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SGL Carbon SE (SGL.F)

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Kurs Vortag9,41
Öffnen9,69
Gebot9,58 x 130000
Briefkurs9,61 x 130000
Tagesspanne9,69 - 9,69
52-Wochen-Spanne2,60 - 9,88
Volumen2.370
Durchschn. Volumen5.158
Marktkap.1,195B
Beta (5 J., monatlich)1,90
Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.)N/A
EPS (roll. Hochrechn.)-0,97
GewinndatumN/A
Erwartete Dividende & RenditeN/A (N/A)
Ex-Dividendendatum02. Mai 2013
1-Jahres-Kursziel9,41
  • DGAP

    SGL CARBON SE: SGL Carbon SE veröffentlicht vorläufige Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Halbjahr und hebt Prognose für 2021 an

    SGL CARBON SE / Schlagwort(e): Prognose SGL CARBON SE: SGL Carbon SE veröffentlicht vorläufige Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Halbjahr und hebt Prognose für 2021 an 13.07.2021 / 13:04 CET/CEST Veröffentlichung einer Insiderinformation nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Wiesbaden, 13.07.2021. Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung des

  • DGAP

    SGL Carbon mit solider Geschäftsentwicklung im ersten Quartal – Prognose für 2021 vollumfänglich bestätigt

    Konzern-Umsatzerlöse im ersten Quartal 2021 bei 241,5 Mio. € 2 % unter Vorjahr (währungsbereinigt auf Vorjahresniveau) Erwarteter positiver Effekt aus Vertragsbeendigung mit einem Kunden im Geschäftsbereich Graphite Solutions trägt mit rund 9 Mio. € zu Umsatz und Ergebnis bei Umsetzung des Transformationsprogramms verläuft in allen Bereichen planmäßig EBITDA bereinigt steigt auf 33,0 Mio. € (Q1/2020 29,0 Mio. €), EBIT erhöht sich auf 17,0 Mio. € (Q1/2020 6,4 Mio. €) Positives Nettoergebnis von 6,1 Mio. € (Q1/2020 minus 4,3 Mio. €) Liquide Mittel zum 31. März 2021 bei 168,6 Mio. € (Jahresende 2020 141,8 Mio. €) Nettofinanzschulden sinken um 5 % auf 271,5 Mio. € (Jahresende 2020 286,5 Mio. €). Eigenkapitalquote steigt auf 20,4 % (Jahresende 2020 17,5 %) Ausblick für das Gesamtjahr 2021 vollumfänglich bestätigt Die Konzern-Umsatzerlöse der SGL Carbon betrugen im ersten Quartal 241,5 Mio. € (Q1/2020 246,8 Mio. €), was einen leichten Rückgang um 2 % darstellt. Währungsbereinigt lag der Umsatz auf Vorjahresniveau. Der Umsatz der SGL Carbon entwickelte sich im ersten Quartal in den verschiedenen Kundenindustrien unterschiedlich. Im Bereich des automobilen Leichtbaus sowie in der Halbleiterindustrie profitierte das Unternehmen von einer wieder anziehenden Konjunktur. Dagegen litten vor allem die Entwicklung im spätzyklischen Graphitgeschäft für industrielle Anwendungen und die Nachfrage nach Lösungen für die Chemiebranche weiter unter einer pandemiebedingten Schwäche. Der Auftragseingang der letzten Monate deutet jedoch in der Chemie auf eine spürbare Erholung hin. Ergebnisseitig konnte das Unternehmen im ersten Quartal die Kennzahlen weiter verbessern. So stieg das EBITDA bereinigt in der Berichtsperiode um 14 % auf 33,0 Mio. € (Q1/2020 29,0 Mio. €). Das EBIT erhöhte sich ebenfalls deutlich auf 17,0 Mio. € gegenüber 6,4 Mio. € im ersten Quartal 2020. Darüber hinaus erzielte das Unternehmen nun auch wieder ein positives Nettoergebnis in Höhe von 6,1 Mio. € gegenüber minus 4,3 Mio. € in der Vorjahresperiode. Zur positiven Ergebnisentwicklung trug unter anderem die konsequente weitere Umsetzung des Restrukturierungs- und Transformationsprogramms bei. Diese verläuft in allen Bereichen planmäßig. Mit insgesamt 700 Maßnahmen in den Bereichen Einkauf, Personal, Operations und den Servicefunktionen erzielen wir über alle Standorte hinweg stetige Fortschritte. Dabei werden auch Mitarbeiter abgebaut – die geplanten Personalmaßnahmen sind zum ersten Quartal bereits zu mehr als 60 % umgesetzt. Darüber hinaus hat die SGL Carbon auch im ersten Quartal weiter einen klaren Fokus auf die Steigerung der liquiden Mittel und die Reduzierung der Verschuldung gelegt. So entwickelten sich die liquiden Mittel mit rund 168,6 Mio. € zum 31. März 2021 positiv gegenüber Jahresende (141,8 Mio. €). Der Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten war mit 24,1 Mio. € positiv. Die Nettofinanzschulden der SGL Carbon verringerten sich zum 31. März 2021 um 5 % auf 271,5 Mio. € (Jahresende 2020 286,5 Mio. €). „Unser Ergebnis im ersten Quartal zeigt, dass wir – trotz des nach wie vor bestehenden Gegenwinds in einigen unserer Märkte – liefern. Ein zentrales Element dabei ist unser weltweites Restrukturierungs- und Transformationsprogramm, bei dem wir sehr gut vorankommen. Aber auch operativ gibt es bereits einige Bereiche bei der SGL Carbon, die wieder eine zunehmende Nachfrage sehen und nun gestärkt aus der Krise kommen. Darüber hinaus fahren wir jetzt eine klare ‚Preis-vor-Menge‘-Strategie, mit der wir auf Profitabilität fokussieren. Die Prognose für das Gesamtjahr 2021 bestätigen wir unverändert.“ erklärt Dr. