.

Die Vereinten Nationen riefen alle am Kampf um Mossul beteiligten Kriegsparteien auf, Zivilisten zu verschonen und Menschenrechte zu achten.

#Iraq: UN humanitarian chief calls for protection of civilians as military operations to retake #Mosul start. https://t.co/7jrkDvWndh pic.twitter.com/YOa7M1Zemj— UN News Centre (@UN_News_Centre) October 17, 2016