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Zinnwald-Verkauf: Ein komplexer Deal soll die Lithium-Mine im Erzgebirge sichern

·Lesedauer: 3 Min.

Bacanora verkauft die Deutsche Lithium GmbH per Aktientausch an den Goldsucher Erris Resources. Das soll dem ganzen Projekt neuen Schwung verleihen.

Mit einem Aktientausch will der Eigentümer des Lithiumvorkommens in Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge das dortige Minenprojekt sichern. Wie das in London gelistete Minenunternehmen Bacanora Lithium am Mittwoch mitteilte, soll die Deutsche Lithium GmbH, die das Vorkommen der Lagerstätte Zinnwald erkundet, an Erris Resources verkauft werden. Bacanora erhält jedoch kein Geld, sondern 70 Prozent der ausstehenden Aktien von Erris Resources.

Bacanora bleibt damit mittelbar der Haupteigentümer des Zinnwald-Projekts, löst die Deutsche Lithium jedoch aus dem Konzern heraus. Ziel des Deals sei es, den Wert des Zinnwald-Projekts zu heben, erklärte Bacanora laut Firmenmitteilung. Armin Müller, Chef der Deutschen Lithium, wollte sich zu der Transaktion auf Handelsblatt-Anfrage nicht äußern. Der Rohstoff wird unter anderem als Schlüsselelement in der Batterieproduktion für Elektroautos benötigt. Als entsprechend hoch gilt das wirtschaftliche Zukunftspotenzial.

Bacanora-CEO Peter Secker hatte in der Vergangenheit mehrfach signalisiert, Zinnwald verkaufen zu wollen. Das Unternehmen wolle sich auf das wichtigste Projekt, die Entwicklung eines Lithiumvorkommens in Mexiko, fokussieren. Dafür hat sich Bacanora die Unterstützung des Branchenführers Gangfeng aus China gesichert. Das Vorkommen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet spielte für Bacanora offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Die Unternehmensmitteilung offenbart, wie zäh der Verkaufsprozess lief. Demnach hat Bacanora sechs Millionen Euro auf den Wert der Beteiligung an der Deutschen Lithium abgeschrieben. Was die Situation zusätzlich verkompliziert: Die Hälfte der Anteile an Zinnwald liegen noch bei der insolventen Solarworld AG. Doch weder der Solarmodulhersteller noch Bacanora wollen das Projekt vollständig übernehmen.

Mit dem Verkauf und der gleichzeitigen Beteiligung an Erris Resources zeigte sich Bacanora-Chef Secker zufrieden: „Wir freuen uns, mit dem Team von Erris und den Verwaltern der Solarworld AG Zinnwald weiter voranzutreiben.“

Neues Geld durch Kapitalerhöhungen

Erris Resources hat bisher vor allem Goldvorkommen in Europa erkundet. Die Website des Unternehmens listet Gold-Explorationsprojekte in Schweden sowie eine Erkundungslizenz für Zinkvorkommen in Irland auf.

Die Firma ist im unregulierten Segment der Londoner Börse gelistet und wird mit 2,6 Millionen Euro bewertet. Eine Anfrage des Handelsblatts, welche Erfahrungen das Erris-Team mit Lithiumvorkommen hat, beantwortete das Unternehmen bislang nicht. Zum Vergleich: Bacanora ist mit einer Marktkapitalisierung von 66 Millionen Euro deutlich größer.

Das Unternehmen zahlt zudem 1,35 Millionen Euro, um den Betrieb der Deutschen Lithium in den kommenden zwei Jahren zu sichern. Ob der Deal zustande kommt, hängt noch von der Zustimmung der Erris-Aktionäre ab. Das Explorationsunternehmen soll durch weitere Kapitalerhöhungen neues Geld für Zinnwald sammeln.

Deutsche-Lithium-Chef Müller hat ambitionierte Pläne und will über 100 Millionen Euro in die Lithiumförderung im Erzgebirge investieren. Der Wert des Vorkommens wurde auf bis zu sechs Milliarden Euro geschätzt. Ob die Pläne mit dem Partner Erris Resources Realität werden, ist ungewiss. Die Minenbranche leidet wie viele Wirtschaftszweige unter der Corona-Pandemie.

Allerdings hat sich die Investorenstimmung bei Lithiumprojekten aufgehellt. Auslöser war der „Battery Day“ von Tesla. Der E-Auto-Pionier hatte verkündet, ein Lithiumvorkommen in Nevada entwickeln zu wollen, und zudem einen Deal mit Piedmont Lithium im US-Bundesstaat North Carolina bekanntgegeben. Die Investmentbank Wood McKenzie erwartet eine deutliche Lithiumknappheit ab dem Jahr 2022.