Blogs auf Yahoo Finanzen:

Zinsaffäre: Bafin verschärft offenbar ihr Vorgehen gegen Banken

AKTUELLER KURS

SymbolKursVeränderung
DBK.DE31,890,51
CBK.DE13,030,20

Frankfurt/München (dapd). Die Finanzaufsicht BaFin greift wegen der Affäre um manipulierte Referenzzinssätze im Interbanken-Geschäft offenbar stärker durch. Die Behörde soll gegen vier Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) und der WestLB-Nachfolger Portigon, Sonderprüfungen eingeleitet haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" am Montag berichtete. Die Banken wollten dies nicht kommentieren. Die Bafin hatte Sonderprüfungen bereits vor einiger Zeit angekündigt.

Die Bafin wolle die Manipulationsvorwürfe beim Referenzwert Euribor klären, berichtete die Zeitung. Den Informationen zufolge sei bei Portigon auch eine Untersuchung zu möglichen Manipulationen am Zinssatz Libor eingeleitet worden, bei der Deutschen Bank laufe die Libor-Prüfung bereits seit Sommer 2012.

Zu zwei weiteren Banken aus dem Euribor-Panel habe die Behörde ihre Prüfer geschickt, nachdem der Rücklauf aus einer schriftlichen Anfrage unbefriedigend gewesen sein soll. Zum Euribor-Panel gehörten dem Bericht zufolge im Ermittlungszeitraum neben der Deutschen Bank und der WestLB die Landesbank Berlin, die BayernLB, die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) , die genossenschaftliche DZ-Bank, die LBBW, die Helaba und die NordLB. Die Bafin habe sich auf Anfrage der Zeitung zu Prüfungen bei einzelnen Banken nicht äußern wollen.

Libor (London Interbank Offered Rate) und Euribor (Euro Interbank Offered Rate) haben eine wichtige Bedeutung für das Geschäft der Banken. Die Zinssätze geben wieder, zu welchem Preis sich die Institute gegenseitig Geld leihen. Sie beruhen nicht auf echten Transaktionen, sondern auf Schätzungen der weltweit wichtigsten Banken. Von ihnen hängen Finanzprodukte im Umfang von mehr als 500 Billionen Euro ab.

Die Aufsichtsbehörden in Großbritannien und den USA gehen davon aus, dass einige internationale Banken die Festlegung des Referenzzinssatzes Libor zwischen 2005 und 2009 manipulierten, indem sie falsche Daten meldeten. Die Schweizer Großbank UBS einigte sich wegen der Beteiligung an dem Skandal Ende 2012 mit den ermittelnden Behörden auf eine Geldbuße von 1,4 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,2 Milliarden Euro).

Deutsche-Bank-Vorstandschef Anshu Jain hatte im vergangenen August den Libor-Skandal um Zinsmanipulationen als "sehr ernste Angelegenheit" eingestuft. Jain sicherte für sein Institut eine umfassende Aufklärung zu.

dapd

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • Albig fordert Sonderabgabe von allen Autofahrern
    Albig fordert Sonderabgabe von allen Autofahrern

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig will die deutschen Autofahrer über eine Sonderabgabe für den Unterhalt von Straßen zur Kasse bitten. «Am Ende werden wir in irgendeiner Form alle Nutzer heranziehen müssen», sagte der SPD-Politiker der Zeitung «Die Welt» (Dienstag).

  • Sparda Bank in Baden-Württemberg streicht Überziehungszinsen
    Sparda Bank in Baden-Württemberg streicht Überziehungszinsen

    Die Sparda-Bank in Baden-Württemberg schafft im Juli die Zinsen für die Überziehung des Dispokredits ab. «Der Zusatzzins ist nicht mehr zeitgemäß», sagt Sparda-Bank-Chef Martin Hettich der Nachrichtenagentur dpa.

  • Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß
    Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß dpa - Sa., 19. Apr 2014 16:10 MESZ
    Flugzeug-Randalierer wieder auf freiem Fuß

    Zwei betrunkene Männer sollen 281 Mitreisenden den Flug in die Ferien vermiest haben. Nach einem kurzen Aufenthalt in Polizeigewahrsam dürfen sie nach Hause - wenn sie jemand mitnimmt.

  • «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65
    «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65 dpa - Fr., 18. Apr 2014 11:29 MESZ
    «Der Professor»: Joachim Sauer wird 65

    Angela Merkel steigt aus der Limousine, schreitet sogleich die Stufen des Weißen Hauses empor und hält plötzlich inne.

  • Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370
    Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370 dpa - Sa., 19. Apr 2014 16:03 MESZ
    Sechs Wochen nach Verschwinden keine Spur von MH370

    Die Bilder sind scharf, allein es gibt nichts zu entdecken: Die U-Boot-Suche nach dem verschollenen Flug MH370 verläuft bisher erfolglos. Schon in der nächsten Woche könnte sie enden. Wie soll es dann weitergehen?

 

Vergleichsrechner

  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »