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"Unterste Schublade"? Weltmeister wehrt sich

"Unterste Schublade"? Weltmeister wehrt sich
"Unterste Schublade"? Weltmeister wehrt sich

Oliver Zeidler hat bei SPORT1 auf die Aussagen von Bundestrainerin Brigitte Bielig reagiert - und kein Blatt vor den Mund genommen.

„Es ist nicht das erste Mal, dass sie plötzlich Dinge vergisst, die definitiv besprochen wurden oder Situationen öffentlich anders darstellt als sie tatsächlich gewesen sind“, sagte der Ruder-Weltmeister, der zuletzt zum wiederholten Mal einen Rundumschlag gegen den Verband abgefeuert hatte.

Die Bundestrainerin hatte sich am Mittwoch in der Sächsischen Zeitung dahingehend geäußert, dass es vor der Weltmeisterschaft in Tschechien individuelle Gespräche mit Zeidler gegeben habe, sie aber von strukturellen Problemen oder personellen Konsequenzen „aus seinem Mund nie etwas gehört“ habe. Daher empfinde sie dessen Aussagen als „unterste Schublade“. (BERICHT: Deutscher Weltmeister am Pranger)

Zeidler, der von diesem Vorwurf erst durch SPORT1 erfahren hatte, konnte sich sowohl den Zeitpunkt dieser Äußerung als auch den Inhalt nicht erklären. „Das persönliche Gespräch, als ich den Sportdirektor (Mario Woldt, Anm. d. Red.) erstmals in ihrem Beisein kritisiert habe, hat im Trainingslager in Lago Azul stattgefunden“, erklärte er und fügte hinzu: „In diesem Gespräch habe ich angesprochen, dass der Sportdirektor ein Totalausfall ist. Doch bereits damals wollte sie von allem nichts wissen.“

Zeitpunkt der Kritik überrascht Zeidler

Neben diesem Punkt, der „explizit angesprochen“ wurde, habe der zweimalige Weltmeister im Einer (2019 und 2022) auch andere Missstände thematisiert. „Dass ich nicht glasklar personellen Veränderungen gefordert habe, stimmt. Aber aus der doch scharfen Kritik, die geäußert wurde, hätte mein Standpunkt eigentlich klar sein müssen.“

Zudem könne er nicht verstehen, warum sich die 64-Jährige ausgerechnet kurz nach den Titelkämpfen in Tschechien, wo er „vor ein paar Tagen noch ihre bisher desaströse Bilanz als Cheftrainerin aufgebessert“ habe, in diese Richtung äußert. Er selbst habe nach der WM viele Interviews gegeben, sich dabei aber immer auf das Sportliche konzentriert, „um kein Öl ins Feuer zu gießen und mich auch an die Vereinbarung zwischen uns nach der EM zu halten“.

Aktuell war Zeidler bestrebt, nach der WM zur Ruhe zu kommen „und nicht wieder Stress mit dem DRV anfangen. Zudem habe ich noch anderes zu tun, als immer die Probleme aufzuzeigen, die die Verantwortlichen im Verband nicht erkennen.“

Gespräche mit Bielig nur noch mit Zeugen

Nun haben ihn diese Querelen, die er aufgrund von Prüfungen in den vergangenen beiden Tagen nicht mitbekommen hatte, jedoch eingeholt und „etwas überrumpelt“. Die weitere Zusammenarbeit mit der Bundestrainerin wird in Zukunft dadurch wohl noch schwerer. „Die gegenseitige Wertschätzung leidet darunter extrem.“

Zudem werde er bei zukünftigen Gesprächen immer eine weitere Person dabeihaben müssen, „um einen Zeugen zu haben, der bestätigen kann, dass die Themen entsprechend besprochen wurden. Allein werde ich wohl nichts Ernsthaftes mehr mit ihr bereden können, was die Kommunikation natürlich deutlich erschwert.“

Ansonsten will sich der gebürtige Dachauer erst nochmal mit seinem Vater und Trainer Heino Zeidler austauschen.

Dieser hatte bereits am Donnerstag via SID seine Sicht der Dinge erklärt. Es sei „einfach peinlich“. Bielig habe „hin und wieder das Problem, die Wahrheit zu akzeptieren“. Obwohl die WM vorbei sei und man am Boden liege, fange sie jetzt wieder an, „Pfeile gegen uns zu schießen“, sagte er: „Das macht man so sicher nicht.“ Er habe „das Gefühl, sie musste jetzt unbedingt nachtreten. Ich frage mich aber: Warum? Wir haben geliefert und sind erfolgreich mit dem, was wir tun“.

Wie es nun aber konkret weitergehen soll, konnte Zeidler junior noch nicht sagen. „Das muss man jetzt erstmal sehen. Ich bin grade etwas überfordert.“