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Ukraine-Krieg: Erster russischer Oligarch fordert "Ende des Blutvergießens" von Putin

·Lesedauer: 3 Min.

Mikhail Fridman, einer der reichsten Männer Russlands, hat sich in einer Mail an seine Mitarbeiter gegen den Ukraine-Krieg ausgesprochen.

Die russischen Oligarchen Mikhail Fridman (links) und Pyotr Aven (rechts) am Rande der Russian Business Week im Jahr 2017. (Bild: Mikhail Svetlov/Getty Images)
Die russischen Oligarchen Mikhail Fridman (links) und Pyotr Aven (rechts) am Rande der Russian Business Week im Jahr 2017. (Bild: Mikhail Svetlov/Getty Images)

Mit Mikhail Fridman, 57 Jahre, hat sich der erste russische Oligarch und einer der einflussreichsten Männer in Russland gegen den Ukraine-Krieg und damit auch gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgesprochen. Sein Vermögen wird auf über 14 Milliarden Dollar geschätzt.

Den Großteil seines Vermögens soll er als Mitgründer und Teilhaber einer der größten privaten Industrie- und Finanzkonzerne Russlands, der Alfa Group, erwirtschaftet haben. 1992 erhielt die Firma die Lizenz für den Export russischen Öls. Außerdem besitzt er die Private-Equity-Firma LetterOne Investment, mit der Fridman für 200 Millionen Dollar bei Uber einstieg. Bekannt wurde das erst 2016.

Wie die "Financial Times" berichtet, soll Fridman am Freitag nun eine Mail an die Mitarbeiter seiner in London ansässigen Firma "LetterOne" geschickt haben. Darin soll er den Krieg in der Ukraine als "Tragödie" bezeichnet haben und ein Ende des "Blutvergießens" gefordert haben.

"Meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben in Lviv, meiner Lieblingsstadt"

In dem Brief, den die "Financial Times" einsehen konnte, erklärte der Milliardär, er sei "überzeugt", dass "Krieg niemals die Antwort sein kann".

Weiter soll er in dem Brief schreiben: "Ich wurde in der Westukraine geboren und lebte dort, bis ich 17 war. Meine Eltern sind ukrainische Staatsbürger und leben in Lviv, meiner Lieblingsstadt", schrieb Fridman in der E-Mail. "Aber ich habe auch einen großen Teil meines Lebens als Bürger Russlands verbracht und Unternehmen aufgebaut und erweitert. Ich bin dem ukrainischen und dem russischen Volk zutiefst verbunden und betrachte den derzeitigen Konflikt als eine Tragödie für beide."

Dabei soll Fridmann auch auf seine Verantwortung als Arbeitgeber verweisen: "Ich gebe keine politischen Erklärungen ab, ich bin ein Geschäftsmann mit Verantwortung gegenüber meinen vielen tausend Mitarbeitern in Russland und der Ukraine", schreibt er laut "Financial Times". Und weiter: "Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Krieg niemals die Antwort sein kann. Diese Krise wird Menschenleben kosten und zwei Nationen schaden, die seit Hunderten von Jahren Brüder sind."

Die Mail soll Fridmann mit einer Forderung abschließen: "Während eine Lösung erschreckend weit entfernt zu sein scheint, kann ich mich nur denjenigen anschließen, deren sehnlichster Wunsch es ist, dass das Blutvergießen ein Ende hat. Ich bin sicher, dass meine Partner meine Ansicht teilen."

Sanktionen gegen Oligarchen

Zum Hintergrund: Die EU, die USA und Großbritannien hatten sich schon auf gezielte Sanktionen für Oligarchen geeinigt: Treffen sollen sie vor allem einflussreiche Personen um Umfeld von Putin. Unklar ist, ob auch Fridman sanktioniert wurde.

So sehen die US-Sanktionen unter anderem vor, das Vermögen von insgesamt fünf Unterstützern Putins einzufrieren, darunter politische Schwergewichte wie Aleksandr Bortnikov, Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Auch Großbritannien sanktionierte drei russische Putin-Vertraute, wie etwa den russisch-finnischen Oligarchen Gennady Timchenko, der Putins Politik auch über sein Firmengeflecht unterstützen soll.

Die EU hingegen ließ insgesamt 351 Abgeordnete des russischen Parlaments (Duma) auf die EU-Sanktionsliste setzen, die für die Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk in der Ostukraine gestimmt haben. Außerdem sollen noch weitere 27 Personen und Organisationen sanktioniert werden. Damit landen in Summe gleich mehrere hundert neue Personen auf der Sanktionsliste, die bereits seit der russischen Krim-Annexion 2014 besteht.

Zuletzt einigten sich Deutschland und weitere Verbündete außerdem für weitere Sanktionen gegen Oligarchen. Details dazu sind noch nicht bekannt.

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