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Bewerberin lehnt Gehalt ab: Unternehmen reagiert mit lächerlichem Gegenangebot

·Freie Autorin

Es ist immer gut, seinen Wert zu kennen, insbesondere dann, wenn man sich um eine neue Stelle bewirbt. So lehnte eine Bewerberin ein Gehaltsangebot eines Unternehmens als zu niedrig ab - und bekam eine lächerliche Reaktion.

Die Frage nach dem Gehalt ist bei Bewerbungen stets eine schwierige Angelegenheit (Symbolbild: Getty Images)
Die Frage nach dem Gehalt ist bei Bewerbungen stets eine schwierige Angelegenheit (Symbolbild: Getty Images)

Der Schlüssel zu Gehaltsverhandlungen steckt bereits im Wort: Der Bewerber holt sich ein Angebot von einem potentiellen Arbeitgeber ein oder stellt eine gewisse Forderung, und dieser kann dann mit seinen eigenen Vorstellungen reagieren. Dieses Spiel geht dann so lange weiter, bis ein Kompromiss erzielt wird - oder aber eine Seite dankend ablehnen muss.

Auf einen ähnlichen Tanz hatte sich wohl auch eine TikTok-Nutzerin, die sich auf der Social-Media-Plattform @jessthewhooty nennt, eingestellt, als ihr einem ihrer Videos zufolge nach einem Bewerbungsgespräch ein Angebot gemacht wurde, dessen Bezahlung "Müll" war. Sie nannte dabei weder den Namen des Unternehmens noch ihre Branche oder das exakte Gehalt, zeigte aber das teilweise geschwärzte Antwortschreiben der Firma, nachdem sie das Gehaltsangebot als zu niedrig abgelehnt hatte.

Um ganze 33 Cent hatte das Unternehmen den Stundenlohn "nach Gesprächen mit dem Management und der Personalabteilung" erhöht. "Nachdem sie meinen relevanten Werdegang gehört haben und erfahren haben, dass ich zehn Jahre Erfahrung in diesem Bereich habe und enorm qualifiziert bin, haben sie offenbar 33 Cent für eine angemessene Erhöhung gehalten", spottet die TikTokerin in ihrem Video.

Das Video trifft einen Nerv

Auch ihr Antwortschreiben, in dem sie der Firma "gesagt habe, was sie mich mal können" - wenn auch in weniger direkten Worten - teilte sie in dem Clip. "[Ihr Unternehmen] taxiert zehn Jahre Berufserfahrung also auf 33 Cent pro Stunde? Wow", heißt es darin. Das angebotene Gehalt reiche nicht, um ihre Lebenshaltungskosten abzudecken und schon gar nicht, um ihre aktuelle Stelle zu verlassen. "Ich kann dieses Angebot nicht annehmen. Ich bedaure, dass [Ihr Unternehmen] meinen Wert nicht anerkennt."

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Das Video ging prompt viral und wurde bislang bereits fast 60.000 Mal angesehen. In den Kommentaren schildern TikTok-Nutzer ihre eigenen Erfahrungen mit Gehaltsverhandlungen. So wurde einer Userin gesagt, ihre bisherige Berufserfahrung spiele keine Rolle, da sie schließlich in dem betreffenden Unternehmen neu sein würde. Eine andere schildert, dass ihr in ihrer aktuellen Anstellung eine Gehaltserhöhung von drei Cent pro Stunde angeboten wurde.

Gehaltsverhandlungen: Tipps vom Profi

Selbstbewusstsein ist eines der wichtigsten Elemente bei Gehaltsverhandlungen, wie Thomas Marquardt, Personalberater bei Orizon, auf dem Unternehmensblog schreibt. "Mit leisem Stimmchen hat noch niemand ein gutes Gehalt rausgeschlagen", erklärt er. Das Wunschgehalt solle lieber höher angesetzt werden, um Spielraum für Verhandlungen zu lassen. "Will ein Bewerber ein Gehalt von 30.000 Euro aushandeln, ist es sinnvoll, 35.000 Euro anzubringen", sagt er und fügt hinzu: "Erfahrungsgemäß tendieren Chefs in diesem Fall zur Untergrenze. Von dort ist es schwer, sich wieder nach oben zurückzuverhandeln."

Wer seinen Marktwert nicht kenne, solle recherchieren. "Für den Chef ist das Gehalt eine Investition. Der Bewerber muss ihn davon überzeugen", so Marquardt. Die besten Argumente seien seiner Ansicht nach stets die Qualifikation.

Doch, wie der britische Berufsberater Sunny Patel im Gespräch mit Bored Panda betont, ist dies nicht das einzige, was Bewerber in die Waagschale werfen sollten. "Viele von uns denken, dass wir uns ständig beweisen müssen, um einen gewissen Wert zu erreichen. Tatsächlich sollten wir uns auf eine gesündere Einstellung berufen: Unsere Zeit ist Geld wert."

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