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Zwölf Raketen pro Minute: Mit diesem Mars II-Raketenwerfer will Olaf Scholz die Ukraine unterstützen

Ein Raketenwerfer der Bundeswehr des Typs Mars steht während der Informationslehrübung Landoperationen 2019 auf dem Übungsplatz. - Copyright: picture alliance/dpa | Philipp Schulze
Ein Raketenwerfer der Bundeswehr des Typs Mars steht während der Informationslehrübung Landoperationen 2019 auf dem Übungsplatz. - Copyright: picture alliance/dpa | Philipp Schulze

Schwere Waffenlieferungen aus Deutschland sollen auch an diesem Mittwoch wieder Thema gewesen sein, als Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefonierte. Erst vergangene Woche hatte Scholz zugesagt, das Flugabwehrsystem Iris-T und vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II liefern zu wollen, um die Ukraine im Kampf gegen Russland zu unterstützen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Raketenwerfer, der rund zwölf Raketen pro Minute verschießen kann? Wie funktioniert er? Und warum könnte der Waffentyp der Ukraine im Krieg gegen Russland helfen?

Ein Überblick zu den wichtigsten Fragen:

Warum heißt der Raketenwerfer der Bundeswehr Mars?

Der Raketenwerfer wurde in Deutschland ab dem Jahr 1990 unter der kurzen Bezeichnung Mars geführt, ausgeschrieben heißt das: Mittleres Artillerieraketensystem. Nachdem für den Raketenwerfer eine neue Art der Munition entwickelt wurde und er entsprechend modernisiert wurde, wurde die Bezeichnung in Deutschland auf Mars II geändert. Dabei handelte es sich bei der neuen Munition um sogenannte Lenkraketen (im Englischen ausgeschrieben: Guided Multiple-Launch Rocket System, kurz MLRS). Der Unterschied: Mit den alten Mars-Raketenwerfern konnten die Raketen nur Ziele in zehn bis zu 40 Kilometern Entfernung treffen, mit dem neuen System auch solche, die über 70 Kilometer entfernt sind, gibt der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann an.

Welche Munition verschießt ein Mehrfachraketenwerfer?

Aktuell werden für Mars II vier Arten von Munition verwendet. Dazu gehören ungelenkte Raketen, die man möglichst nah zum Ziel transportieren muss, um punktgenau zu treffen. Aber auch gelenkte Flugraketen, die über ein GPS-Navigationssystem auch aus weiter Entfernung konkrete Ziele treffen können. Einige Raketenarten aus der USA nutzen auch akustische oder Infrarotsensoren, um ihr Ziel eigenständig zu orten und zu bekämpfen.

Weiterhin werden mit Mars II Minenausstoßraketen verschossen, um Geländeabschnitte zu sperren. Zusätzlich verwendet die Bundeswehr außerdem Übungsraketen, die nur in der Ausbildung eingesetzt werden. Allen gemein ist: Die Abschussbatterie kann mit zwölf Raketen beladen werden, die laut Herstellerangaben von Krauss-Maffei Wegmann in etwa 60 Sekunden abgefeuert werden können. Dazu werden sie auf ein Kettenfahrzeug montiert, das bis zu 50 Kilometern pro Stunde fahren kann. Eine Rakete wiegt rund 300 Kilogramm und braucht mindestens fünf Tonnen Schubkraft, um sich aus ihrer Halterung zu lösen.

Was nützt der Mars II der Ukraine?

Der Mars II bringt der Ukraine vor allem einen Vorteil: Er ist weitaus mobiler als die Panzerhaubitzen, die derzeit von der Ukraine eingesetzt werden. Während Panzerhaubitzen für den Einsatz maximal 40 Kilometer vom Kampf entfernt sein können, sind es beim Raketenwerfer Mars II bis zu 84 Kilometer, laut Angaben der Bundeswehr. Mars II kann dem Angriff der russischen Truppen damit womöglich besser ausweichen. Hinzukommen die große Reichweite, die Sprengkraft und die Treffgenauigkeit im Feuerkampf gegen die feindliche Langstreckenartillerie der Russen.

Im Gegensatz zu Panzerhaubitzen benötigt der Raketenwerfer Mars II außerdem nur drei statt fünf Soldaten für die Besatzung. Einen Kraftfahrer, einen Bediener der Feuerleitanlage und einen Kommandanten.

Wer hat den Mars II entwickelt?

Ursprünglich entwickelten die USA das Basissystem der Mehrfachraketenwerfer zuerst und führten es im Jahr 1983 bei den eigenen Streitkräften ein. Es wurde dann von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien gemeinsam mit den USA weiterentwickelt.

Wann und wie viele Mars-Fahrzeuge gehen aus Deutschland in die Ukraine?

Die Bundeswehr will vier Systeme des Typs Mars II abgeben – und das möglichst bis Ende Juni. Bestätigt wurde das aber nicht. Das Problem: Weniger als die Hälfte der fast 40 deutschen Fahrzeuge ist nach Informationen von Business Insider aktuell überhaupt einsatzfähig. Selbst vier abzugeben, soll hinter den Kulissen bei den deutschen Militärs für Kopfschütteln gesorgt haben, da die Systeme für die schnelle Eingreiftruppe der Nato 2023 angemeldet sind. Zudem muss die Software der Raketenwerfer zunächst umprogrammiert werden, weil die deutschen Fahrzeuge bislang keine Munition aus den USA oder aus Großbritannien verschießen können. Aber genau diese Typen von Munition sind in größerer Stückzahl in der Ukraine vorhanden. Die Software-Probleme zu lösen, soll schlimmstenfalls auch Monate dauern, heißt es, da das deutlich komplizierter sei als bei der Panzerhaubitze.

Aktuell sieht es nicht danach aus, dass doch kurzfristig schwere Waffen aus Deutschland in die Ukraine geliefert werden. Denn laut Informationen von Business Insider hat die Bundesregierung in den vergangenen zwei Wochen kein militärisches Material an die Ukraine geliefert. Ein entsprechender Stand wurde Anfang der Woche Außen- und Sicherheitspolitikern im Bundestag mitgeteilt. Bemerkenswert: Für die laufende Woche kündigte das Verteidigungsministerium sogar an, nicht wie sonst üblich eine aktualisierte Liste „Materialabgabe an die UKR“ in der Geheimdienststelle des Bundestages zu hinterlegen – weil schlichtweg nichts geliefert wird. Erst nächste Woche Donnerstag soll eine neue Liste bereitgestellt werden.

Unter dem Strich rechnen Insider innerhalb der Bundesregierung nicht vor September oder Oktober mit konkreten Lieferungen von Mars II.

Mit Material der DPA / jel

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