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon. Profitabilität verbessert Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 9,4 Mio. € in Q1/2020 auf minus 6,4 Mio. € im Berichtszeitraum. Insbesondere gesunkene Zinsaufwendungen für Pensionen und geringere Effekte für die Aufzinsung von Verbindlichkeiten, sowie Fremdwährungsbewertungen von Konzerndarlehen führten zu dieser positiven Entwicklung. Aufgrund des gestiegenen EBIT und des verbesserten Finanzergebnisses konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern von minus 3,0 Mio. € in der Vorjahresperiode auf 10,6 Mio. € in der Berichtsperiode gesteigert werden. Geschäftsentwicklung nach Segmenten Neue Struktur der Berichtssegmente Seit dem 1. Januar 2021 werden die operativen Geschäfte der SGL Carbon in vier Geschäftsbereichen geführt. Damit wurden fokussierte Geschäftsbereiche geschaffen, die jeweils über ein homogenes Geschäftsmodell verfügen und für die eine Ergebnisverantwortung klar definiert werden kann. Das bisherige Berichtssegment Composites – Fibers & Materials (CFM) wurde in die Bereiche Carbon Fibers (CF) und Composite Solutions (CS) aufgeteilt. Das bisherige Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) wurde in Graphite Solutions (GS) und Process Technology (PT) separiert. Berichtssegment Graphite Solutions (GS): Dynamische Nachfrage aus dem Halbleiterbereich Die Umsatzentwicklung im Berichtssegment Graphite Solutions (GS) lag im ersten Quartal 2021 mit 108,3 Mio. € um rund 3 % (währungsbereinigt keine Veränderung) geringfügig unter dem Vorjahresniveau, jedoch leicht über unseren Erwartungen. Das Marktsegment Batterie & sonstige Energie hat sich gegenüber dem Vorjahr stabil entwickelt. Zudem ist in diesem Marktsegment im ersten Quartal 2021 ein erwarteter positiver Umsatz- und Ergebniseffekt in Höhe von rund 9 Mio. € aus einer vorzeitigen Vertragsbeendigung entstanden. Das Marktsegment LED & Halbleiter konnte die Umsätze deutlich steigern. Dagegen ist die Nachfrage aus dem Marktsegment Industrielle Anwendungen im ersten Quartal 2021 weiterhin zurückhaltend. Gegenüber dem guten Vorjahresquartal (Q1/2020 20,8 Mio. €) ist das EBITDA bereinigt im Berichtsquartal vor allem durch die Ausgleichsleistung um 10 % auf 22,9 Mio. € angestiegen. Dies führte zu einem temporären Anstieg der EBITDA-Marge auf 21,1 % (Q1/2020 18,6 %). Analog zur Umsatzentwicklung verzeichneten die Marktsegmente Batterie & sonstige Energie und LED & Halbleiter einen Ergebnisanstieg, während das Ergebnis im Marktsegment Automobil & Transport aufgrund von Produktivitätsverbesserungen gesteigert werden konnte. Alle anderen Marktsegmente verzeichneten einen nachfragebedingten Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Berichtssegment Process Technology (PT): Auftragseingang aus der chemischen Industrie deutet auf Erholung hin Die Umsatzerlöse im Berichtssegment Process Technology (PT) haben sich im ersten Quartal mit minus 16 % (währungsbereinigt minus 18 %) auf 19,3 Mio. € deutlich rückläufig entwickelt (Q1/2020 23,0 Mio. €). Hauptgrund hierfür war der im Vorjahr pandemiebedingt gesunkene Auftragseingang aus allen drei Regionen (Asien, Europa und Nordamerika). Nachdem die Nachfrage aus der Chemischen Industrie seit Mitte 2020 rückläufig war, hat sich der Auftragseingang im ersten Quartal 2021 unter anderem durch Vertragsabschlüsse bei Syntheseanlagen spürbar erholt. Der erwartete temporäre Umsatzrückgang führte auch zu einer Verringerung des EBITDA bereinigt von 0,7 Mio. € im Vorjahresquartal auf minus 0,5 Mio. € im Berichtsquartal. Dies entspricht einer EBITDA Marge von minus 2,6 % (Q1/2020 3,0%). Berichtssegment Carbon Fibers (CF): Automotive-Geschäft zieht spürbar an Die Umsatzerlöse im Berichtssegment Carbon Fibers (CF) entwickelten sich im ersten Quartal 2021 mit 81,1 Mio. € auf Vorjahresniveau (währungsbereinigt plus 4 %) und liegen leicht über den Erwartungen. Die Ertragslage war im ersten Quartal 2021 geprägt vom erfreulichen Automobilgeschäft, das über den Erwartungen und dem Vorjahr lag. Die Umsatzerlöse im Windenergiemarkt lagen im ersten Quartal 2021 leicht unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Acrylfasern ist dagegen von aktuell volatilen Rohstoffpreisen geprägt und weist einen rohstoffpreisbedingt höheren Umsatz aus, was auf den gestiegenen Acrylnitril-Preis zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse in den anderen Kundenindustrien entwickelten sich leicht rückläufig aufgrund von Portfoliobereinigungen. Wesentliche At-Equity bilanzierte Beteiligung ist das dem Marktsegment Automobil zugeordnete Geschäft Carbon Ceramic Brake Discs (Brembo SGL: Entwicklung und Produktion von Carbon-Keramik-Bremsscheiben), das an zwei Standorten in Meitingen und Stezzano (Italien) produziert. Der Umsatz der At-Equity bilanzierten Beteiligungen stieg im ersten Quartal 2021 um rund 33 % auf 62,4 Mio. € (Q1/2020 46,9 Mio. €, jeweils 100 % der Werte der Gesellschaften) und ist nicht im Konzernumsatz der SGL Carbon enthalten. Das EBITDA bereinigt im ersten Quartal 2021 verbesserte sich deutlich auf 13,9 Mio. € gegenüber 10,3 Mio. € im Vorjahresquartal wegen des um 3,7 Mio. € verbesserten Ergebnisses aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen. Im Marktsegment Textile Fasern konnten die gestiegenen Rohstoffpreise im Wesentlichen an die Kunden weitergereicht werden, allerdings ohne eine Verbesserung der Bruttomarge. Die EBITDA-Marge im Berichtssegment verbesserte sich deutlich auf 17,1 % nach 12,6 % im Vorjahresquartal. Berichtssegment Composite Solutions (CS): Umsatzplus von 24 % zum Jahresauftakt Das Berichtssegment Composite Solutions (CS) ist durch die Coronakrise aufgrund seines Umsatzanteils mit den überdurchschnittlich betroffenen Marktsegmenten Automobil und Luftfahrt stark von den Entwicklungen in diesen Kundenindustrien beeinflusst. Durch die Erholung im Marktsegment Automobil und den Anlauf von neuen Automobilprojekten hat das erste Quartal erfreulich begonnen. In diesem Zusammenhang erweitern wir derzeit unseren