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Zinsaffäre: Bafin verschärft offenbar ihr Vorgehen gegen Banken

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Frankfurt/München (dapd). Die Finanzaufsicht BaFin greift wegen der Affäre um manipulierte Referenzzinssätze im Interbanken-Geschäft offenbar stärker durch. Die Behörde soll gegen vier Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) und der WestLB-Nachfolger Portigon, Sonderprüfungen eingeleitet haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" am Montag berichtete. Die Banken wollten dies nicht kommentieren. Die Bafin hatte Sonderprüfungen bereits vor einiger Zeit angekündigt.

Die Bafin wolle die Manipulationsvorwürfe beim Referenzwert Euribor klären, berichtete die Zeitung. Den Informationen zufolge sei bei Portigon auch eine Untersuchung zu möglichen Manipulationen am Zinssatz Libor eingeleitet worden, bei der Deutschen Bank laufe die Libor-Prüfung bereits seit Sommer 2012.

Zu zwei weiteren Banken aus dem Euribor-Panel habe die Behörde ihre Prüfer geschickt, nachdem der Rücklauf aus einer schriftlichen Anfrage unbefriedigend gewesen sein soll. Zum Euribor-Panel gehörten dem Bericht zufolge im Ermittlungszeitraum neben der Deutschen Bank und der WestLB die Landesbank Berlin, die BayernLB, die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) , die genossenschaftliche DZ-Bank, die LBBW, die Helaba und die NordLB. Die Bafin habe sich auf Anfrage der Zeitung zu Prüfungen bei einzelnen Banken nicht äußern wollen.

Libor (London Interbank Offered Rate) und Euribor (Euro Interbank Offered Rate) haben eine wichtige Bedeutung für das Geschäft der Banken. Die Zinssätze geben wieder, zu welchem Preis sich die Institute gegenseitig Geld leihen. Sie beruhen nicht auf echten Transaktionen, sondern auf Schätzungen der weltweit wichtigsten Banken. Von ihnen hängen Finanzprodukte im Umfang von mehr als 500 Billionen Euro ab.

Die Aufsichtsbehörden in Großbritannien und den USA gehen davon aus, dass einige internationale Banken die Festlegung des Referenzzinssatzes Libor zwischen 2005 und 2009 manipulierten, indem sie falsche Daten meldeten. Die Schweizer Großbank UBS einigte sich wegen der Beteiligung an dem Skandal Ende 2012 mit den ermittelnden Behörden auf eine Geldbuße von 1,4 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,2 Milliarden Euro).

Deutsche-Bank-Vorstandschef Anshu Jain hatte im vergangenen August den Libor-Skandal um Zinsmanipulationen als "sehr ernste Angelegenheit" eingestuft. Jain sicherte für sein Institut eine umfassende Aufklärung zu.

dapd

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