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Zweite Dax-Chefin: Belén Garijo übernimmt 2021 bei Merck

·Lesedauer: 3 Min.

Die spanische Managerin wird im kommenden Jahr zur Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführerin aufsteigen. Der Wechsel hatte sich angekündigt.

Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann Belén Garijo den Vorsitz der Geschäftsleitung beim Darmstädter Pharma- und Life-Science-Konzern Merck übernimmt. Spätestens seit Mitte Juli, als die amtierende Pharmachefin offiziell zur Stellvertreterin von CEO Stefan Oschmann ernannt wurde, war sie als seine Nachfolgerin gesetzt.

Udit Batra, der Chef der großen Life-Science-Sparte des Unternehmens, verließ daraufhin den Konzern. Ihm waren Ambitionen auf das Amt des CEO des mehr als 16 Milliarden Euro Umsatz großen Dax-Konzerns nachgesagt worden.

Mit der Benennung von Garijo, die 2019 sogar als Nachfolgerin des Sanofi-CEO Olivier Brandicourt gehandelt worden war, wählt der Gesellschafterrat der E. Merck KG erneut die Führungsperson der Pharmasparte an die Spitze des 352 Jahre alten Unternehmens, das mehrheitlich in Familienbesitz ist. Auch der 62-jährige Oschmann war ab 2011 Chef der Pharmasparte des Unternehmens gewesen, bevor er 2014 stellvertretender Geschäftsleitungsvorsitzender wurde und dann 2016 den langjährigen CEO Ludwig Kley ablöste.

Garijo, die promovierte Medizinerin aus dem südspanischen Almansa, wird ihr Amt am 1. Mai 2021 antreten. Sie startete ihre Karriere als Ärztin in Madrid, bevor sie in die Pharmaindustrie wechselte. Stationen bei internationalen Pharmakonzernen wie Abbott, Rhône Poulenc, Aventis und Sanofi folgten.

Bei Sanofi war sie unter anderem auch für die globale Integration des 2011 erworbenen US-Biotechunternehmens Genzyme verantwortlich. Bei Merck startete die Mutter zweier Töchter noch im selben Jahr als Chief Operating Officer des Biopharma-Geschäfts und wurde 2015 Präsidentin und CEO von Healthcare.

Neue Bedeutung in der Onkologie

Nachdem die Darmstädter in der Pharmaforschung vergleichsweise glücklos agiert hatten, gelang es unter dem maßgeblichen Einsatz von Garijo, das Portfolio neu zu positionieren und Merck mit vielversprechenden Forschungsprojekten neue Bedeutung im Bereich Onkologie, Immunologie und Immunonkologie zu verschaffen. Die Managerin hat zudem zwei wichtige, milliardenschwere globale Allianzen mit den Pharmakonzernen Pfizer und Glaxo-Smithkline im Bereich Krebs geschlossen und die Globalisierung von Merck im Pharmageschäft vorangetrieben.

„Mit Belén Garijo wird eine international sehr erfahrene und hochanerkannte Managerin den Vorsitz der Geschäftsleitung übernehmen. Sie kennt unser Unternehmen ausgezeichnet und hat hervorragende Arbeit bei der Transformation unseres Healthcare-Geschäfts geleistet“, sagte Johannes Baillou, Vorsitzender des Gesellschafterrates der E. Merck KG, die als Komplementär rund 70 Prozent des Kapitals der Merck KGaA hält.

Laut Merck verlässt Oschmann das Unternehmen planmäßig nach zehn Jahren – fünf davon als Vorsitzender und CEO –, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden. Der Vorsitzende des Gesellschafterrats dankte Oschmann laut Unternehmensmitteilung. Er habe den Wandel von Merck hin zu einem international führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmen maßgeblich gestaltet.

Mit dem Wechsel von Garijo an die Spitze wird es weitere Veränderungen in der Geschäftsleitung geben. Die Healthcare-Sparte wird künftig von Peter Guenter geführt. Der gebürtige Belgier ist seit 2017 als CEO des börsennotierten Pharmaunternehmens Almirall in Barcelona tätig.

Guenter wird spätestens zum 1. Januar 2021 in die Geschäftsleitung eintreten – er kennt Garijo aus gemeinsamen Zeiten bei Sanofi. Den Bereich Life Science wird der Deutsche Matthias Heinzel führen. Er soll spätestens zum 1. April 2021 in die Geschäftsleitung von Merck eintreten. Derzeit arbeitet der studierte Wirtschaftsingenieur und promovierte Kaufmann beim Chemiekonzern DuPont als President Nutrition & Biosciences.

Garijo, 60, wird also auch weiterhin die einzige Frau in der fünfköpfigen Geschäftsleitung von Merck bleiben. Ab Mai 2021 dürfte sie noch eine weitere Rolle besetzen: die erste allein verantwortliche CEO in einem Dax-Konzern zu sein. Vor Garijo hat es mit der US-Amerikanerin Jennifer Morgan erst eine Frau an die Spitze eines Dax-Konzerns geschafft. Morgan war Co-Chefin bei SAP, kehrte dem Softwarekonzern aber nach nur einem halben Jahr wieder den Rücken zu.