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Bundespräsident regt Gedenkstätte für Friedliche Revolution an

·Lesedauer: 3 Min.

Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit hat der Bundespräsident an die Friedliche Revolution erinnert. Sie habe eine Diktatur zu Fall gebracht, so Steinmeier.

Wegen der Coronakrise finden die Feierlichkeiten unter Auflagen statt: In Potsdam gilt teilweise eine Maskenpflicht in der Innenstadt. Foto: dpa
Wegen der Coronakrise finden die Feierlichkeiten unter Auflagen statt: In Potsdam gilt teilweise eine Maskenpflicht in der Innenstadt. Foto: dpa

Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Einrichtung einer Gedenkstätte für die Friedliche Revolution in der DDR angeregt. „Wenn es denn so ist, dass uns die Friedliche Revolution auch heute Ermutigung sein kann, dann schaffen wir doch eine Stätte, die an diesen Mut erinnert“, sagte Steinmeier am Samstag bei den zentralen Einheits-Feierlichkeiten in der brandenburgischen Hauptstadt Potsdam.

Schon heute gebe es viele Orte des Gedenkens seit der Wiedervereinigung. Aber brauche Deutschland nicht auch einen „herausgehobenen Ort“, der mehr als ein Denkmal sei, der an die Freiheits- und Demokratieimpulse der Friedlichen Revolutionäre erinnere?, fragte der Bundespräsident.

„Einen Ort, der daran erinnert, dass die Ostdeutschen ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen und sich selbst befreit haben?“ Die Friedliche Revolution habe eine Diktatur zu Fall gebracht, sagte Steinmeier. „Das ist eine Sternstunde, die jedenfalls auf ewig Platz haben wird in der deutschen Demokratiegeschichte.“

Die zentrale Feier zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit findet in Potsdam statt. Dazu kamen unter anderen die Spitzen des Staates zusammen: Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als amtierender Bundesratspräsident, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth.

Sie feierten mit Vertretern von Bürgerdelegationen der Länder in der katholischen Kirche St. Peter und Paul einen ökumenischen Gottesdienst, bevor es zum Festakt gehen sollte. Mehrere Demonstrationen waren angekündigt.

Bischöfe appellieren an das Miteinander

Am Freitagabend hatten sich Steinmeier, Merkel, Woidke, Schäuble, Harbarth und mehrere Ministerpräsidenten bereits zu einem Empfang im Hasso-Plattner-Institut getroffen. Wegen der Coronakrise ist in diesem Jahr fast alles anders. Beim Gottesdienst können nur 130 Gäste dabei sein.

In Teilen der Potsdamer Innenstadt gilt eine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus. Beim Festakt in der Metropolishalle werden nur 230 Gäste erwartet. Steinmeier hält die Hauptrede.

Beim ökumenischen Gottesdienst hat der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, zur gegenseitigen Unterstützung aufgerufen. „Wo geteilt wird, werden die Dinge nicht weniger, sie werden mehr“, sagte Stäblein bei der Predigt in der Kirche St. Peter und Paul.

„Gerade hier in Brandenburg höre und erlebe ich solche Geschichten immer wieder. Wie gut man einst teilen konnte und wie schwer es manchmal geworden ist.“ Er würdigte 30 Jahre Deutsche Einheit als „Körbe voll Gegenseitig-Bereichern und Neue-Wege-Finden, Körbe voll Mut und Lust an Freiheit“.

Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch appellierte an alle, sich gegenseitig zu achten. „Auch wenn wir es manchmal nicht tun. Wir wissen: Leben braucht das Miteinander“, sagte Koch. „Wir bauen Brücken, wir lassen niemanden stehen, erst recht nicht Minderheiten.“

Der Grundzug der Demokratie sei das Lernen, miteinander zu gehen, sich bereichern zu lassen in aller Demut. „Vielleicht ist gerade jetzt in der Corona-Zeit die Zeit gegeben, dass wir Demokratie neu lernen. Denn da geht es ja nicht nur um die eigene Freiheit, sondern auch um die des anderen.“