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Zlatan auf der großen Leinwand: Das sind die Kino-Highlights der Woche

Er hielt sich schon damals für den Allergrößten: "I am Zlatan" erzählt von Zlatan Ibrahimovićs Jugend und seiner Zeit bei Malmö FF bis zum Wechsel zu Ajax Amsterdam. (Bild: BR-F 2021/Mark de Blok)
Er hielt sich schon damals für den Allergrößten: "I am Zlatan" erzählt von Zlatan Ibrahimovićs Jugend und seiner Zeit bei Malmö FF bis zum Wechsel zu Ajax Amsterdam. (Bild: BR-F 2021/Mark de Blok)

Channing Tatums erste Regie-Arbeit "Dog", Leander Haußmanns "Stasikomödie" und "I am Zlatan", ein Kino-Biopic über den polarisierenden schwedischen Star-Stürmer Zlatan Ibrahimović: Das sind die Kino-Neustarts am 19. Mai.

"Typen, wir brauchen echte Typen!": Im modernen Fußball wird oft darüber geklagt, dass es an Persönlichkeiten fehlt - also an Spielern, die auf dem Platz nicht nur durch ihre Leistung auffallen und abseits des Rasens mehr als nur glatt polierte Floskeln von sich geben. Mindestens einen solchen "Typen" gibt es aber noch: Zlatan Ibrahimović. Mit inzwischen 40 Jahren spielt er immer noch Profi-Fußball auf höchstem Niveau, derzeit beim AC Mailand. Zwei Autobiografien hat der Schwede aber auch schon veröffentlicht. Die erste, "I am Zlatan", wurde nun von Regisseur Jens Sjögren verfilmt. Nicht fürs TV-Spartenprogramm oder irgendeine DVD, sondern fürs Kino - standesgemäß, könnte man sagen.

Neben dem Sportler-Biopic "I am Zlatan" stehen in dieser Woche zwei weitere prominente Kino-Starts an: "Dog", ein tierischer Roadtrip von und mit Channing Tatum, und "Stasikomödie", der hochkarätig besetzte dritte Teil der DDR-Trilogie von Leander Haußmann.

Granit Rushiti spielt den jungen Zlatan - ein vielversprechender Nachwuchs-Profi mit großem Talent und noch größerem Ego. (Bild: BR-F 2021/Mark de Blok)
Granit Rushiti spielt den jungen Zlatan - ein vielversprechender Nachwuchs-Profi mit großem Talent und noch größerem Ego. (Bild: BR-F 2021/Mark de Blok)

I am Zlatan

Ajax Amsterdam, Juventus Turin, Inter Mailand, FC Barcelona, Paris Saint Germain, Manchester United, der AC Mailand: Aus sportlicher Sicht blickt Zlatan Ibrahimović auf eine Karriere zurück, die glänzender kaum sein könnte. Daneben kennt aber jeder Fan auch die YouTube-Videos, in denen Zlatan einfach Zlatan ist - Schiedsrichter provozieren, Mitspieler ärgern, auf Pressekonferenzen erklären, wie großartig Zlatan ist. Der 1,95-Mann mit der markanten Nase, dem Zopf und dem Anker-Bart hat sich längst zur eigenständigen Marke entwickelt. Doch wo kommt dieser "Typ" eigentlich her? Das ist die Geschichte, die Jens Sjögren mit "I am Zlatan" erzählt.

Zlatan Ibrahimović entstammt einer Familie, die aus dem Balkan nach Schweden einwanderte, und wächst in Rosengård auf, dem Armenviertel von Malmö - die Familie hat wenig. Zlatan lernt sich auf der Straße durchzuschlagen, fällt schon früh als Rabauke auf. Was aber auch jeder sofort erkennt: Der Junge kann richtig gut kicken. Als Teenager wechselt er zum schwedischen Traditionsclub Malmö FF - der Beginn einer außergewöhnlichen Profi-Karriere.

Das Biopic "I am Zlatan" erzählt die Zeit von der Kindheit bis zu Zlatans Wechsel zu Ajax Amsterdam, wo endgültig zum internationalen Star-Stürmer wurde. Es geht dabei aber nicht so sehr um die schönsten Tore des Schweden, sondern eher um seinen persönlichen Werdegang. Wer den jungen Zlatan (Dominic Andersson Bajraktari) zu Hause vor dem leeren Kühlschrank sieht, kann vielleicht besser nachvollziehen, warum er heute so ungeniert mit seinem Reichtum protzt. Wer sieht, gegen welche Widerstände er sich als angehender Profi (Granit Rushiti) durchsetzte, versteht vielleicht, warum er sich selbst heute für den Allergrößten hält.

Was Zlatan selbst über den Zlatan-Film denkt, ist übrigens nicht bekannt, jedoch nutzt der polarisierende Ausnahme-Stürmer auch dieses Projekt, um sich sozial zu engagieren: Von jedem gekauften Kinoticket werden 0,50 Euro an die Organisation "Ein Herz für Kinder" gespendet, um benachteiligte Kinder zu unterstützen - der millionenschwere Star-Sportler mit der großen Klappe und den teuren Autos hat nicht vergessen, wo er herkommt.