Standort in Arkadelphia für die Produktion von Batteriekästen für die Elektromobilität. Die Umsatzerlöse im Berichtssegment CS stiegen im ersten Quartal 2021 deutlich um 24 % auf 28,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 23,0 Mio. € (währungsbereinigt: 26 %). Das EBITDA bereinigt im Berichtssegment CS verbesserte sich im ersten Quartal 2021 auf 1,8 Mio. € gegenüber minus 0,8 Mio. € im Vorjahresquartal. Entsprechend stieg die EBITDA-Marge in diesem Berichtssegment deutlich auf 6,3 % nach minus 3,5 % im Vorjahresquartal. Ursächlich für diese Entwicklung waren neben dem starken Umsatzzuwachs Einsparungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Berichtssegments und einzelne Verbesserungsinitiativen. Berichtssegment Corporate: Einmaleffekte aus Transformation Die Umsatzerlöse im Berichtssegment Corporate im ersten Quartal 2021 lagen erwartungsgemäß deutlich unter dem Vorjahresniveau (kein Währungseffekt). Dies ist auf gesunkene Mieterträge wegen des im Vorquartal erfolgten Verkaufs von Grundstücken mit Gebäuden sowie durch Wegfall von Einnahmen aus Serviceleistungen an veräußerte Geschäftsbereiche zurückzuführen. Das EBITDA bereinigt im Berichtssegment Corporate ging trotz Einsparungen bei der zentralen Forschungsabteilung deutlich auf minus 5,1 Mio. € gegenüber der Vorjahresperiode (Q1/2020 minus 2,0 Mio. €) zurück. Dieser Rückgang ist zum einen auf höhere Beratungsaufwendungen zurückzuführen, die sich in diesem Maße in den Folgequartalen nicht wiederholen werden, und zum anderen waren im Vorjahresquartal noch positive Ergebniseffekte aus Schlussabrechnungen für Serviceleistungen an veräußerte Geschäftsbereiche enthalten. Prognose Ausblick für 2021 voll bestätigt: Spürbares Umsatz- und Ergebniswachstum erwartet Wir bestätigen die Prognose für das Geschäftsjahr 2021. Die nachfolgenden Ausführungen fassen die im Geschäftsbericht 2020 gemachten detaillierten Aussagen zusammen. Die gesamtwirtschaftliche Situation bleibt weiterhin von Covid-19 dominiert. Insbesondere eine weitere Pandemiewelle und ein hiermit einhergehender weiterer Nachfragerückgang sind in der aktuellen Jahresprognose nicht berücksichtigt. Nach dem starken wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 gehen wir weiterhin davon aus, dass das Geschäftsjahr 2021 von einer moderaten Erholung geprägt sein wird. Das Periodenergebnis lag im ersten Quartal 2021 leicht über unseren Erwartungen. Dies beinhaltet den berichteten Effekt aus der Vertragsbeendigung im Berichtssegment Graphite Solutions und lässt sich somit nicht auf das Gesamtjahr projizieren. Finanzielle Konzernziele Mio. € Ist 2020 Prognose 20211) Umsatzerlöse 919,4 920 bis 970 EBITDA bereinigt 92,8 100 bis 120 Kapitalrendite (ROCE EBIT) 4,5 % leichte Verbesserung Konzernergebnis - fortgeführte Aktivitäten – 132,9 – 20 bis 0 Investitionen 55,8 Auf Höhe der Abschreibungen (rund 60) Free Cashflow2) 93,2 20 1) "Leicht" bezieht sich auf eine prozentuale Veränderung von bis zu 10 %; "Deutlich" auf eine prozentuale Veränderung von mehr als 10 % 2) Berechnung angepasst Seit Ende 2020 befindet sich das Berichtssegment Graphite Solutions im pandemiebedingten Abschwung vor allem resultierend aus dem Marktsegment Industrielle Anwendungen, was mit einer Abschwächung im Auftragseingang einherging. Wie berichtet, befanden wir uns im ersten Quartal 2021 in einer Konsolidierungsphase. Da wir bereits seit Jahresbeginn 2021 die Produktion wieder langsam hochgefahren haben, erwarten wir im Jahresverlauf ein leicht verbessertes Ergebnis aufgrund der steigenden Fixkostenabsorption sowie durch die Einsparungen aus der Restrukturierung. Im Berichtssegment Process Technology sehen wir aktuell eine Belebung bei Projektanfragen von Kunden. Da sich die Nachhaltigkeit des steigenden Auftragseingangs noch zeigen muss, gehen wir weiterhin von einem Umsatz und EBITDA bereinigt auf dem Niveau des Vorjahres aus. Die Ertragslage im Berichtssegment Carbon Fibers war 2020 geprägt vom Marktsegment Automobil, das sich trotz der Folgen der Pandemie positiv entwickelt hat und auch für das Geschäftsjahr 2021 positiv prägend sein sollte. Auch in den übrigen Produktbereichen bei Carbon Fibers erwarten wir Rohstoffpreissteigerungen, die teilweise an Kunden weitergereicht werden. Wir gehen weiterhin von einem Umsatz auf dem Niveau des Jahres 2020 aus, während sich das EBITDA bereinigt durch die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen leicht verbessern sollte. Der Umsatz im Berichtssegment Composite Solutions wird 2021 deutlich steigen, da zum einen neue Automobilprojekte wie die Fertigung von Batteriekästen auf Basis von Verbundwerkstoffen anlaufen, aber auch in den bestehenden Serienprojekten eine hohe Nachfrage vorhanden ist. Insbesondere das deutlich gesteigerte Umsatzvolumen wie auch Einsparungen werden zu einem positiven EBITDA bereinigt beitragen. In Summe konnten wir die liquiden Mittel zum Ende des ersten Quartals 2021 gegenüber dem Jahresende 2020 erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2021 erwarten wir unverändert ein Investitionsbudget auf dem Niveau der Abschreibungen. Durch die Belebung der Geschäfte erwarten wir im Jahresverlauf einen Anstieg im Working Capital. Durch die angepasste Darstellung der gezahlten und erhaltenen Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erwarten wir einen positiven Free Cashflow in Höhe der verschobenen Zinsposition von ca. 20 Mio. €. Wichtige Kennzahlen