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Zwei Männer betrogen Amazon um 330.000 Euro

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty Images)

Das ist der größte Amazon-Betrug, der jemals innerhalb der EU aufgedeckt wurde: Die Täter tricksten mit dem Gewicht der Verpackungen und erbeuteten bei dem Online-Versandhändler so 330.000 Euro.

Der Trick war simpel: Alles, was die beiden Männer aus Spanien brauchten, war ein wenig Insider-Wissen, einen großen Haufen Erde und ein Amazon-Prime-Konto.

Die beiden Betrüger bestellten bei dem Online-Riesen hochwertige elektronische Waren, darunter auch viele iPhones, wie das auf Online-Handel spezialisierte Portal tamebay berichtet.

Sobald die Päckchen ankamen, wogen die beiden Männer die Artikel inklusive Verpackung, entnahmen den Inhalt und füllten die leeren Schachteln mit Erde auf. Exakt so, dass sie das gleiche Gewicht hatten, wie ehemals mit dem originalen Inhalt. Dann schickten Sie die Pakete als Retouren zurück – portofrei versteht sich – denn die beiden Täter orderten über ein Prime-Konto.

Der Betrug sei so erfolgreich gewesen, dass die Täter sogar eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründeten, um die gestohlenen Waren zu verkaufen.

Funktioniert hat der Betrug, weil Amazon den Inhalt der Pakete offensichtlich nicht überprüft, bevor der Kaufpreis zurück erstattet wird. Um den Rücksendeprozess zu beschleunigen, werden bei vielen Händlern eingehende Pakete einfach gewogen. Stimmt das Gewicht mit dem ursprünglichen überein, erfolgt die Rückzahlung. Die Retouren landen dann erst einmal in einem Lager, wo später überprüft wird, ob sie weiterverkauft oder entsorgt werden.

Die Masche der beiden Spanier sei nicht neu. Für Online-Händler sei es alltäglich, dass zurückgesendete Verpackungen, völlig andere Gegenstände enthalten, der Inhalt gegen defekte Artikel getauscht werde oder wie im aktuellen Fall, Erde enthalte, so tamebay. Erstaunlich sei aber, dass die Gesamtzahl der Rücksendungen selbst bei 1.000-Euro-Artikeln enorm hoch gewesen sein muss, bis der Fall aufflog. Immerhin kam die Schadenssumme von 330.000 Euro zusammen.

Nach ihrer Verhaftung seien die Täter gegen eine Kaution von jeweils 3.000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ihnen drohen nun wahrscheinlich lange Haftstrafen.

Von Amazon gab es zu dem Vorfall bisher keine Stellungnahme.

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