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Größter Hedgefonds der Welt wettet gegen Europa

Der größte Hedgefonds der Welt setzt auf massive Kursverluste europäischer Top-Konzerne. Ray Dalio, Bridgewater Associates, Westport, Connecticut, Manager von 160 Milliarden Dollar (knapp 130 Milliarden Euro, zum Vergleich: Siemens ist an der Börse knapp 93 Milliarden Euro wert, die Deutsche Bank 27) hat seit Ende Januar sogenannte Short-Positionen fast in jedem zweiten Dax-Titel aufgebaut, über einen Gesamtbetrag von mehr als 6 Milliarden Euro, so Pflichtveröffentlichungen im Bundesanzeiger. Ingesamt wettet der US-Hedgefonds mit mehr als 14 Milliarden Euro gegen Europa. Unter anderem gegen die französische Total, die italienische Intesa Sanpaolo und die ING aus den Niederlanden. 13 Dax-Konzerne trifft es mit mindestens 0,5% der Marktkapitalisierung, darunter Deutsche Bank, Allianz, BASF und Siemens. Die Siemens-Aktie ist die größte sogenannte „Short-Position“ Bridgewaters auf europäische Aktien – eine Milliarde US-Dollar hat der Hedgefonds auf einen Kurseinbruch des Technologiekonzerns gesetzt.

Bei Leerverkäufen leihen Investoren sich Aktien, um sie zu verkaufen. Dabei hoffen sie, die Papiere bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können.

Das Umfeld ist einladend, findet Börsianer Oliver Roth, Oddo Seydler, Frankfurt:

“Es ist klar, wenn die Zinsen steigen, werden wir Umschichtungen sehen – raus aus Aktien, rein in Renten – früher oder später. Wann das passiert, ist noch nicht so ganz klar. Aber allein der Ausblick darauf macht die Investoren nervös. Deswegen werden wir im Jahr 2018 sicherlich von größeren Preisschwankungen ausgehen müssen als wir das in den letzten Jahren hatten.“

Solange Dalio an seiner Wette festhalte, heiße das Hochspannung für Politik, Wirtschaft und Finanzmarkt, meinen Analysten (Stephan Heibel, Heibel-Ticker).

Sigrid Ulrich mit Reuters