der SGL Carbon (in Mio. Euro) Erstes Quartal 2021 Erstes Quartal 2020 Veränderung Umsatzerlöse 241,5 246,8 -2,1 % Ergebnis aus Betriebstätigkeit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bereinigt1) 33,0 29,0 13,8 % Umsatzrendite (EBITDA bereinigt-Marge) 13,7 % 11,8 % + 1,9 %-Punkte Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) 17,0 6,4 > 100 % Konzernergebnis 6,1 - 4,3 - Ergebnis je Aktie, unverwässert und verwässert (in €) 0,05 - 0,04 - Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -6,9 -7,9 Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten2) 24,1 26,8 31. März 2021 31. Dez. 2020 Veränderung Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 270,1 220,7 22,4 % Nettofinanzschulden 271,5 286,5 5,2 % Verschuldungsfaktor 3) 2,0 2,3 Anzahl Mitarbeiter 4.746 4.837 -1,9 % 1) Q1/21 bereinigt um eine Versicherungsleistung in Höhe von 2,0 Mio. €, die Effekte aus der Fortschreibung der Kaufpreisallokationen der SGL Composites Gesellschaften in Höhe von minus 2,6 Mio. € sowie um Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von minus 1,6 Mio. €. Q1/20 bereinigt um eine Versicherungsleistung von 0,1 Mio. €, die Effekte aus der Fortschreibung der Kaufpreisallokationen der SGL Composites Gesellschaften in Höhe von minus 2,6 Mio. € sowie um sonstige materielle einmalige Ergebniseffekte von minus 4,5 Mio. € 2) Definiert als Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Cashflow aus Investitionstätigkeit 3) Nettofinanzschulden zu EBITDA vor Sondereinflüssen der letzten zwölf Monate Über SGL Carbon Die SGL Carbon ist ein technologiebasiertes und weltweit führendes Unternehmen bei der Entwicklung und Herstellung von kohlenstoffbasierten Lösungen. Ihre hochwertigen Materialien und Produkte aus Spezialgraphit und Verbundwerkstoffen kommen in zukunftsbestimmenden Industriebranchen zum Einsatz: Automobil, Luft- und Raumfahrt, Halbleitertechnik, Solar- und Windenergie, LED sowie bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, Brennstoffzellen und anderen Energiespeichersystemen. Darüber hinaus entwickeln wir Lösungen für die Bereiche Chemie und industrielle Anwendungen. Im Jahr 2020 erzielte die SGL Carbon SE einen Umsatz von über 900 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 31 Standorten in Europa, Nordamerika und Asien. Materialien, Produkte und Lösungen der SGL Carbon sind in die großen Zukunftsthemen eingebunden: nachhaltige Mobilität, neue Energien und branchenübergreifende Digitalisierung. Weiterentwicklungen in diesen Bereichen erfordern intelligentere, miteinander vernetzte, effizientere und nachhaltige Lösungen. Hier setzt die unternehmerische Vision der SGL Carbon an: einen Beitrag zu leisten zu einer smarteren Welt. Weitere Informationen zur SGL Carbon sind unter www.sglcarbon.com/presse zu finden. Wichtiger Hinweis: Soweit unsere Pressemitteilung in die Zukunft gerichtete Aussagen enthält, beruhen sie auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen und unseren aktuellen Prognosen und Annahmen. Naturgemäß sind zukunftsgerichtete Aussagen mit bekannten wie auch unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Einschätzungen abweichen können. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Dazu zählen z. B. nicht vorhersehbare Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Umfeld unserer Hauptkundenindustrien, der Wettbewerbssituation, der Zins- und Währungsentwicklungen, technologischer Entwicklungen sowie sonstiger Risiken und Unwägbarkeiten. Weitere Risiken sehen wir u. a. in Preisentwicklungen, nicht vorhersehbaren Geschehnissen im Umfeld akquirierter Unternehmen und bei Konzerngesellschaften sowie bei den laufenden Kosteneinsparungsprogrammen. Die SGL Carbon übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen oder sonst zu aktualisieren. Kontakt Jürgen Reck – Senior Manager Investor RelationsSöhnleinstraße 8 65201 Wiesbaden/GermanyTelefon +49 611 6029-102 juergen.reck@sglcarbon.com Philipp Stieffenhofer – Senior Manager Corporate Communications & MarketingSöhnleinstraße 8 65201 Wiesbaden/GermanyTelefon +49 611 6029-104 philipp.stieffenhofer@sglcarbon.com www.sglcarbon.com LinkedIn Facebook Twitter

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    SGL Carbon reagiert mit konsequenten Gegenmaßnahmen auf die Krise und stößt umfangreiche Transformation an –stabiles EBIT vor Sondereinflüssen und deutlich positiver Free Cashflow im schwierigen Coronajahr 2020

    Konzernumsatz 2020 bei 919,4 Mio. € und damit um 15 % unter dem Vorjahresniveau Nettoergebnis wegen Wertminderung bei CFM und Restrukturierungsaufwendungen bei minus 132,2 Mio. € (Vorjahr: -90,0 Mio. €) EBIT vor Sondereinflüssen mit 50,2 Mio. € leicht über Vorjahr (48,4 Mio. €) Operatives EBIT vor Sondereinflüssen und Einmaleffekten mit 19,5 Mio. € leicht über den Erwartungen Free Cashflow mithilfe von strengen Investitions- und Ausgabenbegrenzungen sowie Einmaleffekten deutlich gesteigert um 91,0 Mio. € auf 73,7 Mio. € Nettofinanzschulden trotz Kaufpreiszahlung für Carbonfaserwerk in Moses Lake geringfügig reduziert auf 286,6 Mio. € Restrukturierungs- und Transformationsprogramm: bis 2023 jährlich wiederkehrende Einsparungen in Höhe von mehr als 100 Mio. € avisiert, davon bereits 40 Mio. € im Geschäftsjahr 2020 erzielt Prognose für 2021: Umsatzerlöse zwischen 920 und 970 Mio. €, bereinigtes EBITDA bei 100 bis 120 Mio. € (2020: 92,8 Mio. €) Die Corona-Pandemie hatte im Geschäftsjahr 2020 einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der SGL Carbon. Auch wenn die Produktion bei der SGL Carbon dank effektiver Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu keinem Zeitpunkt heruntergefahren werden musste, war das Unternehmen mit einer deutlich reduzierten Nachfrage konfrontiert. Während für das Berichtssegment Composites – Fibers & Materials (CFM) eine Nachfrageerholung zum Jahresende festzustellen war, hat sich die Nachfrage im Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) bis zum Jahresende nur wenig belebt. Der Konzernumsatz lag 2020 bei 919,4 Mio. € und damit um 15 % unter dem Vorjahresniveau (2019: 1.086,7 Mio. €). Wegen einer Wertminderung bei CFM sowie durch Restrukturierungsaufwendungen betrug zudem das Nettoergebnis minus 132,2 Mio. € nach minus 90,0 Mio. € im Vorjahr. Das EBIT vor Sondereinflüssen konnte die SGL Carbon jedoch unter anderem durch Einmaleffekte aus Grundstücksverkäufen und einer Ausgleichszahlung von Showa Denko, dem Käufer des ehemaligen Graphitelektrodengeschäfts, stabilisieren. Es verbesserte sich im Jahr 2020 leicht um 3,7 % auf 50,2 Mio. € (Vorjahr: 48,4 Mio. €). Auch operativ konnte das Unternehmen negative Auswirkungen der Corona-Pandemie teilweise ausgleichen, beispielsweise durch die Gewinnung von neuen Kunden im Windsektor oder auch durch eine Vielzahl bereits wirksamer Kosteneinsparungen. Das operative EBIT vor Sondereinflüssen und Einmaleffekten war dadurch mit 19,5 Mio. € zwar erwartungsgemäß rückläufig (Vorjahr: 46,6 Mio. €), lag aber dennoch leicht über den Erwartungen. Der Free Cashflow der fortgeführten Aktivitäten konnte dagegen mithilfe von strengen Investitions- und Ausgabenbegrenzungen sowie Einmaleffekten sogar auf 73,7 Mio. € deutlich gesteigert werden (Vorjahr: -17,3 Mio. €). Zudem konnten die Nettofinanzschulden trotz der geleisteten Kaufpreiszahlung von 62 Mio. USD bzw. 51,4 Mio. € für den 49 %-Anteil an der SGL Composites US (Carbonfaserwerk des ehemaligen Gemeinschaftsunternehmens mit BMW in Moses Lake) geringfügig reduziert werden auf 286,6. Mio. € (Vorjahr: 288,5 Mio. €). Umfangreiches Restrukturierungs- und Transformationsprogramm über Plan SGL Carbon hat im Jahr 2020 eine grundsätzliche Transformation des Unternehmens angestoßen. Um die Rentabilität deutlich zu steigern, verabschiedete der neue Vorstand der SGL Carbon bereits am 30. Oktober 2020 ein umfassendes Restrukturierungs- und Transformationsprogramm, das sowohl administrative Bereiche als auch die Geschäftseinheiten betrifft. Letztere sind seit Beginn des Jahres 2021 in vier homogen zugeschnittene Bereiche aufgeteilt. Die Zentralforschung und die zentrale Analytik wurden auf die vier neuen Geschäftsbereiche verteilt und die Produktionsstandorte den Geschäftsbereichen eindeutig zugeordnet. Diese neue Struktur erlaubt nun die Übertragung der vollen Gewinn- und Verlustverantwortung auf die Geschäftsbereichsleiter und damit eine bessere Steuerung der Einheiten mit Fokussierung auf Profitabilität. Das Programm beinhaltet darüber hinaus umfangreiche Einsparmaßnahmen sowie eine Vielzahl von Verbesserungsinitiativen für Produktion, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung inklusive Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. In Summe wurden mehr als 700 Einzelmaßnahmen definiert, die von ca. 300 Mitarbeitern weltweit vorangetrieben und verantwortet werden. Damit sollen im Zuge der Umsetzung des Programms jährlich wiederkehrende Einsparungen in Höhe von mehr als 100 Mio. € bis zum Jahr 2023 (gegenüber dem Basisjahr 2019) realisiert werden. Neben umfangreichen Sachkosteneinsparungen ist auch ein möglichst sozialverträglicher Personalabbau von über 500 Mitarbeitern weltweit angestoßen worden. Für die Umsetzung der Einsparmaßnahmen werden insgesamt Kosten in Höhe von etwa 40 Mio. € erwartet. Im Geschäftsjahr 2020 wurden bereits 40 Mio. € der geplanten Einsparungen erzielt. Zudem waren schon Ende Dezember 2020 mehr als 50 % des geplanten Stellenabbaus durch getroffene Vereinbarungen angestoßen. Einordnungen des Vorstands „Das Jahr 2020 wird in der Öffentlichkeit häufig als ‚verlorenes‘ Jahr bezeichnet. Auch wir haben durch eine geringere Nachfrage unserer Kunden Umsatzverluste hinnehmen müssen. Anstatt diese Situation zu akzeptieren, haben wir jedoch die Ärmel hochgekrempelt und unsere Firma von Grund auf erneuert. Auf unsere Teams und das Erreichte sind wir sehr stolz. Wir bedanken uns daher bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren enormen Einsatz in dieser herausfordernden Zeit. Allen Aktionärinnen und Aktionären danken wir für Ihre Geduld und ihr fortgesetztes Interesse an der SGL Carbon.“, sagt Dr. Torsten Derr, Vorsitzender des Vorstands der SGL Carbon. „Wir haben uns im Krisenmodus bewährt und gleichzeitig eine Struktur geschaffen, in der wir profitable und besonders aussichtsreiche Geschäfte gezielter fördern können. Insgesamt ist die SGL Carbon durch die verbesserte Kostenstruktur stabiler. Hinzu kommt, dass wir bis 2023 keine wesentlichen Fälligkeiten aus bestehenden Finanzinstrumenten haben. Wenn sich die globale Wirtschaft wieder normalisiert, wird die SGL Carbon doppelt profitieren: unser Geschäft kommt zurück und das bei deutlich niedrigeren Kosten.