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Volkswagen versus Tesla: Die Trendwende ist eingeleitet

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Volkswagen ID. BUZZ study charged at a IONITY high power charging station.
Volkswagen ID. BUZZ study charged at a IONITY high power charging station.

Wenn es nach der Börse geht, ist Tesla (WKN: A1CX3T) der größte Autokonzern der Welt. In der realen Welt dreht jedoch noch immer Volkswagen (WKN: 766403) das größte Rad. Vieles spricht dafür, dass auf absehbare Zeit die Verhältnisse wieder zurechtgerückt werden.

Ein ungewohntes Bild

Über lange Zeit galt, dass die VW-Aktie eher herumdümpelt, während Tesla mit großen Sprüngen dem Feld der etablierten Autobauer enteilte. In der Spitze war Tesla mehr als achtmal so viel wert wie die VW-Gruppe. Zuletzt ist der Faktor allerdings auf etwas mehr als 4 gesunken. Während Tesla alle Gewinne der letzten drei Monate wieder abgegeben hat, konnte VW schön zulegen.

Tabelle: Erstellt mit YCharts. Prozentuale Veränderung der Aktienkurse von Tesla und Volkswagen über die letzten 3 Monate (auf USD-Basis)

An dieser Stelle kommt natürlich die Frage auf, ob es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt.

Darum wird die Volkswagen-Aktie weiter aufholen

Lange Zeit hieß es, dass das Markenreich von VW zwar 20-mal mehr Fahrzeuge produziere, aber beim Zukunftsgeschäft, der Elektromobilität, hinke es hinterher. Das war die Domäne von Tesla und manch einer glaubte, der Vorsprung der Kalifornier sei uneinholbar.

Nun hat sich jedoch gezeigt, dass diese vielfach wiederholte Einschätzung völlig überzogen war. Die VW-Gruppe ist in vielerlei Hinsicht längst an Tesla vorbeigezogen. Sie verkaufte im 4. Quartal 2020 laut einer Auswertung von AlixPartners mehr elektrifizierte Fahrzeuge als jedes andere Unternehmen. In Europa hat sie sogar nach Reichweite der verbauten Batterien die Nase vorn.

Dabei hat die Modelloffensive gerade erst begonnen. Neben Audi und VW werden nun auch die Volumenmarken SEAT (einschließlich Cupra) und Skoda im Monatstakt neue Elektromodelle und Plug-in-Hybride vorstellen. Bei Lkws und Bussen wächst die elektrische Flotte auf den Straßen, während Tesla den „Semi“ immer wieder verschoben hat. Noch überhaupt nicht am Markt präsent ist Tesla bei leichten Nutzfahrzeugen, wohingegen VW dabei ist, wichtige Erfahrung zu Einsatzszenarien der verschiedenen Modelle zu sammeln.

Vielleicht am wichtigsten sind jedoch die Fortschritte in China, wo der Preiswettbewerb besonders hart ausgefochten wird. Mit dem neuen E-Mobility-Hub in Anhui und der Komponentenfertigung in Tianjin verfügt VW nun über umfassende lokale Forschungs- und Fertigungsressourcen, um auch dort schnell Marktanteile im Segment der Elektroautos zu erobern. Geschickt lässt VW die beiden Joint-Venture-Partner gegeneinander antreten, wenn es nun darum geht, mit ID.4 CROZZ und ID.4 X anzugreifen.

Kampf der Plattformen

Aus der Tatsache, dass Volkswagen nun kontinuierlich mehr Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringt als jeder andere, könnten sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile entwickeln. Jede Innovation, jede Softwarekomponente und jeder Service muss nur einmal entwickelt werden. Die Kosten lassen sich auf Millionen Fahrzeuge verteilen. Die unzähligen kleineren Wettbewerber müssen entweder Anlaufverluste in Kauf nehmen oder auf Produkte von der Stange bei Zulieferern zurückgreifen.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass VW aktiv dabei ist, den Größenvorteil über Kooperationen weiter auszubauen. Mit Ford (WKN: 502391) wird z. B. bei der Autonomie zusammengearbeitet und voraussichtlich mit Daimler (WKN: 710000) beim Betriebssystem. Gleichzeitig wird der Modulare Elektrifizierungsbaukausten (MEB) anderen Autobauern angeboten.

Tesla auf der anderen Seite verzichtet bisher auf solche strategischen Schritte und verlässt sich auf sich selbst, ganz ähnlich wie das große Vorbild Apple (WKN: 865985). Ich halte es jedoch für nahezu ausgeschlossen, dass im Automobilbereich ein einziger Wettbewerber eine Stellung wie Apple erreichen kann. Zu unterschiedlich sind die lokalen Anforderungen und die Kundenwünsche.

Dennoch wäre denkbar, dass Tesla bei der Softwareentwicklung weiterhin eine Vorreiterrolle spielt und sich zukünftig ebenfalls Mitbewerbern öffnet. Wenn dann gleichzeitig die Softwareoffensive von Volkswagen holprig verläuft, dann sind die Größenvorteile nicht viel wert. Wahrscheinlicher ist jedoch aus meiner Sicht, dass Volkswagen seinen Vorsprung verteidigen kann und sich dies auch mittelfristig in den Aktienkursen reflektieren wird.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla.

Motley Fool Deutschland 2021