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Zwischen 325 und 1580 Euro im Monat: Große Spannbreite beim Geld für Azubis

·Lesedauer: 2 Min.
Große Spannbreite beim Geld für Azubis

Von monatlich 325 Euro für neue Auszubildende im thüringischen Friseurhandwerk bis hin zu 1580 Euro für Azubis im westdeutschen Bauhauptgewerbe im vierten Lehrjahr: Bei der Ausbildung gibt es teils erhebliche Unterschiede je nach Branche und Region. In sechs großen Branchen bekommen Azubis bereits im ersten Ausbildungsjahr mehr als 1000 Euro im Monat, wie eine am Dienstag veröffentlichte Auswertung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung zeigt.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Stiftung wertete die Ausbildungsvergütungen in 20 Branchen mit Tarifvertrag aus. Demnach gibt es in den Branchen Öffentlicher Dienst, Bankgewerbe, Deutsche Bahn, Versicherungsgewerbe sowie der chemischen Industrie in den Bezirken Nordrhein und Ost und in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg und Sachsen Vergütungen oberhalb von 1000 Euro pro Monat.

Die höchste Ausbildungsvergütung im ersten Jahr werde aktuell mit 1166 Euro im öffentlichen Dienst der Gemeinden beziehungsweise 1161 Euro im öffentlichen Dienst der Länder für die Pflegeberufe gezahlt, teilte die Böckler-Stiftung weiter mit. In privaten Pflegeeinrichtungen ohne Tarifvertrag könne die Ausbildungsvergütung deutlich geringer ausfallen.

In zehn der zwanzig untersuchten Tarifbranchen betragen die monatlichen Ausbildungsvergütungen im ersten Jahr zwischen 700 und 1000 Euro - unter anderem im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Kfz-Handwerk

Die geringsten Ausbildungsvergütungen werden im Bäckerhandwerk (645 Euro), in der Floristik (634 Euro in West- und 425 Euro in Ostdeutschland) und im Friseurhandwerk (575 Euro in Nordrhein-Westfalen und 325 Euro in Thüringen) gezahlt.

In lediglich sieben der vom WSI untersuchten Tarifbranchen existieren bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütungen. In 13 Tarifbranchen bestünden hingegen "nach wie vor Unterschiede im Niveau der Ausbildungsvergütungen zwischen den west- und den ostdeutschen Tarifgebieten", erklärte die Böckler-Stiftung.

Grundsätzlich haben die teils großen Unterschiede bei der Ausbildungsvergütung nach WSI-Einschätzung vor allem etwas mit der unterschiedlichen Verhandlungsposition der Gewerkschaften zu tun. Denn die Ausbildungsvergütungen würden "in der Regel im Rahmen der allgemeinen Lohnverhandlungen vereinbart", erläuterte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Mittlerweile komme hinzu, dass in vielen Branchen "ein zunehmender Fachkräftemangel den Anpassungsdruck in Richtung auf bessere Ausbildungsbedingungen erhöht."

jm/ilo

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