Jackson Briggs (Channing Tatum) hat als Army Ranger schon viel erlebt, Hündin Lulu bringt ihn trotzdem an seine Grenzen. (Bild: Leonine)
Jackson Briggs (Channing Tatum) hat als Army Ranger schon viel erlebt, Hündin Lulu bringt ihn trotzdem an seine Grenzen. (Bild: Leonine)

Dog

Channing Tatum und ein Hund fahren im Auto, jagen durch eine Hotel-Lobby, kämpfen und schmusen und durchleben alle möglichen aberwitzigen Situationen - eine neue tierische Buddy-Komödie, denkt man, vielleicht eine moderne Version von "Scott & Huutsch" oder "Mein Partner mit der kalten Schnauze". "Dog" allerdings ist mehr als einfach nur ein weiterer Irgendwas-mit-Hunden-Film. Es handelt sich um die erste Regie-Arbeit für Channing Tatum und vor allem um eine sehr viel persönlichere Geschichte, als es zunächst den Anschein hat.

Jackson Briggs (Tatum) war früher bei der Army und will nun zurück in den Dienst. Um zu zeigen, wie "ernst" er es meint, soll er einen Hund an die Pazifik-Küste bringen, der früher im Militär-Einsatz war und heute nicht mehr ganz leicht zu handhaben ist. "Sie ist unberechenbar. Erst ganz friedlich - und im nächsten Moment landen drei Kerle in der Notaufnahme." Briggs will es trotzdem versuchen mit Hündin Lulu. Schon kurz nach Beginn des Trips zerlegt sie das komplette Auto, doch mit Verlauf der Geschichte entwickeln sich die beiden trotz aller Schwierigkeiten zu einem unzertrennlichen Team.

Lulu, so hieß auch Channing Tatums eigener inzwischen verstorbener Hund. 2018 wurde bei Lulu Krebs im Endstadium diagnostiziert, woraufhin sich Hundeliebhaber Tatum zu einem letzten großen Roadtrip mit seiner Lulu entschied. Im Auto die Pazifik-Küste entlang, genau wie in "Dog". Tatum entwickelte in Anlehnung an seine eigenen aufwühlenden Erlebnissen die Idee zu "Dog" und führte gemeinsam mit Reid Carolin ("Magic Mike"), der auch das Drehbuch verfasste, Regie.

Mit "Dog" erzählt Channing Tatum eine sehr persönliche Geschichte. Auch sein eigener vor wenigen Jahren verstorbener Hund hieß Lulu. (Bild: Leonine)
Mit "Dog" erzählt Channing Tatum eine sehr persönliche Geschichte. Auch sein eigener vor wenigen Jahren verstorbener Hund hieß Lulu. (Bild: Leonine)

Stasikomödie

Es ist doch schon so lange her, hinterher wurde alles gut, ganz sicher wird man ordentlich darüber lachen können: So richtig will Ludger (Jörg Schüttauf) nicht, aber auf Drängen seiner Familie gibt er dann doch nach und beantragt Einsicht in seine alte Stasi-Akte. So lustig wie erwartet wird es allerdings nicht. "Kein Arsch passt so gut in eine Jeans wie deiner und dein harter Schw..." - ein sehr intimer Brief taucht da auf, verfasst von einer Frau, aber definitiv nicht von seiner Corinna (Margarita Broich). Ludger winkt ab, klappt die Akte hastig wieder zu. Und beginnt dann doch, sich zu erinnern.

Im heutigen Berlin ist Ludger Fuchs ein angesehener Autor, doch als junger Mann (David Kross) in der DDR war er mal Stasi-Spitzel. Eigentlich sollte er die alternative Szene zersetzen, stattdessen avancierte er zu einem Widerstands-Dichter und verliebte sich in das Hippie-Mädchen Nathalie (Deleila Piasko). Erinnerungen an eine wilde, eine schöne Zeit, bis ins letzte pikante Detail dokumentiert vom Staatssicherheitsdienst.

"Stasikomödie", so nennt Leander Haußmann (Drehbuch und Regie) nach "Sonnenallee" (1999) und "NVA" (2005) den dritten und letzten Teil seiner DDR-Trilogie. Es sind wieder einige große Namen dabei: Neben Schüttauf, Broich, Kross und Piasko standen unter anderem Henry Hübchen, Tom Schilling, Detlev Buck, Karsten Speck und Ilka Bessin für die UFA-Produktion vor der Kamera. In vier Kategorien ist die Dramödie für den Deutschen Filmpreis nominiert; von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) wurde das neue Haußmann-Werk bereits mit dem Prädikat "besonders wertvoll" versehen. Begründung: "'Stasikomödie' ist großartig erzählt und gut beobachtet, versprüht mindestens genauso viel Leidenschaft wie Humor und überzeugt mit brillanten Schauspielern."

Ludger Fuchs (David Kross) soll als Stasi-Spitzel die alternative Szene unterwandern, wird stattdessen aber zum Widerstands-Dichter und verliebt sich in die schöne Nathalie (Deleila Piasko). (Bild: Constantin)
Ludger Fuchs (David Kross) soll als Stasi-Spitzel die alternative Szene unterwandern, wird stattdessen aber zum Widerstands-Dichter und verliebt sich in die schöne Nathalie (Deleila Piasko). (Bild: Constantin)
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