“, ergänzt Thomas Dippold, Finanzvorstand der SGL Carbon. Weitere Finanzkennzahlen Das Zinsergebnis verbesserte sich um 15,3 % auf minus 27,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von minus 32,0 Mio. €, vor allem aufgrund von geringeren Zinsaufwendungen für Pensionen. Des Weiteren hat sich das sonstige finanzielle Ergebnis von minus 6,9 Mio. € auf minus 2,3 Mio. € verbessert, vor allem, weil im Jahr 2019 Aufwendungen für den Rückkauf der Wandelanleihe das sonstige finanzielle Ergebnis belasteten. Damit lag das Finanzergebnis erwartungsgemäß deutlich besser als im Vorjahr, und zwar um 24,4 % bei minus 29,4 Mio. € (Vorjahr: minus 38,9 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Berichtsjahr mit 55,8 Mio. € deutlich unterhalb der Prognose von rund 70 bis 80 Mio. € begrenzt (Vorjahresinvestition von 95,1 Mio.€). Die frei verfügbaren liquiden Mittel erhöhten sich im Wesentlichen durch den positiven Free Cashflow abzüglich der Kaufpreiszahlung für den Erwerb der 49 %-Anteils an der SGL Composites US an BMW auf 141,8 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2020 (Vorjahr: 137,1 Mio. €). Die Renditekennziffer ROCEEBIT der fortgeführten Aktivitäten der SGL Carbon hat sich von 3,9 % auf 4,5 % verbessert, insbesondere wegen des niedrigeren gebundenen Kapitals. Geschäftsentwicklung nach Segmenten Composites – Fibers & Materials (CFM): Deutliche Ergebnisverbesserung Während der Umsatz im ersten Quartal 2020 im Berichtssegment Composites – Fibers & Materials (CFM) von der Corona-Krise noch weitgehend unbelastet war, wurden die negativen Effekte im zweiten Quartal 2020 deutlich spürbar. Erfreulicherweise schwächte sich der negative Einfluss im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres sukzessive ab, sodass die Entwicklung im zweiten Halbjahr besser verlaufen ist als noch zum Halbjahr erwartet. Auch das Ergebnis wurde durch Verbesserungsmaßnahmen am Produktionsprozess aber auch durch niedrigere Rohstoff- und Energiekosten positiv beeinflusst. Insgesamt ist der Umsatz im Berichtsjahr um rund 9 % (kein nennenswerter Währungseinfluss) zurückgegangen auf 391,3 Mio. € von 431,6 Mio. € im Vorjahr. Den prozentual größten Rückgang verzeichnete das Marktsegment Textile Fasern. Dies lag daran, dass SGL Carbon Ende 2019 als Teil der Ergebnisverbesserungsmaßnahmen begonnen hat, zwei Acrylfaserlinien stillzulegen und eine weitere Linie auf Precursor umzustellen. Coronabedingte Rückgänge wurden in den Marktsegmenten Automobil und Industrielle Anwendungen verzeichnet. Das Luftfahrtgeschäft blieb in etwa stabil im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen wuchs das Geschäft mit der Windenergieindustrie im Jahresvergleich um etwa 45 % und entwickelte sich damit besser als ursprünglich geplant. Das EBIT vor Sondereinflüssen des Berichtssegments CFM verbesserte sich auf 19,1 Mio. € gegenüber minus 8,3 Mio. € im Vorjahr. Dies entsprach einer Umsatzrendite von 4,9 % gegenüber minus 1,9 % im Vorjahr. Die deutlich verbesserten Ergebnisse im Geschäft mit der Windenergieindustrie und im Marktsegment Textile Fasern sowie die positiven Effekte aus den eingeleiteten Ergebnisverbesserungsmaßnahmen wurden nur teilweise aufgezehrt durch das schwächere Automobilgeschäft und durch das um rund 4 Mio. € verschlechterte Ergebnis aus At-Equity bilanzierten Beteiligungen. Im operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 14,2 Mio. € wurden Einmaleffekte aus personalbedingten Gutschriften und einem Ertrag aus dem Verkauf von Vermögenswerten von insgesamt 4,9 Mio. € bereinigt. Darüber hinaus zeichneten sich im Geschäftsbereich CFM im Berichtsjahr 2020 am 30. Oktober 2020 vor allem aufgrund der anhaltenden Schwäche in den Marktsegmenten Automobil und Luftfahrt im Berichtssegment CFM signifikante Abweichungen zum letzten Fünfjahresplan ab. Die SGL Carbon hat daraufhin Wertminderungsprüfungen in allen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGEs) von CFM durchgeführt und einen Wertminderungsaufwand auf den Geschäftswert und die Sachanlagen von insgesamt 106,5 Mio. € bei CFM im vierten Quartal 2020 erfasst. Die Wertminderung betraf ausschließlich die neue ZGE CF (Carbon Fibers). Graphite Materials & Systems (GMS): Pandemiebedingter Nachfragerückgang Im Berichtssegment Graphite Materials & Systems (GMS) haben sich die Folgen der Corona-Pandemie im zweiten Halbjahr 2020 weiter verstärkt. Dies lässt sich im Wesentlichen auf die spätzyklische Natur des GMS-Geschäfts zurückführen. Insgesamt sank der Umsatz im Berichtssegment GMS in dem Berichtsjahr um rund 20 % auf 495,4 Mio. € im Vergleich zum Rekordniveau des Vorjahres von 622,5 Mio. € (kein wesentlicher Währungseffekt). Dazu beigetragen haben erwartete Veränderungen in der Lieferkette im Lithium-Ionen-Batteriegeschäft sowie pandemiebedingte niedrigere Umsätze in allen Marktsegmenten mit Ausnahme des Marktsegments Halbleiter, in dem der Umsatz zweistellig gewachsen ist. Gegenüber dem Rekordergebnis im Vorjahreszeitraum von 85,5 Mio. € ist das EBIT vor Sondereinflüssen im Berichtsjahr mit 42,4 Mio. € um rund 50 % zurückgegangen. Die EBIT-Marge verschlechterte sich auf 8,6 % (Vorjahr: 13,7 %). Im operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 33,1 Mio. € wurden Einmaleffekte aus Versicherungserträgen und aus personalbedingten Gutschriften von insgesamt 9,3 Mio. € bereinigt. Analog zum Umsatz verzeichneten fast alle Marktsegmente einen deutlichen Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr. Dies resultiert aus der deutlich gesunkenen Auslastung für industrielle und chemische Anwendungen und der reduzierten Fixkostenabsorption insbesondere im zweiten Halbjahr, was