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ZEW-Ökonom: "Schnelle Hilfe untergräbt Anreize zu privater Hochwasser-Vorsorge"

·Lesedauer: 1 Min.
Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz

Der Hochwasser-Experte im Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW), Daniel Osberghaus, hat sich gegen schnelle und unbürokratische Hilfen für Hochwasser-Opfer ausgesprochen. So notwendig diese Hilfen "im Einzelfall auch erscheinen mögen", wirkten sie doch "langfristig kontraproduktiv", erklärte Osberghaus am Freitag. "Sie untergraben die Anreize zur privaten Vorsorge wie beispielsweise zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung oder bauliche Vorsorgemaßnahmen."

Außerdem benachteiligten sie de facto Hausbesitzer, die eine Versicherung abgeschlossen hätten, und könnten schnell als ungerecht empfunden werden. Die Diskussion um Hilfsfonds lenke von der eigentlichen Aufgabe der Politik ab: "Angesichts des fortschreitenden Klimawandels gilt es, eine langfristig nachhaltige Anpassungsstrategie für solche Extremwetterlagen zu entwickeln, die ohne staatliche Fluthilfen auskommt", forderte Osberghaus.

Der Wirtschaftswissenschaftler schlug vor, die private Eigenvorsorge vor allem von einkommensschwachen Haushalten in Risikogebieten zu fördern. Zudem müsse der Versicherungsmarkt für Elementarschäden gestärkt werden; in Nachbarländern gebe es etwa Versicherungspflichten oder Katastrophenfonds mit vorab geregelten und gedeckelten Auszahlungsbeträgen. Die Versiegelung von Oberflächen müsse reduziert, die Landnutzung angepasst werden.

"Kurzfristig werden diese Maßnahmen allerdings nicht helfen, die Schäden im Westen Deutschlands zu beheben", erklärte Osberghaus. Daher wäre ein möglicher Zwischenschritt in der aktuellen Situation, die zugesagten staatlichen Hilfen nur zu zahlen, wenn sie nachgewiesenermaßen zur Sicherung der Existenz notwendig sind, und mit Auflagen für die private Vorsorge zu koppeln. "Schnell und unbürokratisch wird das allerdings nicht möglich sein."

ilo/jm

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