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Der Zuschauer-Effekt: Männer laufen beim Sport schneller, wenn jemand zuschaut — bei Frauen ist es umgekehrt

·Lesedauer: 2 Min.

Nun steht es fest: Für die Olympischen Sommerspiele in Tokio wurde der Ausschluss aller Zuschauer von den Wettbewerben in Japans Hauptstadt beschlossen. Anstatt von 10.000 Fans werden nur die eigenen Trainer den Olympia-Sportlern zujubeln. Kann das Auswirkungen auf die Leistung der Sportlerinnen und Sportler haben?

Ja, sagt ein Forschungsteam der Martin-Luther-Universität (MLU) in Halle-Wittenberg. Für eine neue Studie haben die Wissenschaftler die Leistung von Athletinnen und Athleten beim Biathlon-Weltcup 2020 analysiert und mit den Ergebnissen von 2018 und 2019 verglichen. Sportpsychologin Amelie Heinrich vom Institut für Sportwissenschaft der MLU trainiert den deutschen Biathlon-Nachwuchskader. "Die Pandemie bietet eine einmalige Gelegenheit, den Einfluss eines Publikums außerhalb von experimentellen Bedingungen in der realen Welt zu untersuchen", sagt Heinrich. Beim Biathlon müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ausdauer beim Skilanglauf und Präzision beim Schießen beweisen.

Frauen laufen schneller, aber schießen schlechter

Die Studie zeigt: Ohne Publikum laufen Frauen schneller, während Männer langsamer laufen. Dafür performen Frauen bei komplexen koordinativen Aufgaben, wie dem Schießen, vor Publikum besser. "Unseres Wissens ist es die erste Studie, die eine unterschiedliche Wirkung des Publikums auf Männer und Frauen zeigen konnte", sagt Professor Oliver Stoll, Leiter der Sektion Sportpsychologie an der MLU. Die meisten der bisherigen Studien zum Thema wurden überwiegend mit Männern durchgeführt. 

"Unsere Studie wirft Fragen nach der Verallgemeinerung der Social-Facilitation-Theorie auf und deutet darauf hin, dass es einen bisher unbekannten Unterschied zwischen Männern und Frauen geben könnte", sagt Heinrich. Die Social-Facilitation-Theorie besagt, dass wir bei der bloßen Anwesenheit von anderen Menschen bessere Resultate erzielen. Die Unterschiede sollten in weiteren Studien für andere Sportarten, die ebenfalls sowohl ausdauer- als auch koordinationsbezogene Elemente enthalten, genauer untersucht werden, sagt Heinrich.

Warum diese geschlechterspezifischen Leistungsunterschiede auftreten, kann das Forschungsteam nicht aus den Daten heraus erklären. Eine mögliche Ursache sind die Geschlechter-Stereotypen, sagt Amelie Heinrich. So gelten Männer als körperlich stärker – ein Stereotyp, das durch die Anwesenheit von Zuschauern verstärkt werden könnte. Einige Studien zeigen auch, dass Frauen sensibler auf Feedback reagieren, so Heinrich. In jedem Fall zeige die Ergebnisse einmal mehr, dass das Geschlecht in psychologischen Studien als möglicher Einflussfaktor berücksichtigt werden sollte. 

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