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Dünnpfiff-Alarm auf Mallorca: Briten des Fäkalbetrugs verdächtig

Mallorca ist nicht nur bei deutschen Touristen beliebt. Auch Briten fahren gerne dort hin, und das trotz der Tatsache, dass Briten auf der spanischen Ferieninsel auffällig oft krank werden – angeblich zumindest. Über Durchfall klagten sie, krank vom Hotelessen; deshalb verlangten sie Schadensersatz von den Reiseveranstaltern, diese gaben die Forderungen weiter an Mallorcas Hoteliers.

Dass da etwas nicht stimmen kann, fiel erst auf, als die Fälle kranker Briten im vergangenen Jahr um 700 Prozent in die Höhe schnellten, teilt der Hotelverband der Insel mit. Doch da war es schon zu spät, der Schaden wird inzwischen auf rund 50 Millionen Euro beziffert.

Eine Betrugsmasche, zu der die Touristen sogar von organisierten Kriminellen aufgefordert wurden. Diese lungerten mutmaßlich vor den Hotels herum und sprachen gezielt Briten an. Danach wurde mit dem ergaunerten Geld Halbe-Halbe gemacht. Warum ausgerechnet Briten? Wegen eines Lapsus in deren Gesetzeswerk. Dieses erlaubt sehr einfach das Stellen einer Schadensersatzforderung. Ein Kassenbon einer Apotheke auf Mallorca für ein Durchfallmedikament reicht, sogar noch drei Jahre später, wenn darmseitig garantiert nichts mehr nachweisbar ist.

Inzwischen haben mehrere Stellen reagiert. Die Hotels haben Druck gemacht, das britische Gesetz zu ändern. Die britische Regierung hat reagiert und zeigt den Willen, etwas zu tun. Die spanische Polizei hat mehrere Verdächtige festgenommen. Und die Apotheker verweigern die Herausgabe von Kassenzetteln.

Ein Reiseveranstalter hat bereits einen Prozess gegen Touristen gewonnen, die unrechtmäßig Schadensersatz gefordert haben. Das hat offenbar Wirkung gezeigt: Laut Presseberichten wurde in Großbritannien eine Sammelklage zurückgezogen. Daran beteiligt waren 3.500 Personen.