nur zum Teil durch Kosteneinsparungen kompensiert werden konnte. Lediglich im Automobil-Bereich konnte das Ergebnisniveau stabil gehalten werden. Corporate: Signifikante Einmalerträge Die Umsatzerlöse im Berichtssegment Corporate im Geschäftsjahr 2020 lagen auf Vorjahresniveau (kein Währungseffekt). Der positive Umsatzeffekt aus der im Juli 2020 zwischen SGL Carbon und Showa Denko geschlossenen Vereinbarung in Höhe von 8,5 Mio. € wurde im zweiten Halbjahr durch geringere Serviceleistungen an die veräußerten Geschäftseinheiten (ehemaliger Geschäftsbereich Performance Products bzw. PP) ausgeglichen. Mit minus 11,3 Mio. € verbesserte sich das EBIT vor Sondereinflüssen im Berichtssegment Corporate gegenüber dem Vorjahreswert (Vorjahr: minus 28,8 Mio. €). Hauptursachen für diese starke Ergebnisverbesserung waren der positive Effekt aus der Vereinbarung mit Showa Denko von 8,5 Mio. € und Erträge aus Grundstücksverkäufen von 7,9 Mio. €, die im operativen EBIT vor Sondereinflüssen von minus 27,8 Mio. € bereinigt wurden. Zudem trugen niedrigere Aufwendungen für Management-Incentivepläne aufgrund der rückläufigen Ergebnisentwicklung im Konzern zur EBIT-Verbesserung bei. Die Aufwendungen für unsere zentralen Forschungsaktivitäten lagen aufgrund von Kosteneinsparmaßnahmen erwartungsgemäß mit 9,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 11,4 Mio. €. Prognose Entwicklung des Konzerns Nach dem starken wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 gehen wir davon aus, dass das Geschäftsjahr 2021 von einer moderaten Erholung geprägt sein wird. Die Umsatzerlöse sollten über dem Vorjahresniveau (2020: 919,4 Mio. €) in der Spanne zwischen 920 und 970 Mio. € liegen. Für das bereinigte EBITDA erwarten wir eine Verbesserung auf 100 bis 120 Mio. € (2020: 92,8 Mio. €). Hier werden sich insbesondere Einsparungen aus den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen positiv widerspiegeln. Nach einem Konzern-Jahresfehlbetrag der fortgeführten Aktivitäten von 132,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2020, der primär auf Wertminderungen bei CFM und die Restrukturierungsaufwendungen zurückzuführen ist, dürfte sich das Nettoergebnis (fortgeführte Aktivitäten) im Jahr 2021 deutlich verbessern und im Bereich zwischen minus 20 Mio. € und einem ausgeglichenen Ergebnis liegen. Entwicklung der Berichtssegmente Mit Beginn des Berichtsjahres 2021 werden wir entlang der vier neuen Geschäftsbereiche der SGL Carbon berichten. Diese sind: Graphite Solutions (GS) und Process Technology (PT), beide zusammen vormals GMS, sowie Carbon Fibers (CF) und Composite Solutions (CS), bislang zusammen CFM. Segment KPI Ist 2020 Prognose 20211) GS Umsatzerlöse 407,5 leichte Verbesserung EBITDA bereinigt 63,1 deutliche Verbesserung PT Umsatzerlöse 88,2 konstant EBITDA bereinigt 3,4 konstant CF Umsatzerlöse 303,9 konstant EBITDA bereinigt 41,4 leichte Verbesserung CS Umsatzerlöse 88,6 deutliche Verbesserung EBITDA bereinigt -4,7 leicht positiv Corporate EBITDA bereinigt -10,4 deutliche Verschlechterung 1) “leicht“ bezieht sich auf eine prozentuale Veränderung von bis zu 10%; „deutlich“ auf eine prozentuale Veränderung von mehr als 10% Für das Berichtssegment GS erwarten wir eine sukzessive Erholung der Nachfrage im Jahr 2021 und infolgedessen in allen Marktsegmenten leicht verbesserte oder mindestens konstante Umsatzerlöse. Insbesondere durch Einsparungen aus der Restrukturierung erwarten wir eine deutliche Verbesserung des bereinigten EBITDA. Im Berichtssegment PT sehen wir noch keine wesentliche Belebung, da die Chemieindustrie bei Neuinvestitionen weiter sehr zurückhaltend ist. Wir gehen daher von einem Umsatz und bereinigtem EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres aus. Im Berichtssegment CF erwarten wir den Umsatz auf dem Niveau des Jahres 2020, während sich das bereinigte EBITDA durch die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen leicht verbessern wird. Der Umsatz im Berichtssegment CS wird 2021 deutlich steigen, da neue Automobilprojekte wie die Fertigung von Batteriekästen auf Basis von Verbundwerkstoffen anlaufen. Insbesondere das deutlich gesteigerte Umsatzvolumen wird zu einem positiven bereinigten EBITDA beitragen. Die deutliche Verschlechterung im bereinigten EBITDA im Berichtssegment Corporate ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Vergleichswert des Jahres 2020 begünstigt war von niedrigeren Aufwendungen für Management-Incentive-Pläne. Entwicklung der Investionen und des Free Cashflows Nachdem wir im Berichtsjahr die Investitionen auf rund 55 Mio. € begrenzt hatten, erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr Investitionsausgaben auf dem Niveau der Abschreibungen. Auf-grund der Wertberichtigung im Jahr 2020 verringern sich diese 2021 auf rund 60 Mio. €. