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Zyprer wählen unter Eindruck der Krise neuen Präsidenten

Unter dem Eindruck eines möglichen Staatsbankrotts haben die Zyprer über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Als klarer Favorit ging der Konservative Nikos Anastasiades in die Stichwahl, nachdem er eine Woche zuvor die absolute Mehrheit nur knapp verpasst hatte. Erste Aufgabe des neuen Staatschefs wird es sein, ein Hilfspaket der Eurostaaten für den angeschlagenen Staat zu verhandeln.

Trotz der Bedeutung der Wahl kamen an dem sonnigen Wahltag zunächst nur wenige Bürger in die Wahllokale. Am Mittag lag die Wahlbeteiligung bei 36,9 Prozent. Beim ersten Wahlgang eines Woche zuvor hatte sie zum gleichen Zeitpunkt zwei Punkte höher gelegen.

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ). Etwa eine Stunde später wird das Ergebnis der Stichwahl erwartet. Insgesamt sind 545.000 Bürger zur Wahl augerufen. In Zypern herrscht Wahlpflicht, und theoretisch sind Bußgelder von mehreren hundert Euro möglich. Das entsprechende Gesetz wird jedoch zunehmend seltener angewandt.

Anastasiades, Chef der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy), sagte nach der Abgabe seiner Stimme in der Küstenstadt Limassol, Zypern befinde sich an einem "Scheideweg". "Diese Wahl markiert den Beginn einer neuen Ära für Zypern", sagte Anastasiades. Der 66-jährige Oppositionspolitiker hatte am Sonntag vergangener Woche gut 45 Prozent der Stimmen erhalten.

Sein Gegenkandidat ist der parteilose frühere Gesundheitsminister Stavros Malas, der von der regierenden Linkspartei Akel des scheidenden Präsidenten Demetris Christofias unterstützt wird. Er war vor einer Woche auf knapp 27 Prozent der Stimmen gekommen. "Die kommende Regierung steht vor großen Herausforderungen. Wir müssen daher gemeinsam handeln und kluge Entscheidungen treffen", sagte der 45-jährige Genforscher, der erst 2011 in die Politik eingetreten ist.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, vor allem für seine angeschlagenen Banken. Erhält der Staat keine Hilfe, droht ihm die Pleite. Die Euro-Finanzminister hatten entschieden, über den Antrag erst nach der Wahl eines neuen Staatschefs befinden zu wollen.

Zyperns Wirtschaft war 2012 um 2,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang um 3,5 Prozent gerechnet, eine Erholung nicht vor 2016 erwartet. Anastasiades, der gute Beziehungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat, hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen. Der 45-jährige Malas trat dagegen für eine Entschärfung der Sparauflagen ein.

Vollkommen in den Hintergrund getreten ist im Zuge der Diskussion um die Krise das politische Schicksal der immer noch geteilten Insel. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die internationale Gemeinschaft setzt darauf, dass der Wahlsieger schon bald die stockenden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung mit dem türkischen Nordteils Zyperns vorantreibt.

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