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt im weiteren Ausbau unserer Fertigung für Brennstoffzellenkomponenten und im projektbezogenen Ausbau unserer Fertigung für Verbundwerkstoffe (z. B. Batteriekästen) für Kunden aus der Automobilindustrie. Die strategischen Geschäftspläne der operativen Geschäftseinheiten bestimmen den Finanzierungsbedarf des Konzerns. Dieser wird jährlich anhand der neuen Planungen überprüft und angepasst. Mit konsequentem Cash Management, dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken und einer deutlichen Reduzierung des Nettoumlaufvermögens haben wir im Jahr 2020 einen positiven Free Cashflow erreicht. Die vorhandenen liquiden Mittel und der zur Verfügung stehende Finanzierungsrahmen gewährleisten die Abdeckung des für 2021 erwarteten Liquiditätsbedarfs. Für 2021 erwarten wir aufgrund des sich im Jahresverlauf wiederbelebenden Geschäfts einen Anstieg im Nettoumlaufvermögen. Diesen werden wir aus eigenen Mitteln finanzieren, sodass wir insgesamt einen ausgeglichen Free Cashflow anstreben. Wichtige Kennzahlen der SGL Carbon (in Mio. Euro) Ertragslage 2020 2019 Veränderung Umsatzerlöse 919,4 1.086,7 -15,4 % Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen 1) 123,5 120,0 2,9 % Ergebnis vor Sondereinflüssen und Einmaleffekten (bereinigtes EBITDA) 92,8 118,2 - 21,5 % Ergebnis aus Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen 1) 50,2 48,4 3,7 % Operatives EBIT vor Sondereinflüssen und Einmaleffekten 2) 19,5 46,6 - 58,2 % Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Ertragsteuern - 123,1 -73,2 - 68,2 % Nettoergebnis - 132,2 - 90,0 - 46,9 % Umsatzrendite (EBIT-Marge) 3) 5,5 % 4,5 % 1,0 %-Punkte Kapitalrendite (ROCE EBIT) 4) 4,5 % 3,9 % 0,6 %-Punkte Kapitalrendite (ROCE EBITDA) 5) 11,1 % 9,6 % 1,5 %-Punkte Ergebnis je Aktie, unverwässert und verwässert (in €) - 1,08 - 0,74 - 45,9 % 1) Vor Sondereinflüssen von minus 143,9 Mio. € in 2020 und minus 82,7 Mio. € im Jahr 2019 2) Vor Sondereinflüssen bzw. Einmaleffekten von minus 143,9 Mio. € bzw. 30,7 Mio. € in 2020 und minus 82,7 Mio. € bzw. 1,8 Mio. € im Jahr 2019 3) EBIT vor Sondereinflüssen zu Umsatzerlöse 4) EBIT vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital (Summe aus Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen) 5) EBITDA vor Sondereinflüssen zu durchschnittlich gebundenem Kapital (Summe aus Geschäftswert, sonstigen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, At-Equity bilanzierte Beteiligungen und Nettoumlaufvermögen) Vermögenslage 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019 Veränderung Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 220,7 418,6 - 47,3 % Bilanzsumme 1.258,8 1.504,8 - 16,3 % Nettofinanzschulden 286,5 288,5 0,7 % Eigenkapitalquote 6) 17,5 % 27,8 % -10,3%-Punkte Verschuldungsfaktor (Leverage Ratio) 7) 2,3 2,4 4,2 % Anzahl der Mitarbeiter 8) 4.837 5.127 - 5,7 % 6) Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens zu Bilanzsumme 7) Nettofinanzschulden zu EBITDA vor Sondereinflüssen 8) Jeweils zum 31. Dez. einschließlich befristet Beschäftigte Finanzlage 31. Dez. 2020 31. Dez. 2019 Veränderung Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 55,8 95,1 - 41,3 % Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 73,3 71,6 2,4 % Nettoumlaufvermögen 351,8 406,8 - 13,5 % Free Cashflow 9) 73,7 - 17,3 - 9) Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) abzgl. Cashflow aus Investitionstätigkeit (fortgeführte Aktivitäten) Über SGL Carbon Die SGL Carbon ist ein technologiebasiertes und weltweit führendes Unternehmen bei der Entwicklung und Herstellung von kohlenstoffbasierten Lösungen. Ihre hochwertigen Materialien und Produkte aus Spezialgraphit und Verbundwerkstoffen kommen in zukunftsbestimmenden Industriebranchen zum Einsatz: Automobil, Luft- und Raumfahrt, Halbleitertechnik, Solar- und Windenergie, LED sowie bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, Brennstoffzellen und anderen Energiespeichersystemen. Darüber hinaus entwickeln wir Lösungen für die Bereiche Chemie und industrielle Anwendungen. Im Jahr 2020 erzielte die SGL Carbon SE einen Umsatz von über 900 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 31 Standorten in Europa, Nordamerika und Asien. Materialien, Produkte und Lösungen der SGL Carbon sind in die großen Zukunftsthemen eingebunden: nachhaltige Mobilität, neue Energien und branchenübergreifende Digitalisierung. Weiterentwicklungen in diesen Bereichen erfordern intelligentere, miteinander vernetzte, effizientere und nachhaltige Lösungen. Hier setzt die unternehmerische Vision der SGL Carbon an: einen Beitrag zu leisten zu einer smarteren Welt. Weitere Informationen zur SGL Carbon sind unter www.sglcarbon.com/presse zu finden. Wichtiger Hinweis: Soweit unsere Pressemitteilung in die Zukunft gerichtete Aussagen enthält, beruhen sie auf derzeit zur Verfügung stehenden Informationen und unseren aktuellen Prognosen und Annahmen. Naturgemäß sind zukunftsgerichtete Aussagen mit bekannten wie auch unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Einschätzungen abweichen können. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Dazu zählen z. B. nicht vorhersehbare Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Umfeld unserer Hauptkundenindustrien, der Wettbewerbssituation, der Zins- und Währungsentwicklungen, technologischer Entwicklungen sowie sonstiger Risiken und Unwägbarkeiten. Weitere Risiken sehen wir u. a. in Preisentwicklungen, nicht vorhersehbaren Geschehnissen im Umfeld akquirierter Unternehmen und bei Konzerngesellschaften sowie bei den laufenden Kosteneinsparungsprogrammen. Die SGL Carbon übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen oder sonst zu aktualisieren. Kontakt Jürgen Reck – Senior Manager Investor RelationsSöhnleinstraße 8 65201 Wiesbaden/GermanyTelefon +49 611 6029-102 juergen.reck@sglcarbon.com Philipp Stieffenhofer – Senior Manager Corporate Communications & MarketingSöhnleinstraße 8 65201 Wiesbaden/GermanyTelefon +49 611 6029-104 philipp.stieffenhofer@sglcarbon.com www.sglcarbon.com LinkedIn Facebook Twitter